TRANSIT POETRY

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INTERVIEWPARTNER
SASCHA BLACH
DATUM
06.02.2011
ORT
Berlin

Als TRANSIT POETRY sich im Jahr 2002 gründeten, haben sie sich ganz schön was vorgenommen. Vier Alben sollte es geben – zu jedem der Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft eines. Jetzt, neun Jahre später, ist das Werk vollendet. Mit „Pedestrians In The Sky“ erscheint am 18. Februar 2011 das Album zum Thema „Luft“. Bandchef SASCHA BLACH gibt Auskunft.

Freya: „Pedestrians In The Sky“ beschließt den Vier-Elemente-Zyklus, den du 2004 mit dem Album „Themes From The Desolate Ocean“ eingeläutet hast. Dieses Mal dreht sich alles um das Thema Luft. Wie hast du das bei diesem Album umgesetzt?

Sascha: Die Luft zieht sich als roter Faden vor allem durch die Texte, wenn auch oft auf sehr subtile Weise: als Hauch des Lebens, Schwerelosigkeit, kathartischer Sturm oder das Gefühl des Erstickens. Doch letzten Endes sind die Elemente allesamt nur ein Sprungbrett zur Transzendierung des Materiellen und zur Schaffung einer allumfassenden Einheit, ähnlich wie wir die vier Alben im Kleinen als Einheit betrachten. Musikalisch habe ich mir aber keine Mühe gegeben, ein betont luftiges Album zu machen. Ich bin einfach meiner Intuition gefolgt und so gibt es neben leichten Pop-Songs auch sehr dunkle und schwere Momente.

Freya: Die Alben widmen sich unterschiedlichen Themen. Gibt es trotzdem einen roten Faden oder eine Gemeinsamkeit?

Sascha: Eigentlich widmen sie sich alle demselben Thema, und zwar der Selbstfindung, der Auslotung des Seins und den großen Sinnfragen. Allerdings dient jedes Mal ein anderes Element als Schirmherr. Somit gibt es ganz klar einen roten Faden – ich würde sogar sagen, die vier Alben dokumentieren meine eigene Sinnsuche im Laufe der Jahre ganz gut.

Freya: Wenn man Künstler fragt, welches ihrer Alben sie am liebsten mögen, dann bevorzugen sie eigentlich immer das aktuelle. Ist das bei euch mit diesem Album auch so oder bevorzugst du das Album, zu dessen Element du dich zugehörig fühlst?

Sascha: Natürlich spiegelt das aktuelle Album den Ist-Zustand immer am besten wieder und da einem die Songs am nächsten stehen, bevorzugt man sie gegenüber älteren Stücken. Ich denke das ist ganz normal. Aber ich bin auch mit „Shamanic Passage Through The Embers“ und „Evocation Of Gaia“ nach wie vor zufrieden und oftmals selbst überrascht, wie gut sie sind, wenn ich mir die Alben heute anhöre – zumindest was das Songwriting angeht. Die Produktion würde ich heute jeweils etwas anders angehen. Das Debüt „Themes From The Desolate Ocean“ fällt qualitativ aus meiner Sicht etwas ab, aber damals musste ich erstmal lernen, wie man Musik im Alleingang schreibt, arrangiert, produziert und mischt. Als Grundstein hat es auch seine Existenzberechtigung.

Freya: Bei der Produktion eines Zyklus hat man sicherlich immer das Gesamtwerk im Blick und trotzdem hast du dich in der Entstehungsphase weiter entwickelt. Woran verdeutlicht sich diese Entwicklung?

Sascha: Ich denke ähnlich wie bei anderen Bands ist auch bei uns das Gespür für funktionierendes Songwriting, ausgefeilte Arrangements und schlüssige Produktionen immer besser geworden. Grundsätzlich hat sich an meiner Art, Songs und Texte zu schreiben über die Jahre nicht viel geändert, denn ich habe meinen Stil, den man auch wiedererkennt. Letzten Endes würde ich sagen, „Pedestrians In The Sky“ klingt packender, reifer und organischer als seine Vorgänger. Es ist ein sehr vielseitiges Album, das optimistische und dunkle Seiten vereint, kraftvoll ist, melancholisch und tief, und stilistisch von Gothic über Pop, Rock, Alternative bis hin Electronica und Trip Hop reicht. Selbst afrikanische Einflüsse haben wir in einem Song verarbeitet.

Freya: Wie sind die vier CDs entstanden. Wie hast du es geschafft über die sechs Jahre der Entstehung das Gesamtkonzept im Auge zu behalten?

Sascha: Das war ja thematisch nicht so schwer, weil klar war, dass jedes Album einem Element zugeordnet ist. Dadurch ergeben sich schon viele thematische Assoziationen, ebenso durch das übergeordnete Konzept der Sinnsuche. Musikalisch war es schwieriger, weil es da kein wirkliches Konzept gab, und ich vor jedem Album überlegen musste, was ich eigentlich will. Oftmals war ich versucht, alles ganz radikal umzuschmeißen, so auch dieses Mal. Aber irgendwie wurde am Ende doch immer wieder ein typisches TRANSIT-POETRY-Album daraus.

Freya: Wusstest du 2004 schon wie das aktuelle Album aussehen würde?

Sascha: Nein, ich hatte ja keinen Masterplan in der Schublade. (lacht) Stattdessen habe ich einfach geschaut, wo die Reise hinführt und sich die Dinge entwickeln lassen. Alles andere wäre auch blödsinnig, da es die Kreativität nur unnötig einschränkt, denn oft genug muss man bei einer Albumproduktion auch spontanen Impulsen und Eingebungen folgen. Das wäre ja nicht möglich, wenn ich jeden Schritt auch Jahre vorweg skizziere.

Freya: Bei früheren Alben hast du mit anderen Musikern wie zum Beispiel OMNIA zusammen gearbeitet. Hattest du dieses Mal auch Unterstützung?

Sascha: Ja, der Song „Luminous Stars“ ist ein Duett mit LEANDRA. Sie ist die einzige bekannte Gastmusikerin auf der Scheibe. Ansonsten haben wir aber versucht, ungewöhnliche Elemente einzubauen, wie zum Beispiel Akkordeon und Kantele. Es sind auch viele Akustikgitarren und Percussion-Elemente enthalten, die einen Gegenpol zu den elektronischen Elementen bilden, da mir ein warmer, natürlicher und ausgewogener Sound wichtig war.

Freya: Der Elemente-Zyklus wird mit diesem Album geschlossen. Wie geht es mit TRANSIT POETRY weiter?

Sascha: Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Es ist eine sehr schwierige Zeit für die Band. Irgendwie befindet sich alles im Umbruch, sodass Zukunftsprognosen schwierig sind. Wir haben nun lange nicht mehr live gespielt, haben ein neues Label, eine geänderte Besetzung, können schwer einschätzen, wie offen der Markt noch für unsere Musik ist und mir fehlt mehr und mehr die Zeit für solch aufwändige Albumprojekte, da mich mein Broterwerb so sehr in Anspruch nimmt. Daher müssen wir mal schauen, wie sich die Dinge entwickeln. Aber ich hoffe zum Guten.

Freya: Ihr habt schon lange keine Live-Konzerte mehr gespielt. Das wird sich hoffentlich mit dem neuen Album ändern?

Sascha: Das hoffe ich sehr, wir würden gerne wieder mehr spielen, aber es ist nicht so einfach, dass wir ‚hier’ schreien und uns sofort alle Welt zu Füßen liegt. Vielmehr ist das Musikbusiness zu einem echten Kampf geworden – man muss um jede kleine Möglichkeit kämpfen und braucht sehr viel Bissigkeit und Ausdauer. Aber wir stellen uns dem nun wieder nach zwei Jahren des Rückzugs.

Reinhören könnt ihr übrigens auf www.transitpoetry.de. Dort könnt ihr euch den neuen Song „Astronauts & Butterflies“ kostenlos herunterladen.
Ein Video zu „Little Buddha“ findet ihr außerdem hier.

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AUTOR

Freya
Freya:
"TRANSIT POETRY beschließen ihren Vier-Elemente-Zyklus mit einem Album zum Thema "Luft"."