JUNGLE ROT

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INTERVIEWPARTNER
DAVE MATRISE
DATUM
29.07.2011
ORT

Die Amerikaner JUNGLE ROT melden sich im Jahr 2011 nicht nur mit "Kill On Command", einem fulminanten neuen Album zurück, sie haben gleichzeitig auch ein neues Label im Rücken. Es gibt also genügend Themen zu denen sich Frontmann DAVE MATRISE auslassen kann...

Ben: Gratuliere, DAVE, nach 17 Jahren Bandgeschichte, sieben Studioalben, ein Coveralbum und unzähligen ehemaligen Bandmitgliedern klingt "Kill On Command" brutal und frisch wie eh und je. Gibt es einen geheimen Trick, der euch hilft, euem Sound und dem Geist eurer Musik treu zu bleiben?

Dave: Das ist der Kampf um den Erfolg. Wenn wir ein neues Album schreiben, fange ich nicht an, indem ich mir vornehme, nur das zu machen, was heute gerade auf meinem iPod läuft. Es ist sehr schwer, sich selber und seinem Stil treu zu bleiben. Es gibt heute so viele Bands, die versuchen, bekannt zu werden. Der einfache Weg das zu erreichen ist natürlich, indem man sich nicht treu bleibt und auf Trends aufspringt. Das versuche ich zu vermeiden.

Ben: Ich finde nach 17 Jahren kann man durchaus mal zurück blicken. Würdest Du bitte für uns eure Alben mal aus heutiger Sicht kurz kommentieren?

Dave: Gern:
1."Skin The Living": Demo-Zeiten, das waren lustige Zeiten!
2. "Slaughter The Weak": Das war unser Label-Debüt und es hat unseren Namen in der Szene etabliert.
3. "Darkness Foretold": Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, einige der Songs mit denen ich groß geworden bin zu covern.
4. "Dead And Buried": Diese CD hat ein gewisses Hardcore-Feeling. Ich liebe die Songs dieses Albums immernoch und wir spielen sie gerne live.
5. "Fueled By Hate": Das Album hat viele Reaktionen hervorgerufen, weil wir ein gutes Label im Rücken hatten.
6. "Warzone": Das ist ein Killer-Album, leider ist es beim schlechtesten Label herausgekommen mit dem wir es je zu tun hatten. Bands, nehmt euch in Acht!
7. "What Horrors Await": Bei diesem Album hat alles hervorragend geklappt, wir haben viele gute Kritiken bekommen und hatten auch eine gute Tour. Das ist ein gutes Album.
8. "Kill On Command": Mit großem Abstand enthält "Kill On Command" unsere beste Musik. Zusammen mit einem großartigen Label im Rücken ist das ein Killer-Package mit Videos, Pressearbeit und Touren. Wir bekommen viel Respekt vom Label und haben zum ersten Mal das Gefühl, dass bei einer Veröffentlichung alles richtig gemacht wurde.

Ben: Wie hat sich die Death Metal-Szene Deiner Meinung nach verändert, nachdem die vom Deathcore ganz schön durcheinander gebracht wurde?

Dave: Dieser Deathcore-Trend hat einigen Schaden in der Szene angerichtet, er hat der Szene aber in anderen Bereichen auch gut getan. Es ist schön zu sehen, dass eine neue Generation von Musikern und Fans die Szene übernimmt. So etwas hilft der Szene, größer zu werden, was ich gut finde. Aber es gibt viele Bands, die alle den selben Mist veröffentlicht haben. Immer und immer wieder, was es heute schwer macht, kommerziell erfolgreich zu sein. Wir hoffen natürlich, dass sich jetzt wo der Deathcore-Trend nachlässt die Leute wieder groovigem Old-School Death Metal zuwenden, wie wir ihn spielen. Irgendwann muss der Trend sich wieder drehen und dann sind wir auf jeden Fall vorbereitet!

Ben: Was habt ihr aus der Zeit gelernt, in der ihr ohne Label wart und "Warzone" quasi m Alleingang veröffentlichen musstet?

Dave: Wir haben den Traum geträumt, dass wir mit diesem Release bei Crash Records Erfolg haben könnten. Heute sage ich mit all meiner Erfahrung, die ich über die Jahre im Musik-Business gesammelt habe: haltet euch von diesem Label fern. Wir haben das beste daraus gemacht, ohne Hilfe vom Label zu bekommen. Das war eine echte Verschwendung eines Killer-Albums- Wir haben getourt und haben uns die Allerwertesten abgearbeitet um dem Tief zu entkommen in dem uns dieses Label zurückgelassen hat.

Ben: Euer neues Label, Victory Records, hat nicht viele Old School Death Metal Bands unter Vertrag. Warum glaubt ihr, dass sie trotzdem die richtigen Partner für "Kill On Command" sind?

Dave: Dass wir bei Victory Records eine Art Alleinstellungsmerkmal haben ist eine gute Sache. Wir waren auch schon auf Labels die zehn oder mehr Death Metal Bands unter Vertrag hatten. Aber da lief das üblicherweise so, dass eine der Bands Unterstützung bekommen hat und die anderen Bands nichts bekamen. Da wir jetzt die einzige Death Metal Band bei Victory Records sind, bekommen wir die volle Aufmerksamkeit des Labels in diesem Bereich. Bisher hat das sehr gut funktioniert, in der ersten Woche haben wir über 700 CDs verkauft. Victory Records hat daran einen großen Anteil mit ihrem Marketing.

Ben: Werdet ihr mit "Kill On Command" auf Tour gehen?

Dave: Wir haben im Juni und Juli gerade einige kleinere Touren in den USA gespielt. Wir werden im Oktober mit IMMOLATION eine Nordamerika Tour spielen und danach noch eine größere Tour nur in den USA. Im Frühjahr 2012 werden wir nach Europa kommen. Wir werden dann dort einige Einzelkonzerte und auch einige Festivalauftritte machen.

Ben: Wenn du freie Auswahl hättest, mit wem würdest du auf Tour gehen?

Dave: Das ist leicht: mit SLAYER!

Ben: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Die letzten Worte überlasse ich dir.

Dave: Danke an alle, die unsere neue CD gekauft haben oder uns in einer anderen Form unterstützen. Wir können es nicht abwarten, wieder auf Tour zu gehen und unsere Fans zu treffen... See you soon!

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AUTOR

Ben
Ben:
"17 Jahre, 8 Alben, Frisch wie eh und je."