GRAND MAGUS

Foto
INTERVIEWPARTNER
SEB und FOX
DATUM
07.12.2010
ORT
Berlin

Vor der Show im Vorprogramm von MOTÖRHEAD nahmen sich SEB und FOX von GRAND MAGUS die Zeit, im Tourbus ein paar Fragen zu beantworten. Wir sprachen über die Tour mit MOTÖRHEAD, das aktuelle Album "Hammer Of The North" und darüber, dass die Band jetzt erstmals seit vier Jahren in Deutschland auf Tour ist.

Ben: Hi FOX, hi SEB, wie geht es euch?

Fox: Sehr gut. Es ist aber verdammt kalt hier.

Ben: Ja, das stimmt, das ist kein Vergleich zum letzten Mal als ich euch gesehen habe. Auf dem With Full Force hatte es mindestens 30 Grad und es gab kein Stück Schatten.

Seb: Ja, das stimmt, bei diesem Festival war es sehr heiß. Ich dachte, ich müsste sterben hinter meinem Schlagzeug, so warm wurde mir beim Spielen.

Fox: Es war auch vorne auf der Bühne unglaublich warm. Das war ein verrücktes Wochenende.

Ben: Wie läuft denn die Tour mit MOTÖRHEAD bisher?

Seb: Sie läuft ausgezeichnet. Es macht sehr viel Spaß hier auf Tour zu sein.

Fox: Ja, es ist sehr schön, wieder in Deutschland zu spielen.

Ben: Gibt es denn Schnittmengen zwischen dem GRAND-MAGUS-Publikum und den MOTÖRHEAD-Fans?

Fox: Wir verkaufen auf jeden Fall jeden Abend einige CDs und T-Shirts, unsere Musik scheint also gut anzukommen. Es gibt sicher auch ein paar MAGUS-Fans im Publikum, aber einem Großteil der Leute sagen wir vermutlich noch nichts.

Ben: Das liegt sicherlich auch daran, dass die 2008er "Iron Will"-Dates in Deutschland abgesagt wurden.

Fox: Ja, sicher. Das war sehr schade. Damals haben wir zwar in Dänemark, Holland, Schweden und Großbritannien gespielt, aber in Deutschland hat es leider nicht geklappt.

Ben: Dafür klappt es jetzt ja in einem größeren Rahmen.

Seb: Das kannst du laut sagen.

Ben: Wie ist es denn für euch, die Bühne mit MOTÖRHEAD und DORO zu teilen?

Seb: Das ist der Wahnsinn. Die sind Legenden.

Fox: Besonders bei MOTÖRHEAD finde ich es sehr beeindruckend, zu beobachten, wie sie jeden Tag versuchen noch besser zu sein, als am Vortag. Sie sind sehr ehrgeizig und eine unglaubliche Live-Band.

Ben: Versucht nicht jede Band, sich kontinuierlich zu steigern?

Fox: Doch, auf jeden Fall, das versuchen wir natürlich auch. Aber bei MOTÖRHEAD findet das auf einem ganz anderen Level statt als bei uns.

Ben: Und was macht ihr lieber? Festivalshows bei 30 Grad oder Clubshows bei minus zehn Grad?

Fox: Mir ist es jetzt zu kalt. Im Sommer war es mir zu heiß, aber jetzt ist es mir zu kalt.

Seb: Mir auch.

Fox: Bei Festivalshows hast du aber immer das Problem, dass du nur eine oder zwei Shows am Stück spielen kannst, du kommst also gar nicht in einen richtigen Live-Rhythmus wie bei einer Tour, deshalb spiele ich eigentlich lieber Touren. Ich glaube eine Tour im Frühjahr wäre perfekt. (lacht)

Seb: Auf jeden Fall. Oder im Herbst.

Ben: Es ist heute auch das erste Mal, dass ich euch nicht bei Tageslicht sehen werde. Ich bin sicher, dass die Show dann anders wirkt, als auf den Festivals.

Seb: Garantiert. Ich finde, zu einer Rock-Show gehört das Licht mit dazu und das fehlt bei den Festivals eben meistens.

Ben: Die vermehrte Tour-Aktivität ist sicher auch eurem Wechsel zu Roadrunner Records zu verdanken, die sicher mehr Geld haben, um euch auf Tour zu schicken.

Seb: Ja, das kann gut sein.

Fox: Wir hatten vorher schon auch die Möglichkeit live zu spielen aber nicht in dem Umfang wie jetzt. Über das Geld haben wir da aber noch nie nachgedacht. Wir spielen nur alles, was wir irgendwie können.

Ben: Kommen wir doch einmal zu eurem Album "Hammer Of The North", für das ihr sehr viel Lob geerntet habt und auf dem ihr euren Stil noch einmal etwas verändert habt.

Fox: Ja, das ist eine richtige Power-Metal-Scheibe. Wie in den 80ern.

Ben: Und obwohl ihr euch vom Stoner-Rock über Doom-Metal hin zum Power-Metal entwickelt habt, klingt diese Entwicklung bei euch natürlich und nicht so als hätte jemand einen Schalter umgelegt.

Fox: Das liegt daran, dass es eine gemeinschaftliche Entwicklung war.

Ben: Liegt das also vielleicht auch daran, wie ihr eure Songs schreibt?

Seb: Ja, auf jeden Fall. Bei uns ist es eigentlich nie so, dass ein Bandmitglied in den Proberaum kommt und eine fertige Songidee dabei hat. Wir entwickeln die Songs vielmehr gemeinsam.

Fox: Es war auch schon so bevor SEB in die Band gekommen ist, dass wir gemeinsam an unseren Ideen gearbeitet haben. Deshalb ist die musikalische Entwicklung eine natürliche, die wir gemeinsam durchgemacht haben.

Ben: Außerdem kann man beobachten, dass ihr inzwischen eure Instrumente besser beherrscht als früher.

Fox: Ja, inzwischen können wir spielen. (lacht)

Ben: Arbeitet ihr denn auch schon auf der Tour an neuen Ideen?

Fox: Ich habe ein paar Ideen, die ich hin und wieder mit dem Diktiergerät aufnehme, aber generell arbeiten wir noch nicht an neuen Songs.

Seb: Aber es wird im nächsten Jahr sicher etwas Neues von uns zu hören geben.

Fox: Auf jeden Fall, das muss schon sein.

Seb: Ich denke, dass wir dann Anfang 2011 beginnen werden, konkret an neuem Material zu arbeiten.

Ben: Ihr wart vor dieser Tour ja noch mit ARCH ENEMY unterwegs. Ich kann mir vorstellen, dass die Schnittmenge im Publikum da noch kleiner war.

Seb: Ja, die erste Band auf dieser Tour war eine asiatische Black Metal Band, dann kam noch eine Death-Metal-Combo und dann wir vor ARCH ENEMY. Das war schon komisch, aber es schien den Leuten trotzdem zu gefallen. Zumindest sind sie nicht weggelaufen.

Ben: Vielleicht waren sie ja auch froh, zwischendurch mal ein Riff oder einen Beat zu hören und nicht nur Geknüppel.

Fox: Ja, und eine Melodie...

Ben: Generell ist eure Musik ja sehr Riff-orientiert.

Fox: Und Melodie-orientiert.

Seb: Und Song-orientiert.

Fox: Ja, der Song steht eindeutig im Mittelpunkt. Wir machen eben ehrliche Rockmusik, wo es um die Musik und nicht um die Technik geht.

Ben: Das spiegelt sich ja auch in der Albumproduktion wider.

Fox: Ja, da gibt es keine Amp-Simulationen, keine Trigger, nichts, was wir nicht selber spielen.

Ben: Und live verzichtet ihr auch auf diese vielen kleinen Hilfsmittel, die manche Bands verwenden?

Seb: Ja, eigentlich ist es live, dadurch dass wir ein Trio sind, sehr einfach. Der Tonmensch muss nur alle Regler hoch ziehen, damit es laut wird.

Fox: Man sollte meinen, dass das sehr einfach ist. Trotzdem bin ich froh, dass wir auf dieser Tour unseren eigenen Tonmann dabei haben, der uns sehr gut kennt und auch schon bei ARCH ENEMY mit uns auf Tour war.

Ben: Habt ihr eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, einen zweiten Gitarristen mit an Bord zu holen?

Fox: Ja. manchmal schon. Aber am Ende fragen wir uns doch immer, warum wir das machen sollten. Der Sound funktioniert ja auch live sehr gut zu dritt.

Seb: MOTÖRHEAD sind schließlich auch nur zu dritt.

Ben: Bei denen übernimmt aber teilweise der Bass die Rolle der Rhythmusgitarre.

Seb: Ja, die ganzen Bässe kommen von der Bass-Drum.

Ben: Habt ihr euch die Shows von MOTÖRHEAD denn angesehen?

Fox: Ich glaube ich habe bisher nur eine Show verpasst, sonst habe ich sie mir jeden Abend angesehen.

Ben: Und gibt es für euch da auch Inspiration?

Seb: Alles was man hört beeinflusst einen, aber direkte Inspiration ist das nicht.

Ben: Es wird also auch auf dem nächsten Album keine Reibeisen-Stimme geben?

Fox: (lacht) Nein, das wird vermutlich nicht passieren.

Ben: Ich danke euch, dass ihr euch vor dem Konzert noch die Zeit genommen habt, mit mir zu sprechen. Ich freue mich schon auf eure Show.

Beide: Wir danken dir.

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AUTOR

Ben
Ben:
"GRAND MAGUS - Eine sympathische Band."