CARLOS PERÓN über seine Compilation "11 Deadly Sins"
CARLOS PERÓN, der "Fetischpapst" himself stellt seine größten Erfolge in der erotischen Musik plus bisher unveröffentlichte Bonustracks, erotischen Fotografien und einem Sex Spielzeug als großes Sündenbündel in die Läden und bietet damit ein prima Last Minute Weihnachtsgeschenk für die Weihnachtsfeier der besonderen Art. Grund genug für uns, sich mit dem gebürtigen Schweizer über seine Arbeit, Musik und BDSM im Allgemeinen zu unterhalten, oder? Dazu gibt es auch noch ein erotisches Kochrezept des passionierten Hobbykochs.
Oz: Mit deiner Ende November erschienenden Compilation „11 Deadly Sins“ erhält man neben Deinen elf erfolgreichsten Werken aus dem Bereich der erotischen Musik auch ein umfangreiches Booklet mit Bildern des Fotografen WOLFGANG EICHLER. Wie kam die Zusammenarbeit zustande und nach welchen Kriterien wurden die Bilder ausgewählt?
Carlos Perón: Und natürlich viele unveröffentlichte Bonustracks. Unter www.carlosperon.de kann man sich die Titelliste ansehen. WOLFGANG EICHLER kenne ich ja schon aus der Zeit als ich für PETER W. CZERNICH den Soundtrack zur Fetish-Performance „Terminatrix“ erstellte. Mit WOLFGANG drehte ich sogar ein Video mit der Gruppe AUTOMANIC mit dem Sänger LARS NIEDEREICHHOLZ, heute bekannt als MUNDSTUHL. Nachdem ich WOLFGANG EICHLER bei einem Abendessen über das „11 Deadly Sins“-Konzept in Kenntnis gesetzt hatte, stellte er mir eine riesige Auswahl an hochklassigen fetischorientierten Bildern zur Verfügung, die ich dann und später der Designer der Box aussiebte. Es war ein langwieriger Prozess, der über Monate dauerte.
Oz: Woher stammt die Idee, dem ganzen noch ein kleines Sex Spielzeug quasi als „Sahnehäubchen“ beizufügen?
Carlos Perón: Die Idee ein Give-Away bei zu packen stammt von mir. Die Idee einen Ring-a-buzz beizulegen, stammt von GARY KROSNOFF, meinem A&R Betreuer bei Membran, der einen sehr großen Anteil an der letztendlichen Form dieser Box hat.
Oz: Seit Anfang der Neunziger gibst du der Erotik- bzw. der Fetisch-Szene eine musikalische Untermalung. Wie hat sich die Szene aus deiner Sicht verändert, sowohl zum Positiven als auch zum Negativen?
Carlos Perón: Anfang der 90er war das alles noch viel exklusiver und verschwiegener, oder soll ich sagen, „verbotener“. Die Partys waren aufwendiger und es gab auch so eine Art Aufbruchstimmung. Heutzutage wird an jeder Ecke weltweit eine Fetischparty abgefeiert. Es gibt viele Scharlatane, die versuchen die schnelle Mark zu machen. Die Qualität hat, so denke ich, darunter gelitten. Andererseits fand auch viel Aufklärung statt und die Szene kam so auch mehr an die Öffentlichkeit und meine Musik wird mehr und mehr gespielt.
Oz: Mir kommt es manchmal so vor, als ob es im Moment angesagt ist, Teil der BDSM Szene zu sein, so dass jede oder jeder, der ein Stück Lack Kleidung besitzt und im Bett vielleicht schon mal ein Fesselspielchen betrieben hat, plötzlich überzeugter BDSMler ist ohne sich tiefer mit der Materie zu befassen. Wie siehst du das?
Carlos Perón: Da hast du recht. Es gibt viel Trittbrettfahrer. Es gibt Leute, die kleiden sich unter der Woche wie biedere Bürger, um sich dann am Wochenende in irgendwelche Lack-, Leder-, Gummi- what ever Klamotten zu stürzen, um auf Braut- oder Bräutigam-Schau zu gehen. Ich kannte Leute, die hatten mit BDSM nix am Hut. Plötzlich sind sie DOMs mit Koffer und Gerätschaften. Man sieht ja auch die Entwicklung in den Sexshops ohne SM geht ja gar nichts mehr. Die Frage ist – was kommt als nächstes?
Oz: Worum geht es denn deiner Meinung nach bei Fetischismus oder BDSM? Gibt es so etwas wie einen tieferen Sinn und wie würdest du diese Arten der Erotik und Sexualität jemanden erklären, der damit noch nie in Kontakt gekommen ist?
Carlos Perón: Also, mal angenommen ich lerne ein Girl kennen, wir verlieben uns in einander. Ich weiß Bescheid – sie nicht. Dann ist das ein behutsames ausloten und nach einer gewissen Zeit merkt man, ob man auf der gleichen Linie ist. Dann kann man tiefer gehen. Wenn der erste Rausch des „Kennenlernsexes“ verraucht ist, kann man zum Beispiel einmal ein Rollenspiel vorschlagen, wie etwa: böser Mann sperrt Mädchen mit verbundenen Augen in Schrank ein, kommt später und führt sie in ein unbekanntes Zimmer und dort wird sie nach Art des Meisters bestraft. Hat sie aber genügend Fantasie könnte sie die Rolle spielen und ihre geheimen Machtgelüste ausleben. Das ist alles eine Frage des Know-hows.
Oz: Du bist seit über 30 Jahren Musiker. Hast du immer noch Spaß an der Sache oder wünschst du dir manchmal, doch lieber einen „geregelten“ Job auszuüben?
Carlos Perón: Das ist Spaß ohne Ende. Ich habe ja gerade mein 30-jähriges Solojubiläum begangen. Anfang der 80er war ich CEO in einer Zürcher Ölfirma bis das YELLO-Geschäft in die Gänge kam. Da war dann keine Zeit mehr für einen „geregelten“ Job. Ich fliege quasi von Projekt zu Projekt.
Oz: Du bist ja auch als Produzent für andere Bands sehr erfolgreich. Wo ist der Unterschied in deiner Arbeitsweise, wenn du eigene Sachen schreibst oder dem Sound von andern Künstlern einen „letzen Schliff“ verleihst?
Carlos Perón: Bei meinem eigenen Sachen experimentiere ich viel mehr und natürlich länger und lege es auch mal weg und mache was anderes. Als Produzent muss man da ganz anders arbeiten, man stellt sich auf die Band ein, findet heraus was die Wünsche sind. Ich versuche dann mit meinem Know-how das aufs Band der Band zu bringen. Auch achte ich darauf, dass ich das letzte Wort habe, lasse aber konstruktive Argumente zu.
Oz: Wird es demnächst auch wieder neue Sachen von CARLOS PERÓN als Solokünstler geben?
Carlos Perón: Ja natürlich. Ich habe gerade mein neues Album abgeschlossen – es heißt „Miles Of Perón“ und es ist mein Debüt-Jazz-Album. Weitere Boxen sind in Arbeit wie das Industrial Projekt „King Of Industrial“ und eine umfassende Box mit meinen Rittergeschichten mit dem Schauspieler PETER EHRLICH – die Stimme des Komturs.
Oz: Wenn du mal Freizeit hast, hörst du dann überhaupt noch Musik zur Entspannung und wenn ja was für welche?
Carlos Perón: Beim Kochen höre ich manchmal WDR 4 das Schlagerradio oder DLF, da kommt schon mal der Kriminaltango vom HAZY OSTERWALD SEXTETT und sonstige interessante 50er- und 60er-Sachen. Sonst interessiert mich die Musik von Filme, die mir gefallen. Da erwerbe ich ab und an die entsprechenden CDs, wie zum Beispiel die Musik von „300“. Ich habe eine große OST-Sammlung. Bei längeren Autofahrten lege ich ab und zu MANOWAR oder andere noch härtere Musik ein, to hit the Autobahn.
Oz: Gibt es noch etwas, was du unseren Lesern gerne mitteilen möchtest?
Carlos Perón: Oh, gerne. Die Box ist ein suuuper Weihnachtsgeschenk, da von außergewöhnlichem Geschmack für Madame und Monsieur.
Hier noch ein erotisch angehauchtes Rezept:
Rezept: Gratinierte Austern mit Gorgonzola und Birnentartar
Rezept für zwei Personen
Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten
Zutaten
8 Stück Austern
140 g Gorgonzola mit Mascarpone
160g Birne/Birnen
1 Stück Zitrone
Salz aus der Mühle
Pfeffer weiß gemahlen
Cayennepfeffer
1 Schuss Tabasco
8 g Minze frisch
Zubereitung:
Den Backofen Stufe Grill bei 250 Grad Celsius ½ h vorheizen.
Die Austern öffnen, dann die Austern auf das Backblech legen.
Die Birne schälen, einen Teil der Schale zum dekorieren beiseite legen, die Birne vierteln, Kernhaus entfernen und das Fruchtfleisch in würfeln geschnitten in einer Schüssel bereitstellen. Die Birnenwürfel mit dem Zitronensaft marinieren.
Den Gorgonzola in dünne Scheiben geschnitten auf die Austern legen und die Austern in den Backofen zum gratinieren geben.
Den Birnentartar auf einem Teller anrichten, die Birnenschale und die Minze dekorativ dazu legen, die gratinierten Austern aus dem Backofen nehmen, auf den vorbereiteten Teller setzen und servieren.
Die Austern können Sie noch mit etwas Semmelbrösel bestreuen, den Birnentartar noch zusätzlich mit Honig abschmecken.
Trinken sie zu diesem Gericht eine Flasche Champagner oder einen Chardonnay.





