Das Barther Metal Open Air schafft es, die Gegensätze zu vereinen. Das Festival im hohen Norden ist eine Veranstaltung, die sich richtig familiär anfühlt und im Gegensatz zu den "großen" Open Air-Veranstaltungen der Metalszene kein Stück kommerziell ist. Außerdem gelingt es dem Macher HEIKO aber immer wieder, nicht nur regionale sondern auch national und international erfolgreiche Bands nach Barth zu locken. Grund genug vor dem zwölften Jubiläum einmal bei ihm nachzuhaken.
Ben: HEIKO, das Barther Metal Open Air findet mittlerweile zum zwölften Mal statt. Was waren denn deine Highlights in all den Jahren?
Heiko: Eigentlich war jedes BMOA für sich ein Highlight. Es war schön zu sehen, wie das Festival von Jahr zu Jahr wuchs. Ein besonderes Highlight war für mich der Auftritt von FINNTROLL, denn damit machte das BMOA einen riesigen Satz nach vorne. Auch das zehnte BMOA war ein Highlight für sich, weil es nicht nur ein Jubiläum war sondern wir auch den tausendsten Besucher begrüßen durften.
Ben: Und worauf freust du dich besonders in diesem Jahr?
Heiko: Ich freue mich auf HELRUNAR. Ansonsten freue ich mich darauf viele Bekannte wieder zu sehen und hoffentlich trotz Stress eine Menge Spaß zu haben.
Ben: In zwölf Jahren ist sicher auch einiges schief gelaufen, warst du auch manchmal so weit, alles hinschmeißen zu wollen?
Heiko: Ja, ziemlich oft sogar. Mal war es die Stadt, die mir Knüppel zwischen die Beine warf. Ein anderes Mal waren es einzelne Festivalbesucher, die meinten, dass man sich auf einem Metal Open Air benehmen muss wie ein Schwein. Mal waren es Anwohner, die "rumgedooft" haben. Aber irgendwie ist der Spaßfaktor doch so groß, dass man trotzdem weitermacht. Es ist schon Klasse was aus einer Kneipenidee wurde.
Ben: Früher hast du die Organisation rund um das Festival weitestgehend alleine gestemmt. Ist das immer noch so bzw. wie groß ist inzwischen das Team, das das BMOA veranstaltet?
Heiko: Na ja alle Vorausplanungen, Kalkulationen und Verhandlungen mache ich immer noch alleine. Auch alles, was mit den Finanzen zu tun hat. Ich finanziere das Ganze ja auch alleine und trage alleine das finanzielle Risiko. Also behalte ich diese Planungen auch für mich. Aber ohne Hilfe könnte ich das Ganze trotzdem nicht machen. Besonders beim BMOA direkt bekomme ich viel Hilfe. Zum Beispiel von meiner Frau, meinen Freunden und meiner Wikingersippe. Da gibt es viele helfende Hände, ohne die das BMOA gar nicht möglich wäre. An dieser Stelle mal ein Dankeschön an all diese fleißigen, meist unscheinbaren aber trotzdem wichtigen Helfer. Seit diesem Jahr habe ich außerdem für die ganze Pressearbeit den Daniel gewinnen können. Das nimmt mir eine Menge Arbeit und Stress ab.
Ben: Du bist ja auch in eurem Forum aktiv und gehst auch auf Fan-Wünsche ein, wie wichtig ist dir der direkte Kontakt zu den Fans des Festivals?
Heiko: Es klingt wahrscheinlich ausgelutscht, aber das BMOA wird von mir für die Fans gemacht. Sie stehen im Mittelpunkt. Insofern ist der persönliche Kontakt sehr wichtig. Sicher kann man es nicht jedem recht machen. Aber man kann es zumindest versuchen.
Ben: Du trittst auch mit deiner eigenen Band regelmäßig auf dem BMOA auf, wird dir diese Doppelbelastung nicht manchmal zu viel?
Heiko: Nö, das geht schon. Ich finde es toll auf der Freilichtbühne zu stehen. Und dass unsere Mucke auch noch recht gut ankommt, finde ich richtig klasse. Diese 45 Minuten am ersten Festivaltag sind schon toll.
Ben: Könntest du dir vorstellen, dass das BMOA weit über seine jetzigen Grenzen wächst? Gibt es irgendwo einen Punkt, an dem du organisatorisch die Grenze ziehen würdest?
Heiko: Ja, ich denke bei 1.500 Besuchern würde ich bremsen. Da wäre die Kapazität des Zeltplatzes und der gesamten Location erreicht. Und umziehen möchte ich nicht. Die Location ist einfach so genial. Auf einem Acker gibt es schon so viele Festivals. Aber auf einer Amphitheaterbühne? Außerdem ist mir der familiäre Charakter wichtig. Davon lebt das BMOA. Das ist das, was die Fans mögen. Warum sollte man das kaputt machen, nur um noch mehr Leute zu ziehen? Und solange die Stadt Barth mich lässt, geht's weiter.
Ben: Ihr habt immer eine gesunde Mischung aus bekannteren Namen und Newcomer-Bands im Billing, was müssen Newcomer-Bands tun, um bei euch spielen zu können?
Heiko: Ganz einfach, sie müssen sich nur bewerben. Mehr eigentlich nicht. Das ganze aber sehr frühzeitig nach dem BMOA schon fürs nächste Jahr. Es gibt eine Menge Anfragen.
Ben: Jetzt bleibt mir nur noch, dir für das zwölfte BMOA viel Erfolg und ein volles Haus zu wünschen und dir die letzten Worte an unsere Leser zu überlassen.
Heiko: Ja, danke für euren Support. Und an alle Leser: Ich hoffe wir sehen uns beim zwölften BMOA. Ihr werdet es lieben oder hassen.





