Machine Girl
An der Genrebezeichnung „Japanischer Schulmädchen-Splatter“ gibt es nichts, was einen davon abhalten würde, einen Film zu sehen. Mit dieser Begründung landet dann auch das Rezensionsexemplar der DVD „Machine Girl“ des japanischen Regisseurs NOBORU IGUCHI in meinem Player. Natürlich hängt so eine Genrebezeichnung auch die Erwartungen, was Handlung und Plausibilität des Filmes angeht, nicht allzu hoch - man weiß ja, worauf man sich einlässt.
Die durch die kultige Genrebezeichnung und den Untertiel „A Girl, A Machine Gun, A Revenge“ geweckten Erwartungen kann „Machine Girl“ dann auch voll erfüllen.
Doch fangen wir zunächst mit der Story an. Ami (MINASE YASHIRO) ist ein ganz normales Schulmädchen, sportlich und bei ihren Mitschülerinnen beliebt. Sie lebt mit ihrem Bruder als Vollwaise in einer Wohnung, da ihre Eltern sich umgebracht haben, nachdem ihnen fälschlicherweise ein Mord angehängt wurde. Ihr Bruder Yu (RYOSUKE KAWAMURA) steckt jedoch in Schwierigkeiten und schuldet dem Sohn des örtlichen Yakuza Geld. Als er nicht bezahlen kann, bringt dieser ihn und seinen Freund um.
Ami schwört Rache und findet auf einigen Umwegen Hilfe von den Eltern des ermordeten Freundes ihres Bruders. Diese unterstützen und trainieren sie für ihren Rachefeldzug und bauen ihr für den Arm, den ihr die Yakuza bei dem ersten Versuch, ihren Bruder zu rächen, abgetrennt haben, eine Prothese in Form einer Maschinenpistole.
Die Yakuza waren in Zwischenzeit aber auch nicht untätig und haben zusammen mit anderen Familien, deren Söhne an der Ermordung von Yu beteiligt waren, eine Kampftruppe zusammengestellt, die sich Ami im großen Showdown entgegen stellt.
Wie gesagt, Plausibilität oder eine philosophisch und psychologisch stringente Handlung liefert „Machine Girl“ nicht, doch das ist auch gar nicht der Anspruch des Films. Stattdessen wird wie erwartet auf viel Blut und spaßig-schräge Ideen gesetzt. So hat eine der Gegnerinnen einen metallenen BH, dessen Spitzen Klingen enthalten, die rotieren und ihn zu einem schmerzhaften "Vergnügen" machen. Auch die Maschinenpistolen-Prothese von Ami sorgt immer wieder für unterhaltsame Momente.
Zusammengefasst könnte man einfach sagen „eine kurzweilige, humorige Unterhaltung“. Die Machart von „Machine Girl“ stimmt damit auch voll überein. Schockeffekte, realistische Kampfszenen oder echt wirkende Ekel- oder Gruselszenen sucht man hier vergeblich. Stattdessen erinnern die Effekte im Film auch gerne mal an ein Ego-Shooter Computerspiel und animierte Szenen. Computerisierte Effekte sind so übertrieben, dass es nicht einmal mehr Sinn ergäbe, zu versuchen, sie zu vertuschen. Lieber setzt NOBURU IGUCHI da auf schnelle, blutige Szenen, die mit kleinen Gags und Spielereien gespickt sind.
Insgesamt macht das „Machine Girl“ zu einem stimmigen, enorm kurzweiligen Film, der seine acht Punkte voll verdient hat. Eine Warnung sei allen Interessenten aber mit auf den Weg gegeben: Da das Rezensionsexemplar der DVD nur die japanische Version des Films mit deutschen Untertiteln enthielt, kann ich nicht beurteilen, wie gut die Synchronisierung gemacht ist. Da die Dialoge hier aber sowieso nicht von essenzieller Bedeutung sind, tut das dem Spaß sicher so oder so keinen Abbruch.





