Die Reise Des Chinesischen Trommlers
Sid (JAYCEE CHAN) ist ein junger Schlagzeuger und Sohn des Hongkonger Gangsters Kwan (TONY LEUNG KA FAI). Er beginnt eine Affäre mit der Konkubine Stephen Mas (KENNETH TSANG), einem berüchtigten Kollegen seines Vaters und wird erwischt. Als Stephen Ma zwar Sids Leben verschont, als Rache aber seine Hände einfordert, schickt Kwan ihn in ein Versteck nach Taiwan. Zunächst nur aus Langeweile schließt Sid sich einer Gruppe Zen-Trommler an, die in einem abgelegenen Dorf leben und neben dem Trommeln auch andere Meditationsarten des Zen-Buddhismus praktizieren. Sid entwickelt sich innerhalb der Gemeinschaft und begreift nach und nach den Sinn des Trommelns, der sich von seiner bisherigen Schlagzeugerkarriere völlig unterscheidet. Als die Trommler auf eine Tournee gehen, muss sich Sid wieder seinem alten Leben in Hongkong stellen.
Regisseur KENNETH BI ist eine spannende Mischung aus Thriller und dokumentarisch anmutendem Film gelungen, der einen erstaunlichen Gegensatz zwischen der lauten, bunten und gefährlichen Unterwelt Hongkongs und dem meditativen und harmonischen Alltag unter den Trommlern zeichnet. Die Gruppe U-THEATER stellt sich in dem Film selbst dar, was den Zen-Trommlern eine beeindruckende Authentizität verleiht. Dabei wird der Zuschauer, selbst wenn er keine Affinität zur Esoterik oder fernöstlichen Philosophie hat, in jedem Fall von den Rhythmen und der Atmosphäre mitgerissen.
Die etwas märchenhaft-verwobene Familienstory, die genau im richtigen Tempo aufgedeckt wird, sowie die spannenden, bunten Bilder der Mega-Metropole Hongkong machen auch diesen Plot des Films interessant und offenbaren sehenswerte Unterschiede zum europäischen und amerikanischem Kino.
JAYCEE CHAN wird in China nicht umsonst hoch gelobt. Der Sohn der Legende JACKIE CHAN spielt sowohl den wilden Punkrocker als auch den geläuterten Gutmenschen hervorragend und stellt dessen Entwicklungsprozess glaubhaft dar. Doch auch Kwan und Sids Schwester (JOSIE HO) sind spannnde, tragische und in sich schlüssige Charaktere.
Dass der chinesische Stil manchmal wenig subtil ist stört dabei nicht besonders. Schade ist, dass KENNETH BI das Ende der Geschichte zunächst etwas flach und dann gar etwas absurd gestaltet hat. Hier hätten ein paar Minuten Kürzung nicht geschadet.
Insgesamt aber ein absolut sehenswerter Film über die Selbstfindung eines jungen Mannes, der fast ohne Kitsch und Schnulz auskommt und interessante Einblicke in eine völlig andere Kultur offenbart.





