AIDEN, SIGN
Nach dem Interview mit Frontmann WILLIAM CONTROL zu seinem Solo-Album wollten wir uns natürlich auch das Konzert seiner Hauptband AIDEN im Berliner Knaack Club nicht entgehen lassen.
Doch davor blieb nach dem Interview noch einige Zeit, um das anwesende Publikum zu mustern. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich noch nie auf einem Konzert mit so einem jungen Publikum mit so einem hohen weiblichen Anteil gewesen bin. Neben einigen Klischee-Emos tummelten sich die jungen Damen schon überraschend früh vor der Bühne, die Minderjährigen lustigerweise mit einem Kreuz auf der Hand markiert.
Als es dann mit der Live-Musik losging, mussten wir erst den Support SIGN aus Island über uns ergehen lassen. Eigentlich war die stampfende punkig angehauchte Rock-Musik der jungen Band ja nicht zu verachten, ich habe allerdings selbst vor geringem Publikum auch schon enthusiastischere Shows gesehen. Auch der Coversong “Run To The Hills” war dem Publikum, dem eigenen Stil und vor allem auch dem eigenen Können nicht unbedingt angemessen. Den wenigsten Anwesenden dürften IRON MAIDEN überhaupt ein Begriff gewesen sein und wenn, dann nur als Relikt aus den Zeiten der Väter und Großväter.
Wesentlich besser lagen AIDEN da mit der Auswahl ihres Coversongs. “Die Die My Darling” vom 1999er Album “Famous Monsters” der MISFITS gaben AIDEN zum besten und dieser Coversong passte sowohl stilistisch hervorragend zur Band als auch zur Stimme von WILLIAM CONTROL, der auf der Bühne wirklich alles gab und unermüdlich sprang, rannte und sein Mikrofon durch die Gegend schleuderte. Auch Gitarrist ANGEL IBARRA und Bassist NICK WIGGINS zeigten 100% Leistung und wirbelten über die Bühne. Nach der doch etwas lahmen Show von SIGN lieferten AIDEN das perfekte Kontrastprogramm und brachten mit ihrer energiegeladenen Show das gesamte Publikum zum Tanzen und Singen. Zuträglich waren da natürlich auch die deutlich schnelleren Songs und die Routine, die AIDEN inzwischen haben und auch voll ausspielten.
Die Fans hatten auf jeden Fall sichtlich Spaß und feierten gerne mit der Band um WILLIAM CONTROL, der die positiven Reaktionen aus dem Publikum sichtlich genoss.
Es bleibt nach dem Abend aber trotzdem die Frage, warum zwei auswärtige Bands sich nicht lieber eine lokale Band mit ins Boot nehmen, die vielleicht auch ein paar Fans mitbringen kann. Denn gerade in Berlin ist es unter der Woche nicht unbedingt einfach, einen Club zu füllen. Eintrittspreise von 18 Euro und T-Shirt Preise von zunächst 20 Euro, die im Laufe des Konzerts noch auf 15 Euro reduziert wurden, wirken sicher auch nicht gerade umsatzsteigernd. Da kann sich der Merchandiser noch so sehr ins Zeug legen und Restbestände verschenken.





