DEADSTAR ASSEMBLY: Coat Of Arms
Das Wappen; jedes Land auf der Welt hat eines, ja sogar jedes Bundesland, Gemeinden, Adelshäuser und inzwischen können sich auch Privatleute ein Wappen zulegen. Ins Englische übersetzt heißt Wappen "Coat Of Arms" und genauso heißt das neue Aushängeschild der Gothic Metaller von DEADSTAR ASSEMBLY.
Gegründet wurde die Band bereits 2001, die hierzulande auch ganz gerne mal mit den DEATHSTARS verglichen wird. Kein Wunder, ähneln sich doch beide Bands sehr auffällig in Style und Sound.
Der Opener „Coat Of Arms“ ist dann auch gleich der Titeltrack, dabei jedoch kein richtiger Song, sondern nur ein sehr electro-lastiges Intro mit einem melancholischen Piano und einem bittersüßen Gitarrensolo. Nach dem Intro schüttelt „Arm And A Leg“ allerdings jegliche Traurigkeit mit einem fetzigen und fast Hardrock-Riff ab. Die Strophen sind schnell und hart, die Gitarren wuchtig wie eine Totenkopf-Ramme und die Keyboards verpassen dem Sound noch eine kleine Note Death Metal. „F.Y.G.“ beginnt auch wieder sehr electro-lastig, was sich aber nach sehr kurzer Zeit auch schon wieder löst. Dafür sorgen treibende Drums und sägende E-Gitarren. Leider klingt das Stück mit dem hektischen Beat und herausgebrüllten Vocals sehr typisch nach dem, was man seit den späten 1990ern von jeder zweiten US-Metalband gewöhnt ist. Das ist a) nichts Neues und b) alles Andere als gut.
Typische Waveklänge markieren auch den Anfang von „The Darkest Star“; bis zumindest die dumpfen E-Gitarren den Hörer wieder aufwecken. Zwar stört auch hier ein wenig der typische Amigesang mit seiner prolligen Art, aber dafür macht der Song mit seinen übercoolen Gothic-Metalriffs, der eiskalten Atmosphäre und dem eingängigen Chorus Nichts verkehrt. „Shadows“ geht zwar die Sache schon wieder ein wenig schneller an, lässt aber abermals die Coolness nicht vermissen. Eigentlich ist der Song gar nicht so schlecht, kommt jedoch über den Status des Lückenfüllers nicht hinaus. Verantwortlich dafür sind die berechenbaren Tempowechsel und abermals der typisch amerikanische Hau-Einfach-Drauf-Touch.
„We Fade Forever“ ist der erste Song, der sich nach angenehmem Gothic Metal der ruhigeren Sorte anhört. Die E-Gitarren wirken hier weniger hart, der Bass drückt weniger und passend dazu spielen DEADSTAR ASSEMBLY ein schlichtes, fast hymnisches Riff. Aber dadurch, dass Sänger DEARBORN bei diesem Song nun auf einen klaren Gesang zurückgreift, schwingt auch eine spürbare Emo-Note mit.
Mit „Already Dead“ steigern DEADSTAR ASSEMBLY das Tempo nicht, ziehen hier dafür sehr viel düstere Seiten auf und bewegen sich schon fast in Richtung Doom. Schon nach den ersten Sekunden von „Blood Bags“ freut man sich über das gnadenlose fiese Gitarrenriff, das zu einer schnelleren und vor Coolness triefenden Metal-Nummer gehört. Das ist alleine schon dadurch bewiesen, dass hier im Gegensatz zu den anderen Stücken auf "Coat Of Arms" kein planloses Electro-Intro und Outro zu hören sind. Darüber hinaus machen die fetten Gitarren hier echt Laune und der Song besitzt einen Chorus, der gleich beim ersten Hören im Ohr hängen bleibt.
In Form von „Breathe For Me“ überraschen die Jungs von DEADSTAR ASSEMBLY mit einer schwermütigen Ballade, die durch den klaren Gesang abermals ein wenig in die Emo-Szene schielt. Das Stück ist zwar wirklich schön anzuhören, aber auch gleichzeitig eine Riesen-Verarschung, denn der Song wurde bereits 2005 als Single inklusive Videoclip veröffentlicht. Nur hatte man damals keinen so richtigen Erfolg. Wahrscheinlich dachte man deswegen, man könne den Song ruhig auf das Album drauf packen, ohne dass jemand darauf aufmerksam wird. Zudem wurde das Lied nur minimal verändert, so dass die Ballade nun großteils von harten E-Gitarren begleitet wird.
Von der recycelten Ballade gehen wir nun lieber schnell über zu „Rise Again“ – definitiv ein neuer Song und auch noch eine schnelle, melodiöse Gothic Rock-Nummer dazu.
„In Secrecy“ unterscheidet sich vom Feeling her nur gering von den vorangegangenen Songs. Nur ist „In Secrecy“ leicht stampfend und besitzt trotz leichten Emoflairs eine nette Hookline und eingängigen Chorus. Zum Abschluss dröhnt mit „Curtains“ doch wieder ein fett-fieser Industrial-Kracher aus den Boxen, der "Coat Of Arms" mit gehämmerten Drums und derben Gitarren ein würdiges Ende bereitet.
Beim ersten Hinhören hat "Coat Of Arms" noch ein einheitliches Klangbild, aber das täuscht. In der ersten Hälfte sind die E-Gitarren von DREGGS noch sehr dröge und ziemlich tief, weswegen sich derber und wuchtiger Gitarrensound ergibt, der durch den Bass THE DRO noch um ein Vielfaches verstärkt wirkt. Das Schlagzeug von KRIZ D.K.ist hier auch noch auffällig klar, jedoch auch recht hart gespielt. Sänger DEARBORN singt hier noch kehlig und mehr mit Gewalt. Zusammen ergibt sich so fast ein schwerer und brachialer Death bzw. Doom-Metal-Sound. Ab „We Fade Forever“ jedoch ändert sich der Sound. Taktisch raffiniert nehmen DEADSTAR ASSEMBLY dem Klangbild ein wenig der Wucht. Das heißt, die E-Gitarren klingen nun mehr grell als tief und der Bass drückt weit weniger, während Sänger DEARBORN nun von aggressiv-kehligem Gebrüll hin zu klarem Gesang wechselt. Hörte man also in der ersten Hälfte noch fetten Gothic-Metal-Sound, geht "Coat Of Arms" später fließend in Gothic Rock der härteren Art über. Der Einzige, der davon nicht betroffen ist, ist Keyboarder MUBO, dessen elektronische Klänge in jedem einzelnen Song sehr präsent zu hören sind.
Fazit: Dass man hierzulande DEADSTAR ASSEMBLY wieder mit den DEATHSTARS vergleichen wird, daran wird wohl auch dieses Mal kein Weg daran vorbei führen. "Coat Of Arms" ist jedoch, bis auf wenige Schwächen, ein abwechslungsreicher Longplayer zwischen Gothic Metal und Gothic Rock. Die seichten Emo-Anleihen kann man bei dem wuchtig-derben Sound getrost verschmerzen und Fans von harten Klängen der düsteren Sorte kommen hier durchaus auf ihre Kosten. Durch inhaltliche Abwechslung und Entwicklung sind hier acht von zehn Punkten drin, die sich DEADSTAR ASSEMBLY zu Recht verdient haben.
Arm And A Leg
The Darkest Star
Blood Bags
Rise Again



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