AIRBOURNE, TAKING DAWN
Es gibt Abende, an denen stimmt einfach alles. Und die Erfahrung zeigt, dass Abende, an denen AIRBOURNE aus Australien sich in der Stadt einfinden, um dem trink- und feierwütigen Publikum mit ihrem "Aussie Pub Rock" kräftig in den Allerwertesten zu treten, üblicherweise zu diesen Abenden gehören. So war es auch nicht verwunderlich, dass das Berliner Huxley's bis auf den letzten Platz gefüllt war, als es die sympathische Band hierher verschlug.
Doch beginnen wir von vorne, denn bevor AIRBOURNE die Bühne enterten gaben noch TAKING DAWN ihr Stelldichein. Während deren Debütalbum "Time To Burn" von verschiedenen Rezensenten aufgrund fehlender Ecken und Kanten und einer zu sehr auf Pop gebürsteten Produktion kritisiert wurde, konnte die Band live voll überzeugen. Auf der Bühne schaffte es das Quartett aus Las Vegas nämlich, den Mitgröhl-, Ohrwurm und Partycharakter ihrer Songs perfekt hervor zu heben und schafften es so, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Dafür ernteten sie dann auch deutlich Zuspruch vom Publikum und bekamen Reaktionen, die sich manch ein Headliner sicher gewünscht hätte.
Diesen perfekten Einstieg in den Konzertabend zu toppen ist sicher keine einfache Aufgabe, aber wer AIRBOURNE einmal live gesehen hat, der weiß, dass sie ein Garant dafür sind, genau solche Aufgaben perfekt zu meistern. Obwohl die Band im Prinzip seit zwei Jahren beinahe ohne Unterbrechung auf Achse ist, schaffen AIRBOURNE das schier unmögliche und lassen jede Show frisch und authentisch erscheinen. Von der ersten Minute an gab die Band Vollgas und hatte sichtlich Spaß am Konzert. Der Funke sprang natürlich sofort auf das Publikum über, das sich über weite Passagen des Konzerts sowohl bei den alten als auch bei den neuen Nummern überraschend textsicher zeigte.
Doch ein AIRBOURNE-Konzert spielt sich nicht ausschließlich auf der Bühne ab und so ließ sich Sänger und Gitarrist JOEL O'KEEFFE während des Solos von "Girls In Black" zu einer Reise durch das Publikum hinreißen. Von der Bühne ging es über die Theke in den hinteren Bereich des Raumes, wo sich Emporen befinden. Den Zuschauern auf den Emporen wurde natürlich auch noch ein Besuch abgestattet bevor es auf ein Siderack am Mischpult ging und von dort aus über die zweite Theke in der Halle zurück auf die Bühne. Das ist auf jeden Fall eine sehr interessante und kurzweilige Art, Publikumsnähe zu demonstrieren. Die Songauswahl war bei dieser Show eigentlich ja schon im Vorfeld klar. Es gab eigentlich keine Zweifel, dass AIRBOURNE sowohl ihr Erstlingswerk "Running Wild" als auch das aktuelle Album "No Guts No Glory" nahezu komplett spielen würden. Diese Vorhersage trat natürlich auch so ein und so zelebrierten AIRBOURNE insgesamt anderthalb Stunden feinsten Rock'n'Roll der Extraklasse und man könnte beinahe behaupten, dass sich andere Bands des Genres verdammt warm anziehen müssen, wenn sie mit den Leistungen der Australier mithalten möchten.
AIRBOURNE sind, das haben sie im Huxley's in Berlin bewiesen, eine der besten Live-Bands, die es derzeit gibt.





