Waffenschwestern
Die thailändische Filmindustrie hat doch einiges zu bieten. Angefangen bei heftigen Horrorstreifen, über blutige Splatterfilme, bis hin zu schon fast anmutig angehauchten Filmen.
Aber was hat denn hier „LEO“ KITTIKORN LIASIRIKUN produziert?
Hat er vergessen den Damen am Set zu sagen, dass es nicht ausreicht schön auszusehen und in entsprechender Pose seinen Text aufzusagen, sondern, dass fließende Bewegungen auch dazu gehören?
Um was geht es eigentlich?
Folgendes Szenario wird in „Waffenschwestern“ dargestellt: Wir schreiben das Jahr 2007. Die Population der männlichen menschlichen Wesen ist extrem gesunken. Es herrscht ein ungleiches Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Auf zwei Frauen kommt im Schnitt ein einziger Mann. Klar, dass hier Streitereien auf der Tagesordnung stehen.
Im Hauptblickpunkt stehen drei Handlungsstränge, wobei sich allerdings der Kampf zwischen Ehefrauen und Geliebten am meisten in den Vordergrund drängt und somit die anderen beiden hier nicht nennenswert sind.
An diesen beiden Fronten haben sich Organisationen gebildet. Zum einen die „First Class Wife International“ (kurz FCWI) und die „Economy Wives International“ (kurz EMWI).
Die Ehefrauen aus der FCWI erklärten nun den Geliebten der EMWI den Krieg, um ihre Ehemänner. Dabei ist ihnen jedes Mittel Recht, um ihre Macht zu demonstrieren. Wenn es verbal nicht mehr geht, kommen eben die Waffen zum Einsatz und dann darf ruhig etwas Blut fließen.
Zimperlich ist hier keine der Damen, das Wort „zögern“ scheint nicht zu existieren. Mord und Totschlag sind also seitdem an der Tagesordnung und ein Ende nicht in Sicht. Männer sieht man hierbei allerdings sehr wenige, was fast den Eindruck erweckt, als seien sie bereits fast ausgestorben.
Das klingt jetzt alles etwas komisch?
Ist es auch und so absurd, dass es schon wieder fast amüsant ist. In knappen 78 Minuten bekommt man eine Menge hübscher, schlanker, thailändischer Frauen zusehen, die in seltsam anmutenden Kampfszenen ihre Körper verbiegen.
Denn leider wirken diese Szenen wie schlecht einstudierte Choreographien, die einen Touch „Matrix“ haben sollten, jedoch zu verkrampft und langsam sind.
Des Weiteren gibt es Momente, in denen sich Dialoge endlos ziehen und man am liebsten vorspulen möchte. In solchen Augenblicken werden die Frauen aus jeder erdenklichen Kameraposition inszeniert.
Warum hat man dass denn nicht auch bei den „Kampfszenen“ gemacht und gleichzeitig auf Schnelligkeit gesetzt?
Ein weiteres Manko ist die Musik. Teilweise wirkt sie wie aus „Kill Bill“, teilweise wie aus einem "James Bond" Film. So ergeben sich manchmal amüsante Szenen, zum Beispiel. wenn eine der Frauen aus einem Clan, in der Zeitung am offenen Fenster einen Beitrag über ihre Feinde liest, wutentbrannt diese in der Luft zerpflückt und gleichzeitig eine Bond-Melodie läuft. Sie ist also nicht nur deplatziert, sondern es wurde einfach die Falsche gewählt.
Die Idee zwei verfeindete Frauen-Clans aufeinander zu hetzen ist nicht schlecht, auch mit der Verknüpfung des Aspekts, dass es kaum noch Männer auf der Welt gibt. Aber muss man denn so sehr auf sexy Frauen fixiert sein? Kann man nicht auf mehr Tempo, mehr Gefahr, mehr Überraschungseffekte setzen und trotzdem hübsche Frauen zeigen?
Da hat KITTIKORN LIASIRIKUN des Öfteren verpasst, derartiges Einzusetzen.
Vielleicht wäre dann auch ein besserer Film daraus geworden, der länger als 78 Minuten dauert und diesen auch gerecht wird. Denn hätte man die sich zäh ziehenden Szenen gekürzt, wäre sicher nur ein Film, mit einer Dauer von maximal einer Stunde heraus gekommen.
Man kann also sagen: Nicht alle Filme, die aus Thailand kommen, sind ihre Investition wert! Wer gerne viele Frauen aus diesem Land sehen möchte, ist hier richtig. Wer dazu auch noch eine gut ausgeführte Story haben möchte, ist hier leider fehl am Platz.






