UNHEILIG: Grosse Freiheit
DER GRAF lädt ein, zu einer Reise über die Weiten des Meeres, auf der Suche nach einem Selbst. „Grosse Freiheit“ heißt das neuste Werk von UNHEILIG, das im Februar dieses Jahres erschien. Der Titel sagt schon alles aus über das Thema des Albums, denn wie schon bei früheren Werken handelt es sich wieder um ein Konzeptalbum, dieses Mal mit dem Thema Meer. In vierzehn abwechslungsreichen Stücken wird sich dem Thema eingehend gewidmet.
Den Anfang der Reise macht der harmonische und getragene Opener „Das Meer“. Nach einem kurzen Intro mit Schifferklavier und französischem Gesang, der begleitet wird von Meeresrauschen und dem Nebelhorn eines Ozeandampfers, begrüßt DER GRAF mit seiner markanten Stimme den Zuhörer und lädt ihn ein, auf die Reise über das Meer.
Der zweite Titel „Seenot“ packt vom ersten Ton an fest zu und vermittelt mit einer Mischung aus harten Gitarrenriffs und einem sehr melodischen Refrain das Gefühl in Seenot zu sein. Die dunkle und teils sehr harte Stimme des GRAFen im Zusammenspiel mit den harten Gitarrenriffs und der schmetternden Basedrum in diesem Lied, veranlasste nicht wenige Stimmen einen Vergleich von UNHEILIG mit RAMMSTEIN zu ziehen.
Der dritte Titel des Albums bekommt nach einem kurzen seichten Intro eine Menge Tempo und wird ganz sicher mit seiner mitreißenden Melodie ein Kracher auf der kommenden Konzerttour werden. Es folgt die erfolgreiche Ballade und Singleauskopplung „Geboren Um Zu Leben“, mit der UNHEILIG schon im Vorfeld des Albums den Sprung in die Top drei der deutschen Singlecharts geschafft haben. Einfühlsam und mit der Unterstützung eines Kinderchors wird der Titel zum Besten gegeben.
Mit einem Knall geht es in die nächste Runde. Harte Gitarren und schmetternde Bässe reißen die Aufmerksamkeit sofort an sich und wie schon zuvor bei „Seenot“ werden einem die Verzweiflung und Angst in die Ohren geprügelt. „Halt mich“ ist die zweite Ballade auf dem Album. Nur leider kann der Titel nicht wirklich überzeugen, etwas zu seicht versucht DER GRAF den Hilferuf eines Ertrinkenden zu thematisieren.
Mit Hammerschlägen auf einen Amboss wird das technoide Stück „Unter Feuer“ eingeleitet: ein schneller und treibender Rhythmus mit elektronischer Synthesizer Unterstützung. Der Namensgeber des Albums „Grosse Freiheit“ ist wieder eine Ballade, die stark an „Geboren Um Zu Leben“ erinnert und damit leider nichts Neues präsentiert.
„Ich Gehöre Mir“ bringt wieder Geschwindigkeit in die Reise auf der stürmischen See. Als zehnter Titel wird „schon“ wieder eine Ballade präsentiert. „Heimatstern“ tröpfelt einfach nur vor sich hin und schafft es leider nicht irgendwelche Emotionen zu wecken. Eine sehr präsente Akustikgitarre, die hin und wieder einsetzt, stört das Bild des Stückes mehr noch, als dass sie es ergänzt.
Eingeleitet von Trompeten, wie zu Zeiten der alten Kaiser Roms, wird „Sternbild“. In guter alter UNHEILIG-Manier, mit stampfendem Beat, melodischem Gesang und einer perfekten Harmonie aus Rockigem mit elektronischen Einschlägen, kann das Stück auf ganzer Linie überzeugen. „Unter Deiner Flagge“ ist eine massenkompatible, leicht rockige Ballade, die leider wie einige zuvor nicht richtig überzeugen kann.
Aber nicht verzagen, denn der vorletzte Track „Fernweh“ führt genauso, wie „Sternbild“ das geliebte und bereits erwähnt UNHEILIG-Erbe weiter: ein melodischer und packender mittelschneller Rocktitel mit eingehendem Gesang.
Den Abschluss von „Große Freiheit“ macht der packende Titel „Neuland“. Treibende Bässe und eine mitreißende Melodie kennzeichnen das Stück, genauso wie die präsente Stimme des GRAFen.
Alles in allem ist „Große Freiheit“ ein eher durchschnittliches Album in der langen Tradition von UNHEILIG. Der andauernde Wechsel zwischen mitunter sehr faden Balladen und schnellen Rocktiteln beansprucht die Nerven und lässt den Gefühlen keine Zeit zur Entfaltung. Frühere Werke wie „Astronaut“, „Freiheit“ oder „Goldene Zeiten“ haben fester zugepackt und die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie hatten mehr Pepp und trugen den eindeutigen Fingerabdruck des GRAFen. Dies fehlt leider etwas auf dem neusten Album.
Neben der hier beschrieben Edition ist noch eine Limited Edition erhältlich, die in einem Digipack daherkommt und die beiden Titel „Schenk Mir Ein Wunder“ und „ Auf Kurs“ beinhaltet.
Sternbild
Fernweh





