PRIESTESS: Prior To The Fire
PRIESTESS – das sind die drei kanadischen Jungs MIKEY, MIKE, VINCE und DAN. Ihres Zeichens Stoner-Rocker mit Leib und Seele. Gegründet wurde die Band bereits 2003 und mit ihrem Debüt "Hello Master" von 2006 gelang es ihnen die Szene mit ihrem krachigen Die-Hard-Rocksound gehörig aufzumischen. Sogar Größen wie BLACK LABEL SOCIETY und MEGADETH wurden so auf PRIESTESS aufmerksam und verpflichteten sie als Support-Band bei ihren jeweiligen Tourneen: BLACK LABEL SOCIETY in Nord-Amerika und MEGADETH in Europa, weswegen die Jungs auch hierzulande kein unbeschriebenes Blatt sind. Trotzdem sollten fast vier Jahre vergehen, bis sich PRIESTESS mit ihrem zweiten Album "Prior To The Fire" laut und lässig zurückmelden.
Mit sägenden E-Gitarren und hektischen Drums startet „Lady Killer“ in die bunte Runde aus elf Songs. Die anfängliche Hektik wechselt nach einiger Zeit zu einem klassischen Heavy-Metal-Riff mit angenehmem Tempo. In den Strophen allerdings wirkt das Stück leider recht monoton und nervig. Doch schon mit dem zweiten Track lassen PRIESTESS die goldene Ära des Heavy Metal wieder aufleben und lassen mit „Raccon Eyes“ einen erstklassigen NWoBHM-Kracher von der Leine: schnell, hart und mit der eingängigen Mischung aus gepflegtem Lärm und Melodie.
„The Firebird“ ist zu Anfang ein schneller, harter Song, was sich aber dann mit wütenden und hämmernden Strophen abwechselt. Hektisches Schlagzeug und ein verspieltes Riff erwartet den Hörer bei „Murphy`s Law“. Der gehört aber mehr in die Grunge-Schiene und verbreitet darum auch eher eine gelangweilte Atmosphäre. „The Gem“, führt dieses Schema zunächst konsequent weiter, entwickelt sich aber zu einer gut gelungenen, schnellen Mitgröl-Nummer. Und schon wieder überraschen die Kanadier mit einer neuen Richtung, denn mit „Communicating Via-Eyes“ beweisen sie sehr eindrucksvoll, dass sie auch irischen Folk beherrschen, was aber nur ein kurzes Intermezzo darstellt, weil der Song ab der Mitte wieder ein derbes Stück harten Rocks ist. Mit „Lunar“ folgt dann ein geradliniger, recht flotter Rocksong mit sehr dominierenden Schlagzeug-Partien.
„It Baffels The Mind“ beginnt dem Titel gemäß mit ziemlich psychedelischen Gitarrentönen, die aber in einer deprimierenden und trägen Grunge-Nummer enden. Zur Abwechslung dröhnt mit „Sideways Attack“ ein Nackenbrecher aus den Boxen. Zwar ohne die gewohnte Melodie, doch dafür mit umso mehr Druck. „We Ride Tonight“ erweist sich als äußerst von Aggression geprägter Rocksong, der sich jedoch besonders als Live-Stück hervor tun dürfte. Den Abschluss bildet das sehr schnelle „Trapped In Space & Time“, was sich aber leider kaum von den anderen Stücken hervorhebt.
Das Klangbild von "Prior To The Fire" weist einen recht kernigen Gitarrensound auf, der sich wie eine Gerölllawine auf den Zuhörer herabstürzt. Der Bass sorgt hierbei für wuchtige Wellen und dröhnt stark aus den Boxen. Die Drums sind ziemlich solide und technisch einwandfrei gespielt, während Sänger MIKEY trotz verhältnismäßig heller Stimme gut zu verstehen ist. Keyboard oder ähnliche Instrumente sind grundsätzlich nicht zu hören.
Künstlerisch setzen PRIESTESS auf etliche Tempowechsel, mischen bunt Heavy Metal, Grunge und Stoner-Rock zusammen, was "Prior To The Fire" doch sehr abwechslungsreich macht. Zuweilen nerven die hektischen Parts ein wenig, was man aber leicht verschmerzen kann, weil PRIESTESS es dabei nie übertreiben. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf den Texten. Dort wagt man sich sogar in Richtung Horrorpunk und orientiert sich an Filmen und Animes.
Fazit: Die Kanadier PRIESTESS legen mit "Prior To The Fire" ein abwechslungsreiches, gut gelungenes Stoner-Rock-Album vor, das mit verschiedenen Genres spielt, ohne aber den eigenen Charakter zu verlieren. Das Teil rockt und mehr brauchen g’standene Rockmusik nicht, um cool zu sein. Mission erfüllt!
Raccon Eyes
Communicating Via-Eyes
Sideways Attack





