LAMB OF GOD, JOB FOR A COWBOY, AUGUST BURNS RED, BETWEEN THE BURIED AND ME

Für ihre Deutschland-Tour haben sich die US-Amerikanischen Groove-Metaller LAMB OF GOD ein amtliches Package schnüren lassen. So kam es, dass sich an diesem Dienstag selbst das ansonsten eher konzert-faule Berliner Publikum zahlreich im zum "C-Club" umbenannten Columbia Club einfand. Neben LAMB OF GOD gab es noch drei Supportbands zu bestaunen: BETWEEN THE BURIED AND ME, die mit ihrem progressiven Math-Core den Opener machten, die Hardcoreler von AUGUST BURNS RED und schließlich noch JOB FOR A COWBOY.
Bei vier Bands unter der Woche wird man als Teil der arbeitenden Bevölkerung schnell skeptisch, wie lange das gehen soll, zumal es ja auch Bands gibt, die das Hinauszögern von Umbaupausen perfektioniert haben. Doch an diesem Abend sollten die Umbaupausen so gering sein, wie man es sich nur denken kann.
Trotzdem teilten die Supportbands nicht ihre Backline. Das heißt während der perfekt organisierten Veranstaltung wurde in jeder Umbaupause das Komplette Drumset ab- und wieder aufgebaut. Dieser straffen und besucherfreundlichen Organisation gebührt auf jeden Fall maximaler Respekt.
Doch kommen wir zum wesentlichen: zur Musik. BETWEEN THE BURIED AND ME hatten wie gesagt die etwas undankbare Aufgabe, den Abend zu eröffnen. Mit ihrer Mischung aus progressiven Klängen à la OPETH und Mathcore gelang ihnen das aber ausgezeichnet. Die Überlangen, oft von chaotischen Strukturen geprägten Songs sind natürlich live schon sehr herausfordernde Kost, aber beim Publikum kam die Band trotzdem überraschend gut an, was nicht zuletzt an der großartigen Performance der Band lag, die technisch voll überzeugte.
Es folgte weit weniger herausfordernde Kost in Form von AUGUST BURNS RED, die deutlich direkter zur Sache gingen. Und so dauerte es nur wenige Minuten bis der gesamte vordere Bereich des C-Clubs zu einem großen Moshpit wurde. Dass das sonst eher zurückhaltende Berliner Publikum einen Support-Act so abfeiert ist eine Seltenheit, war aber in diesem Fall nicht unverdient.
Die Stimmung konnten JOB FOR A COWBOY locker halten. Das Quintett aus Arizona ballerte eine Death-Metal-Granate nach der anderen ins Publikum und schaffte es durch die charmante Art von JONNY DAVY und Bassist BRENT RIGGS schnell, das Publikum für sich zu gewinnen. Mit einer ordentlichen Mischung aus Songs von "Ruination" und "Genesis" verging die kurze Spielzeit von JOB FOR A COWBOY wie im Fluge.
Es folgten die Headliner LAMB OF GOD und wer angesichts der ausgelassenen Stimmung und der großen Moshpits bei den Vorbands schon dachte, das könnte der Headliner nicht mehr steigern, der wurde schon während der Umbaupause durch LAMB OF GOD-Sprechchöre eines Besseren belehrt. Mit einer gelungenen Mischung aus älterem und neuerem Material überzeugte die sehr spielfreudige Band im kleinen C-Club sofort und schaffte es sogar noch mal bei der Stimmung einen drauf zu setzen. Bis zur Biertheke sah man Haare fliegen und Fans springen und hörte man das Publikum mitsingen. Das obligatorische Highlight gab es natürlich mit "Redneck" als vorletzten Song des Sets, das insgesamt sehr ausgewogen und stimmig war und auf eine gute Mischung aus älteren und neueren Songs setzte. Mit dieser absolut gelungenen Show haben LAMB OF GOD gezeigt, dass Live-Konzerte ihre große Stärke sind, wobei die etwas engere Atmosphäre im für LAMB OF GOD doch recht kleinen C-Club ihr übriges dazu tat, die Energie, die sie live entfachen auf das Publikum zu übertragen.

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AUTOR

Ben
Ben