Shadow Warriors - Assault On Devil`s Island
Was tun Wrestler, die nicht mehr in den Ring steigen wollen? Ganz einfach: sie drehen Filme! Das kann gut laufen, so wie bei DWAYNE „The Rock“ JOHNSON, der sich nun sogar die Hauptrolle in dem ambitionierten Actiondrama "Faster" gesichert hat. Oder aber wie im Falle von HULK HOGAN mit wirklich miesen Kinokömodien, Gastauftritten, Reality-Soaps und drittklassigen TV-Actionstreifen. Auch "Shadow Warriors – Assault On Devil`s Island" ist so ein Fall. Der Film wurde bereits 1997 für`s Fernsehen produziert, erschien aber erst im Früjahr diesen Jahres auch Deutschland.
Immerhin kann sich das Team durchaus sehen lassen: Drehbuchautor CALVIN CLEMENTS Jr. Arbeitete erfolgreich für Serien wie "MacGyver", "Airwolf", "Walker, Texas Ranger" oder auch "Dallas", während Regisseur JON CASSAR zwei mal in Folge einen Emmy für "24" gewann. Hauptdarsteller ist, wie vorhin bereits erwähnt, Ex-Wrestlingstar HULK HOGAN. An seiner Seite kann man zudem noch den altgedienten CARL WEATHERS bewundern sowie die sehr ansehnliche SHANNON TWEED; ihres Zeichens ehemaliges Playboy-Model und Lebensgefährtin von KISS-Frontmann GENE SIMMONS. In weiteren Rollen außerdem noch der C-Movieroutinier MARTIN KOVE, der inzwischen verstorbene TREVOR GODDARD und Berufsbösewicht BILLY DRAGO.
Mike McBride ist der Boss einer Super-Mega-Man-Spezialeinheit der Special Forces von der US Army. Seine Leute werden gerufen, man jemanden für die Dreckarbeit braucht oder es schlicht darum geht, irgendein Flecken auf unserem Planeten dem Erdboden gleich zu machen. So führt sie ihr neuer Auftrag auch nach Lateinamerika, wo Drogenbaron Carlos Gallindo schon viel zu viele Drogen verkauft hat. Das allein wäre halb so schlimm, aber aus dem gleichen widerwärtig kapitalistischem Streben, weswegen die USA sich irakisches Öl unter den Nagel gerissen hat, verkaufte Gallindo seinen Stoff auch in den USA. Dort hatte er anscheinend leichtes Spiel mit der qualitativ mangelhaften Konkurrenz aus der US-Provinz Afghanistan , denn sein Absatz steigerte sich enorm. Ach ja, und ganz nebenbei sind Drogen schlimm, lebensgefährlich, teuer UND noch dazu verboten! Also haben die USA hier gleich zwei Probleme: es handelte sich um verbotene Substanzen und Konkurrenz! Was liegt denn dann natürlich näher als Gallindo zurück in die Steinzeit zu ballern? Leichter gesagt als getan! Denn diese verdammten Argentino-Kolumbianer sind verdammt schlau und schaffen es, sich trotz Privatarmee, Prunkvilla und eigenem Speed-Boat Hafen jahrelang vor den echten Amerikanern zu verstecken. Bis es doch dann tatsächlich dem psychopathischen und gewaltgeilen Fraker von der US Army gelingt, den Schneemann ausfindig zu machen. Nun dürfen auch endlich McBride und seinen gehorsamen Befehlsesel ran. Aber wie es halt so typisch für das Amiland ist, wo die linke Hand nicht da hinschießt wo die Rechte reinmasturbiert, kommen sie bei dem Angriff auf Gandillos Anwesen der CIA in Form von Agentin Hunter Wily in die Quere, die eigentlich Gandillo hätte festnehmen sollen. Und genau im ungünstigsten Augenblick erweist sich Fraker auch noch als Verräter, woraufhin der Angriff in einem „Tiny Vietnam“ für McBride endet und er sogar noch eine Geisel zurücklassen muss.Glücklicherweise ist das ja nicht Agentin „heißes Steigeisen“ Wily, aber es ist trotzdem ganz schön nervig. Also flugs mal schnell nach Hause den Anschiss vom Kommandeur abholen, Befehle verweigern und dann wird Fraker und Gandillo endlich mal so richtig der Arsch aufgerissen!!!
Na wenn das mal nicht eine Story ist, wie gemacht für einen miesen Actionfilm der billigsten Sorte? Und wirklich ist "Shadow Warriors – Assault On Devil`s Island" wirklich billig ohne Ende, inklusive 4:3 Format! Und das nicht nur im Vergleich mit heutigen Direct-To-Video Werken, die alle schon 16:9 gedreht sind.
Fangen wir mal mit der Atmosphäre an, die sich der vollkommen ausgelutschten Spezial-Einheiten Thematik bedient und natürlich in erster Linie von Explosionen und Schießereien geprägt ist. Die Schießereien weisen einige blutige Treffer auf, sind bestenfalls mittelmäßig, meist aber grottenschlecht in Szene gesetzt. Da laufen duzende Bösewichter mit Maschinengewehren herum und ballern wie verrückt, dort wo der „Hero Of The Moment“ aber gerade steht machen sich nur zwei oder drei Einschüsse im Boden bemerkbar. Und selbstverständlich werden die Guten kaum getroffen und rattern mit einem Magazin jeden einzelnen Gegner nieder ohne irgendeinen Kratzer davonzutragen. So lächerlich und überholt sich das nun anhört, so sieht es leider auch buchstäblich aus. Dafür sehen die Explosionen doch wenigstens ganz akzeptabel aus. Grundehrlich werden hier keine Modelle in die Lufgt gejagt, sondern richtige Fahrzeuge und die Feuersbrünste leuchten fabelhaft. Und damit man sie auch richtig bewundern kann, werden sie dem Publikum natürlich auch in Zeitlupe präsentiert, was dann auch ungewollt recht prollig rüberkommt. Alles in Allem eine sehr einschlägige Mischung ohne hohen Gewaltgrad, bei der die 16er schon fast ein Stückchen zu schwer wiegt. Zwischendrin gibt es die gewohnten Low-Brain-Dialoge um Gehorsam, Patriotismus, Waffengewalt, was dazu führt, dass "Shadow Warriors – Assault On Devil`s Island" auch auf charakterlicher Ebene einen äußerst billigen Eindruck macht.
Mike McBride ist beispielsweise sowas von einem pflichtbewussten Soldaten, dass es schon fast widerlich wird, wenn er sich nach unreifem „Kein Mann bleibt zurück“ Geschwätz plötzlich seinen Befehlen verweigert, obwohl er sich doch sooooooo viel darauf einbildet ein echter Krieger zu sein, der Kung Fu, Karate, Tae-Kwon-Do und Messerkampf beherrscht wie kein Zweiter. Schön brav zelebriert er vor jedem Kampfeinsatz irgendein Massai-Ritual und hört auf die Ängste und Sorgen seiner Männer. Wie zum Beispiel seinen Weggefährten Roy Brown, dargestellt von CARL WEATHERS, der gleichsam das totale Gegenteil ist und sich vor jedem Auftrag erst einmal richtig besäuft. Zwischendrin und doch sehr präsent weil einzige Frauenrolle spult SHANNON TWEED ihr Programm als sexy CIA-Agentin ab. Nur spielt sie leider wie HOGAN und WEATHERS ziemlich hölzern und einfach nur schlecht, sieht aber wie gesagt verdammt sexy aus, trotz ihrer 39 Jahre beim Zeitpunkt des Drehs. Was sie aber auch in fast jeder Szene beweist; mal in Unterwäsche, nur mit Hemd, im Bikini oder sogar in einer Oben-Ohne-Szene. Hui; was für ein Highlight! Ich müsste jetzt lügen, wenn ich sage, dass Männern und Lesben hierbei nicht heiß wird. Zu guter Letzt bleibt noch BILLY DRAGO als Gallindo, der zwar inzwischen ergraut ist, deswegen aber immer noch genauso fies gucken kann, wie vor 30 Jahren. Seine Sache also wenigsten halbswegs gut macht.
Die Story ist für sich genommen ein ziemlich eintöniges und auch recht simples Konstrukt, dass eigentlich nur für die nächste Schießerei, Explosion oder Zurschaustellung von SHANNON TWEED genutzt wird. Dabei besitzt "Shadow Warriors – Assault On Devil`s Island" sogar auch ein paar nennenswerte Wendungen, die aber sehr überspitzt sind. Und hier ergibt sich auch der Wendepunkt, wo man die billige Machart durchaus verzeihen kann. Denn mit den Charakteren, die randvoll mit Klischees vollgestopft sind, der an den Haaren herbeigezogenen 08/15-Handlung, der billigen Machart und dem hölzernen Spiel wird "Shadow Warriors – Assault On Devil`s Island" zu einem bewusst ironischen Streifen, der die lächerlichen 80er Actionfilme gekonnt verarscht. Nur ist das Problem hierbei, dass das durchgezogene Niveau einerseits viel zu niedrig angesetzt wurde, aber der Zynismus in der Inszenierung ebenfalls sehr zurückgeschraubt daherkommt, was es schwer macht die Veräppelung auf den ersten Blick hin zu erkennen.
Fazit: Freunde von billiger Action – oder einfach nur von SHANNON TWEED – dürfen bei "Shadow Warrios – Assault On Devil`s Island" ruhig einen Blick riskieren, sollten aber gewarnt sein, dass die ironische Basis bis hin zur Persiflage ziemlich schwammig transportiert wurde. Diejenigen, die dies nicht stört, können sich außerdem auch noch auf den zweiten Teil mit dem Titel "Shadow Warriors II – Rache um jeden Preis" freuen, der zeitgleich mit dem ersten Teil veröffentlich wurde – auch mit SHANNON TWEED.





