RESONANCE ROOM: Unspoken
Italien 2003, FRAGMENT erblickt das musikalische Erdenlicht. Unter diesem Namen veröffentlichen sie die zwei Promotion EPs „Fragment“ und „Way Down To Hell“.
Fünf Jahre später entscheiden sich fünf der sechs Bandmitglieder unter einem anderen Namen ihren internationalen Erfolg zu suchen. Somit entstand im Frühjahr 2008 RESONANCE ROOM aus dem schönen Sizilien in Catania.
Die italienische Gothic-Band besteht aus FABIO MONACO (Gitarre), der den fehlenden Gitarristen ersetzt und den fünf Jungs der alten Besetzung: ALESSANDRO CONSOLI (Gesang), RICCARDO FAILLA (Gitarre), ALFIO TIMONIERE (Bass), SANDRO GALATI (Schlagzeug) und GABRIELE LITRICO (Keyboards).
Unter dem Label My Kingdom Music brachten sie nun im September vergangenen Jahres ihr Debütalbum „Unspoken“ heraus. Ihren Stil kann man am ehesten mit KATATONIA und PAIN OF SALVATION vergleichen. Emotionaler, melancholischer Gothic Metal, mit starken Gitarrenriffs und Doom-Einschlägen.
Der Opener „Unreason“ schlägt sachte Töne an. Zarte Keyboardklänge untermalt mit der leicht rauchigen Stimme von ALESSANDRO. Eine schöne Mischung.
Um so mehr haut dafür der folgende Song rein. Progressive Riffs und ein fester Bass lassen den Hörer leicht zusammen zucken, da er nicht mit einem derartigen Sprung gerechnet hat.
Im Hintergrund sind immer wieder kurze Grunts zu hören.
„Escape“ gibt somit einen guten Einstieg für die kommenden Tracks wie „Far From Grace“, „Frost And Emptiness“ und „The Warmth Of Life“, die diesen Stil gleich behalten.
Den vierten Song „Maybe You Are...“ könnte man schon fast als Ballade bezeichnen, wenn denn der Hörer sich eine Ballade mit kurzen stetig wiederkehrenden Riffs vorstellen kann, die gute acht Minuten dauert. Aber trotz dieser Länge, wird der Song nicht langweilig.
Ebenso reiht sich „Instants Of Madness“ in diesen verträumten und zugleich wehmütigen Sound ein.
Ein letzter Track, der näher erwähnenswert ist, ist der Namensgeber des Albums „Unspoken“.
Hier steht am Anfang das Schlagzeug im Vordergrund, größtenteils mit Sprechgesang und ruhigen Gitarrenklängen im Hintergrund. Nur gegen Ende bricht die progressive Neigung durch. Der Song dann wieder mit einer sanften Keyboardmelodie aus.
Alles in allem kann man sagen, dass die Jungs genau wissen, was sie machen. Von holprigen Anfängerversuchen ist hier nichts zu spüren, dass sie noch nicht komplett ausgereift sind in Sachen Klang und Abwechslung dürfte an dieser Stelle keinen weiter stören. Immerhin stehen sie am Anfang ihrer Karriere.
Die Texte sind allesamt auf Englisch, nur wenige Einwürfe sind in italienischer Sprache.
Inhaltlich sprühen sie nur so vor Trauer, Melancholie, Sehnsucht, seelischen Schmerzen und Tod.
Ein Kritikpunkt neben der fehlenden Tiefe, mangels Erfahrung, sind in meinen Augen die zu fließenden Übergänge, die den Hörer nicht aufatmen lassen. Teilweise erkennt man nicht einmal, dass bereits ein neuer Titel begonnen hat. Aber vielleicht ist es für manch anderen Zuhörer auch schön, einem 50minütigen Werk zu lauschen.
Trotzdem kann man Anhänger der oben genannten ähnlichen Bands, diese italienischen Neueinsteiger empfehlen, wenn sie mal etwas Neues akustisch aufnehmen möchten und sich nicht an den Kritikpunkten stören lassen. Dran bleiben lohnt sich auf jeden Fall, wer weiß was die Zukunft für RESONANCE ROOM noch bringen mag.
Seltsamerweise ist die Audio-CD dreimal so teuer wie ein Mp3-Download. Allerdings konnte ich keine Erklärung dafür finden, denn Specials kann die CD nicht aufweisen und selbst ein direkter Versand aus Italien würde nicht diesen Aufschlag ausgleichen.
Maybe You Are...
Unreason
Bloodred





