MARTIN BÜSSER / JONAS ENGELMANN / INGO RÜDIGER (Hrsg.): Emo - Porträt Einer Szene

Cover
VERLAG
Ventil
VERÖFFENTLICHUNG
15.09.2009
ISBN
3931555615

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Das vermeintliche Stilbild Emo ist in aller Munde. Emo-Witze haben Blondinen-Witze abgelöst. Doch fast niemand kann fundiert erläutern was Emo überhaupt ist. Aber alle scheinen Emo regelrecht zu hassen. Was also hat es mit diesem Emo überhaupt auf sich?
MARTIN BÜSSER, JONAS ENGELMANN und INGO RÜDIGER gehen dieser Frage wissenschaftlich auf den Grund und suchen nach Antworten. Sie haben viele Menschen getroffen und viele Hausarbeiten studierender Soziologen herangezogen, sogar Bands denen man den Ursprung „Emo“ auf den Leib gepinselt hat, wurden zum Zwiegespräch gebeten. Auch die „Szene“ selbst kam zu Wort.
Das ganze Buch ist eine sehr wissenschaftliche Ausarbeitung, bis auf die Plattenkritiken und den Emo/Hardcore-Duden zum Schluss. Die Herkunft von Emo wird genauso aufgezeigt, wie das, was den Stil ausmacht, wohin er sich bewegt und was letzten Endes seit den 80ern aus Emo geworden ist. Welche Bands spielen eine Rolle, spielt Hardcore noch eine übergeordnete Rolle oder spielt Musik gar überhaupt noch eine Rolle? Gibt es denn Emo als eine Abspaltung oder Zusatzentwicklung zum herkömmlichen Hardcore noch? Wollten die Bands, die sich damals verbal und musikalisch weiter geöffnet haben, überhaupt eine Spaltung der Szene bewirken? Was ist da genau in den 80ern passiert mit Bands wie RITES OF SPRING?
Warum findet das russische Parlament Emo zu bedrohlich, dass es Emo gar als Stil verbieten wollte? Wie ist Emo global zu bewerten? Gibt es nationale Unterschiede? Wie sehen die sexuellen Rollenklischees bei Emo aus oder besser noch, gibt es diese überhaupt im Emo? Waren JIM MORISSON, KURT COBAIN oder IAN CURTIS am Ende sogar die ersten Emos der Rockmusik? Haben sie den Weg geebnet zu emotionalen und egozentrischen Texten? Und wenn ja, wieso wurden sie zu Ikonen und warum Emos nicht? STERBEN Emos dann auch mit Ende zwanzig oder Anfang dreißig oder hören sie einfach auf Emo zu sein und werden „Stino“ (stinknormal, Anm. der Redaktion)? Fragen über Fragen und auch ein paar Antworten.
Das Buch hat ein feines Layout, was bedeuten soll, dass es modern und stylisch gesetzt ist. Zudem bietet es in der Mitte eine kleine, nette Fotostrecke der deutschen Emoszene (jüngerer Generation) am Bremer Hauptbahnhof, 2008.
Wer mit Emo bisher nichts anfangen konnte, dem sei hiermit geholfen.

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Melanie Dittmer
Melanie Dittmer

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