LUNJA SNOW
Die junge Autorin LUNJA SNOW lebt zusammen mit ihrem Mann in der Nähe von Frankfurt. Im August 2009 veröffentlichte sie ihren ersten Roman namens "Nightbite", der der Start zu einer umfangreichen Serie werden sollte. Allerdings kann man sich nicht immer auf die scheinbar seriösen Verlage verlassen, denn für den zweiten Band fand sie keinen Abnehmer, der nicht zuerst Geld sehen wollte. Somit erzählt sie uns hier unter anderem, welche dicken Steine Verlage neuen unerfahrenen Autoren in den Weg legen und wie schwer es ist, nicht darüber zu stolpern. Aktuell schreibt sie an ihrem vierten Band der Serie.
Christin: Hallo LUNJA, schön das sie sich ein paar Minuten Zeit für das Interview nehmen.
Lunja: Vielen Dank. Ich freue mich, sie Interesse an meinen Büchern haben.
Christin: Ich steige mal direkt mit einer Frage zu ihrem Namen ein: LUNJA SNOW ist ja nicht ihr realer Name. Woher stammt er? Wie kamen sie darauf?
Lunja: (lächelt) Vor einigen Jahren spielte ich ein bekanntes Online-Rollenspiel. Anfangs wollte ich unter dem Namen Luna spielen, doch der war leider schon vergeben. Kurzerhand hat mein Mann dann ein LUNJA daraus geformt, der Name war verfügbar und ich gewöhnte mich sehr schnell daran. Der Name wurde mein persönlicher Name. Für mich lag schließlich nichts näher als diesen Namen, der mir sehr vertraut war und mir auch sehr viel bedeutet, als Pseudonym zu verwenden. In diesem Zuge: Viele Grüße an alle aus damaligen Zeiten. Vielen Dank für die schönen gemeinsamen Stunden. Die Suche nach einem Nachnamen gestaltete sich etwas schwieriger. Langeüberlegte ich hin und her, den Blick nachdenklich auf die vom Schnee bedeckten Gärten gerichtet. Als es dann wieder einmal zu schneien begann und ich das Buch endlich einreichen wollte, nahm ich kurzerhand das englische Wort für Schnee: SNOW, als Beiname.
Christin: Das Buch war also schon fast fertig und dann bildete sich erst der Künstlername heraus. Da muss die Lust am Schreiben ja ziemlich plötzlich gekommen sein oder hegten sie schon längere Zeit den Gedanken ein Buch zu schreiben?
Lunja: Na ja, dass ich meinen Spielernamen übernehme, stand für mich von Anfang an fest, da für mich nichts näher lag. Aber für den Beinamen SNOW habe ich mich erst kurz vor knapp entschieden. Ehrlich gesagt begann ich schon fast zwei Jahre zuvor mit dem Schreiben, doch kam ich dabei nie weiter als auf 50 bis 60 Seiten. Immer wieder begann ich von neuem, da mir immer bessere, andere Ideen einfielen. Als plötzlich auch ein schwerer Schicksalsschlag folgte, pausierte ich fast ein Jahr lang mit dem Schreiben. Ich verbrachte sehr viel Zeit damit, verschiedene Bücher zu lesen bis ich mich wieder dazu entschied endlich mein Buch von neuem zu beginnen und dieses auch zu beenden. Mein persönlicher Weg als Autorin begann an diesem einen Abend.
Christin: Was hat ihnen diesen Ruck gegeben, eine Geschichte komplett fertig zu stellen? Sind die Handlungen dabei ihrer Phantasie entsprungen, recherchieren sie viel oder haben sie sogar eine eigene Muse, die sie beim Schreiben vorantreibt?
Lunja: (denkt nach) Den eigentlichen Ruck gab ich mir selbst. Immer wieder bekam ich den Satz zu hören: „Ich würde nie etwas beenden können.“ Und sowohl dieser einen Person wie auch mir selbst wollte ich beweisen, dass auch ich es schaffen kann. Ja, die Handlungen entspringen alle meiner eigenen Phantasie, doch greife ich vorwiegend Themen auf, an die sich nur sehr wenige Autoren heranwagen, von denen ich aber denke, dass darauf aufmerksam gemacht werden sollte. Für den ersten Band habe ich so gut wie gar keine Recherchen betrieben, was ich heute so nicht wieder machen würde. (lacht.) Mein zweiter Band unterscheidet sich deshalb sehr extrem und grundlegend vom Ersten. Ich habe viele liebe Menschen gefunden, die mich unterstützen und mir mit ihrem Wissen und ihren Ratschlägen unter die Arme greifen. Vorantreiben treibt mich vor allem mein eigener Wille, ich möchte es schaffen und ich hoffe, dass ich es irgendwann schaffe in den Autoren-Olymp aufgenommen zu werden.
Christin: Der Weg dahin ist beschwerlich, gerade für neue Autoren, die der Leserschaft vollkommen unbekannt sind. Wie gingen sie dabei vor einen Verlag für sich zu gewinnen? Ich stelle mir das recht beschwerlich vor.
Lunja: Es wurden und werden noch unzählige Manuskripte versendet. Meiner persönlichen Überzeugung nach ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines Autors, niemals aufzugeben und sich auch nach etlichen Absagen noch einmal aufrappeln zu können. Denselben Fehler, den ich bei meinem ersten Band der "Nightbite"-Serie begangen habe, werde ich nicht wiederholen. Doch auch Fehler muss man machen, um daraus zu lernen und an den folgenden Aufgaben wachsen zu können. Deshalb werde ich mich dieses Mal in Geduld üben, bis ich einen wirklich guten Verlag gefunden habe.
Christin: Sie sagten vorhin, sie nehmen Thematiken auf, an die sich andere Autoren nicht so gerne herantrauen. Welche wären das und könnte das eventuell ein Problem gewesen sein warum sich keiner ihrer Manuskripte annimmt oder sehen sie darin einen ganz anderen Grund?
Lunja: Genau, leider werden Themen wie: Missbrauch, Vergewaltigung, Gewalt noch immer in unserer Gesellschaft sehr gemieden und dies sind nur einige davon. Dennoch denke ich nicht, dass die Manuskripte aufgrund meiner Themen abgelehnt wurden, sondern eher weil ich als Neuling in der Welt der Bücher mir erst meinen Platz suchen muss. Ganz egal wie lange es dauern wird einen guten, vertrauenswürdigen Verlag zu finden. Heute bin ich mir sicher, dass wenn ich nur etwas länger nach einem Verlag gesucht hätte, ich mich nicht an diesen Selbstbeteiligungs-Verlag hätte wenden müssen.
Christin: Der zweite Band ist, wie sie sagten fast fertig. Wie müsste denn nun ein "perfekter" Verleger für sie aussehen und dem Jungautor gegenüber auftreten? Der ja doch ziemlich unsicher auf diesem Gebiet rumtapst.
Lunja: Das stimmt, ich bin gerade in den letzten Zügen, meines zweiten Romans, der den Namen "Vorsicht! Bissiger Traummann" tragen wird und bin wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Selbst mein Mann, mein härtester Kritiker, findet, dass ich es mit richtig guten Autoren, aufgrund des zweiten Buches, aufnehmen könnte. Auch schweben mir schon die ersten Ideen für einen dritten Band durch den Kopf, den ich nach Abschluss des zweiten Buches direkt in Angriff nehmen werde. Ein guter Verlag zeichnet sich für mich unter anderem dadurch aus, dass er sich Zeit für seine Autoren nimmt, sie unterstützt und berät. Außerdem ist wichtig, dass sie den Autoren nicht wie irgendeine beliebige Person behandeln, einer Nummer auf der Zulassungsstelle gleich. Trotz meiner noch recht geringen Erfahrung, als kleiner Tipp für Schreiberlinge die noch gar keine Erfahrungen haben. Lasst die Finger von Verlagen, die erst Geld sehen möchten bevor sie euer Buch drucken. Es sollte immer so sein, dass der Autor etwas für seine Arbeit erhält, nicht anders herum.
Christin: Das werden die angehenden Autoren wohl hoffentlich beherzigen. Der neue Band heißt "Vorsicht! Bissiger Traummann", um was geht es denn darin? Wo liegen die Schwerpunkte? Knüpft er direkt an den ersten Teil an?
Lunja: Also um was es geht, ist einfach zusammenzufassen. Seit einem Tag vor vielen Jahrhunderten ist Reave dazu verflucht allein und ohne Gefährtin seinen Weg zu bestreiten. Sein einziger Lebenssinn besteht deshalb darin Seite an Seite mit seinen Brüdern, den letzten Überlebenden von Gabriells Armee, gegen den finsteren Herrscher Razzima zu kämpfen.
Als jedoch plötzlich die wunderschöne Tiana in sein Leben tritt, verändern sich so viele Dinge für ihn. Immer stärker muss er gegen den Drang ankämpfen, sie als die Seine zu beanspruchen. Denn sollte er doch diesem Wunsch nachgeben, würde auch sie, wie seine Alex, die er vor so vielen Jahren geliebt hatte, durch seine Hand in seinen Armen zum Tode verdammt sein. Die gesamte Situation scheint aussichtslos, als Tianas Vater, ein sehr hoch angesehener Wissenschaftler der paranormalen Welt von Razzima, auf bestialische Weise ums Leben gebracht wird und Tiana in das Hauptquartier des Clans aufgenommen wird. Denn eines steht ausnahmslos fest: Razzima würde nicht eher ruhen, bis er das Mädchen in seine Gewalt bekommt. So viel verrate ich euch vorab, aber der Rest bleibt vorerst noch geheim. (lächelt.)
Der zweite Band knüpft an den ersten an, doch ist es nicht wirklich zwingend notwendig den ersten Band gelesen zu haben. Mein Hauptaugenmerk habe ich dieses Mal auf zwei Hauptpersonen gelegt, doch werden dem Leser einige aus dem ersten Band bekannte wie auch neue Personen begegnen. Kurz gesagt, die Story dreht sich hauptsächlich um Reave und Tiana, Gestaltenwandler und Vampire, Mythen und Legenden. Ach, was das Extra anbelangt, wird in diesem Buch eine weitere Kurzgeschichte von DAVE BONE ihren Platz finden. Doch wie er sie nennen wird, hat er noch nicht einmal mir bis heute verraten.
Christin: Das klingt interessant, hier scheinen ein paar Intrigen am Laufen zu sein und man wird tiefer in das Genre der Phantasiewelt eingeführt. Da werden sich die Leser des ersten Bandes sicher auf die Fortsetzung freuen. Was denken sie - oder sagen wir - was hoffen sie wann dieser Band erscheinen wird?
Lunja: Ja, ich denke einige Leser werden, sobald sie den zweiten Band gelesen haben, den dritten Band ebenso wenig wie ich selbst abwarten können. Genau darin lag meine Absicht. Mir ist es wichtig, dass der Leser die Geschichte versteht, sich gut vorstellen kann, was er gerade liest. Wie gesagt, ich stecke gerade in den allerletzten Zügen, danach reiche ich es an einige sehr liebe Leute, die sich bereit erklärt haben noch einmal drüber zu sehen. An dieser Stelle herzliche Grüße an meinen Mann, Mario, Martin, Yvonne und alle anderen lieben Menschen, die hinter mir stehen. Ihr werdet alle in der Danksagung eure Plätze finden. Anschließend könnte es sofort in den Druck, falls ich bis dahin endlich einen Verlag gefunden habe. Das genaue Erscheinungsdatum, werde ich natürlich, sobald ich es selbst erfahre, sofort auf meiner Homepage bekannt geben.
Christin: Ich wünsche ihnen bei der Suche nach einem Verleger viel Erfolg und drücke die Daumen, dass alles klappt. Last but not leas, hätte ich noch eine Frage zu den Covern. Das Cover vom dem ersten Band sah nicht so aus, als hätte man sich der gängigen Bildvorlagen bedient. Ich nehme an, dass das beim zweiten Band auch nicht der Fall sein wird. Wie kommen Sie an diese Bilder?
Lunja: Vielen Dank. (lächelt.) Das stimmt, ich hatte das große Glück, den wirklich genialen Grafiker MURDOC kennen zu lernen und mittlerweile auch als guten Freund gewonnen zu haben. Er beherrscht sein Handwerk wie kein anderer und macht Grafiken, die einfach jedermann begeistern. Natürlich sind seine Seiten auf meiner Homepage verlinkt. Da diese wirklich sehr sehenswert sind. Das zweite Cover wird auch wieder etwas ganz besonderes sein, da das Model Calvin Cathal, der mittlerweile auch ein guter Freund von mir geworden ist, sich bereit erklärte seinen hübschen Kopf für das Cover hinzuhalten. Meiner Meinung nach ist das Cover perfekt und wird mit Sicherheit einige Frauenherzen höher schlagen lassen.
Christin: Also sehr passend zum Titel des Buches. Möchten sie zum Schluss noch ein paar Worte an angehende Autoren richten?
Lunja: Sehr gerne. Allen anderen angehenden Autoren möchte ich sagen: Lasst euch von niemandem entmutigen. Es wird immer Leute geben, die versuchen einem die Dinge schlecht zu reden oder einfach nur Neid empfinden. Seid stolz auf das, was ihr leistet und steht hinter eurer Arbeit. Ich wünsche euch allen, dass ihr genauso liebe gute Menschen findet, die hinter euch stehen, wie ich das Glück haben durfte. Hinter jedem Buch, ganz egal welchem Genre es entspringt, steckt eine Menge Arbeit, die leider nicht von vielen Leuten als diese geschätzt wird. Verdienen wird man anfangs leider sehr wenig, doch falls man das Glück erleben darf, es an die vorderste Front zu schaffen, denke ich schon, dass man ganz gut mit dem durch die Bücher verdienten Geld leben kann, meiner Meinung nach ist TERRY PRATTCHET hier eines der besten Beispiele.
Christin: Dann danke ich ihnen für das ausführliche Gespräch und würde mich freuen, ihre Werke bald im Bücherladen bestaunen zu können.
Lunja: Ich danke ihnen, dass sie sich Zeit für mich und meine Bücher genommen haben und wünsche ihnen alles erdenklich Gute.








