The Disappeared
Eine unerlaubte Party, ein kleiner Bruder, der nervt, wenn die großen Drogen nehmen und trinken wollen. Der Kleine soll rausgehen und spielen bis es dunkel wird und dann wieder nach Hause kommen. Als er nicht zurückkommt, beginnt die Suche im Block der englischen Kleinstadt. Graue Betonfassaden, Hochhäuser und ein leerer Spielplatz. Der Junge taucht nicht wieder auf und der Fall wird nach einiger Zeit als unaufgeklärt zu den Akten gelegt.
Der große Bruder Matt (HARRY TREADAWAY) kommt in die Psychiatrie. Er macht sich Vorwürfe wegen seiner Unachtsamkeit und kann mit den Schuldgefühlen, die ihn in den Wahnsinn treiben, nicht leben. Die Medien munkeln, dass der junge einer Familientragödie zum Opfer fiel, der Vater wird durch diverse Zeitungsartikel verdächtigt.
Matt wird entlassen und kommt nach Hause zu seinem Vater in die alte graue und trostlose Umgebung. Die Vergangenheit holt ihn ein. Realität und Wahn verschwimmen miteinander. Matt sucht nach bislang unberührten Indizien und reist in seinen Wahnvorstellungen in die Vergangenheit und sucht unheimliche Orte auf, spricht mit einer Seherin und mit einer längst toten Nachbarin namens Amy. Die Geschichte spitzt sich zu, als Matt von seinen Wahnvorstellungen spricht. Der Vater will ihn wieder einweisen lassen, doch Matt, der den Fall fast aufgeklärt hat, kann vor den Haschern aus der Psychiatrie flüchten. Auf der Flucht kommt er dem Mörder näher denn je...
„The Disappeared“ besticht durch seine gefühlsbetonte Erzählung. Mit dem 17jährigen Hauptprotagonisten Matt, einem britischen Unterschichtler, kann man sich gut identifizieren. Ein Drama im tristen Arbeiter Betonghetto. Ein verschwundenes Kind, eine trauernde Familie, eine Gegend in der alles eisig und grau scheint. Ein angehender Mann, der nicht mehr funktioniert, der nicht mehr zur Normalität zurückkehren kann, weil der Verlust seines kleinen Bruders an ihm nagt. Er löst sich langsam auf und entfremdet sich von seiner kalten Umwelt. Seine Gedanken schweifen ab, er fabuliert sich Menschen herbei, der Wahnsinn ergreift ihn immer mehr. Die Realität vermischt sich mehr und mehr mit einer Geisterwelt, matt hört Stimmen, die ihn rufen und Tote, mit denen er sich zu Sitzungen trifft, um den Fall um seinen Verschwundenen Bruder zu lösen.
Der Film driftet im Verlauf nach und nach ins Unheimliche ab. Es entsteht ein Spannungsbogen, der zu bersten droht. „The Disappeared“ ist ein Film von dem Macher des Blockbusters „The Sixth Sense“ und nicht minder unheimlich ist dieses vorstädtische englische Arbeiterdrama. Kinderentführung und Kindesmord sind Themen, die uns leider oft in den Nachrichten einholen. Dieser Film lässt einem die Nackenhaare zu Berge stehen, obwohl insgesamt wenig blutige Szenen zu sehen sind. Dafür interagieren Musik und Spannungsbögen perfekt miteinander.









