SCHOCK, LAHANNYA
Geburtstag feiert jeder auf seine Art – am Abend des 05. Dezembers wurde in Erfurt ein Jahr Streetwork Erfurt-Ost gefeiert. Im Domizil – dem Ort des Geschehens – werden sonst Jugendliche in Krisensituationen beraten und betreut aber das Domizil ist auch Ort für Konzerte und Veranstaltungen. An diesem Abend hatte man sich zum Feiern und Abrocken genau die richtigen eingeladen: SCHOCK. Im Gepäck hatten die Jungs aus der Nähe von Mühlhausen LAHANNYA.
Der Start in den Abend fiel etwas schwer – denn wer sich vor Ort nicht auskannte, der brauchte erst einmal eine Weile um das Domizil überhaupt zu finden und wenn man dann endlich dort war, verbrachte nicht nur ich noch eine Weile um den Eingang zu finden. Das Licht über diesem hätte man ruhig schon mal etwas eher anschalten können – empfängt man denn so seine Gäste?
So uneinladend die Location von außen gewirkt hatte so gemütlich war sie dann von innen Die angekündigte zweite Vorband schien im letzten Augenblick abgesprungen zu sein – wirklich gestört haben dürfte das aber niemanden. Der für 20 Uhr angekündigte Beginn verschob sich allerdings erheblich nach hinten, denn LAHANNYA hatten zu dieser Zeit ihren Soundcheck noch nicht beendet.
Leider ließ sich schon zu Beginn erahnen dass sich die Zuschauerzahlen sehr in Grenzen halten würden – eine absolut unverständliche Tatsache.
LAHANNYA startete nach einer unendlich wirkenden Wartezeit. Die symphatische Frontfrau, die seit vielen in Jahren in London lebt, schart seit 2004 so bekannte Musiker wie LUTZ von UMBRA ET IMAGO und Schlagzeuger BELLE von KILLING MIRANDA/NOSFERATU um sich. Ganz unbekannt dürfte sie nach ausgiebigem Touren mit ASP (2008) und anderen auch nicht mehr sein. Neben der Tatsache, dass Frontfrau LAHANNYA vor allem für die männlichen Anwesenden was fürs Auge bot, lädt ihre Mischung aus melodischem Gothic Rock und Industrial sehr dazu ein das Tanzbein zu schwingen. Dass sie keine überragende Sängerin ist, macht sie mit ihrer charismatischen Art doppelt und dreifach wett.
Vor ihrem letzten Song bat LAHANNYA dann um die Mithilfe aller Anwesenden, man sollte ihr doch bitte behilflich sein MICHAEL SCHOCK davon zu überzeugen sein Hemd während des folgenden Auftritts ganz fallen zu lassen, da ihr während der letzten gemeinsamen Konzerte dieser Anblick verwehrt geblieben war. Alles in allem ein schöner Auftritt und ich habe in letzter Zeit selten eine solch nette und „fannahe“ Band erlebt.
Nach kurzem Umbau enterten dann SCHOCK die Bühne und als man gerade loslegen wollte rauchte als erstes das Lichtpult ab. Das sorgte für die ersten Lacher – aber wirklich krumm konnte das niemand nehmen. Vielmehr war das der Auftakt für ein musikalisch wie immer beeindruckendes Konzert, das mit einer Menge guter Laune durchzogen war und bei dem es MICHAEL SCHOCK mal wieder schaffte alle Anwesenden mit auf eine Reise zu nehmen durch die tiefen Abgründe der menschlichen Seele. Von der ersten Minute an druckvoller Sound, energetische Hooklines und melancholische, düstere Texte. Mit seiner unheimlichen Präsens weiß der Frontmann das Publikum zu animieren. Er lebt seine Songs und das ergibt eine leidenschaftliche Performance die einfach mitreißt. Wer bitte kann da still halten?
Natürlich brach im Laufe des Auftritts irgendwann die Diskussion um MICHELS Oberteil los – und LAHANNYA war wie versprochen ganz vorn dabei. Anregungen für einen Trikottausch wurden abgewiesen – alle anderen Ablenkungsversuche scheiterten ebenso. Das Hemd musste runter dafür stimmte natürlich vor allem der weibliche Teil des Publikums.
Man wird es nie über diese Band live zu erleben – selbst bei den wenigen Anwesenden die den Weg an diesem Abend ins Domizil gefunden hatten, gaben beide Bands alles. Die dadurch sehr intime Atmosphäre machte es zu einem schönen Erlebnis für – wie ich denke – beide Seiten. Wer nun wieder Blut geleckt hat, dem sei noch das Jahresabschlusskonzert am 18. Dezember 2009 in Mühlhausen ans Herz gelegt. Über die Livequalitäten von SCHOCK dürfte es mittlerweile keine Diskussionen mehr geben. Wer sich von dieser Show nicht anstecken lässt, dem ist wirklich nicht zu helfen.
Setlist Schock:
Schuld
Tanz
Kein Atemzug
Halt Still
Mein Herz
Wahre Fleisch
Gute Nacht
Hilf Mir
Erwacht
Lolita
Von Dir
Nicht Verlieren
Gottmensch
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Führe Meine Hand
Wie Ein Tier







