Surrogates – Mein Zweites Ich

CD-Cover
REGIE
JONATHAN MOSTOW
BUCH
MICHAEL FERRIS, JOHN BRANCATO
LAUFZEIT
88 min
VERLEIH
Walt Disney
START:
21.01.2010

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“Surrogates” spielt in der nahen Zukunft in einer hochtechnisierten Wohlstandsgesellschaft, in der die Menschen von morgen sich durch eine nach dem eigenen Vorbild oder Wunsch geformte Robotereinheit, das sogenannte Surrogate, ausleben. Diese Surrogates sind bequem von überall auf der Welt aus zu steuern und bestechen zum einen durch ihre äußere Perfektion und zum anderen durch die relative Sicherheit, die so ein künstliches Dasein in die Straßen der Metropolen dieser Welt bringt. Dann geschieht in Boston das Unvorstellbare: ein Mord! Aber nicht irgendein Mord – der Sohn des Erfinders der Surrogate-Technologie, Dr. Lionel Canter, wird nach einem Clubbesuch ermordet – mit einer neuartigen Strahlenwaffe, die nicht nur das Surrogate zerstört, sondern auch den Jungen im Steuerelement auf dem Campus seiner Uni grillt. Die Ermittlungen leitet FBI Agent Tom Greer (BRUCE WILLIS) unterstützt von seiner neuen Kollegin Jennifer Peters (RADHA MITCHELL), beide agieren durch ihre jeweiligen perfekten Surrogates. Sie kommen schnell zu dem Ergebnis, dass das Attentat Dr. Canter (JAMES CROMWELL) selbst gegolten hat. Schließlich gibt es noch immer Menschen, die sich einem Leben durch Roboterkopien entziehen und in sogenannten Reservaten lebend unter der Führung eines charismatischen Demagogen namens “Prophet” (VING RHAMES) den Aufstand gegen die entmenschlichte Gesellschaft vorbereiten. Dabei käme nicht nur ihnen eine solche, neuartige Waffe sehr zupass, auch andere Interessensgemeinschaften in dieser schönen neuen Welt wollen die Waffe unter ihre Kontrolle bringen - während der Hersteller und Monopolist der Surrogate Technologie die Existenz einer solchen Waffe eisern leugnet. Auf ihrer Suche nach den Drahtziehern eines immer größere Kreise ziehenden Komplotts, sowie der Waffe, stoßen Greer und Peters auf Wiederstände in den eigenen Reihen und Greer muss, nach seiner Suspendierung und dem Verlust seines Surrogates, auf eigene Faust und in seinem menschlichen, alles andere als makellosen Körper weiterermitteln. Greer selbst steht der neuen Technologie gespalten gegenüber: nach dem Verlust seines Sohnes vor einigen Jahren ist das Verhältnis zu seiner Ehefrau Maggie (ROSAMUND PIKE) zerrüttet; während er die Nähe zu ihrem menschlichen Ich sucht, schottet sie sich hinter der Fassade ihres makellosen Alter Ego rigoros ab. Eine atemlose Hetzjagd nach den Hintergrundmännern beginnt und bald kann sich Greer nicht mehr sicher sein, wer Freund ist und wer Feind, wer echt ist und wer nicht.

“Surrogates” ist trotz seiner Hochglanzoptik solides, gut gemachtes Actionkino mit deutlichen Film Noir Anleihen. Die Verschwörungsstory ist nicht wirklich neu und ja: BRUCE WILLIS ist BRUCE WILLIS ist BRUCE WILLIS. Und ein BRUCE-WILLIS-Film wird immer ein BRUCE WILLIS Film sein. Dennoch ist die futuristische Optik des Films wirklich sensationell, nicht nur die CGI, auch die Make-Up-Effekte sind vom Feinsten. Die Surrogates sehen wirklich so aus, wie man sich perfekte, makellose Roboterklone vorstellen würde. Von Mr. WILLIS gibt es bewährte Qualität, während bei den Damen vor allem Ex-Bond Badgirl ROSAMUND PIKE das Kunststück schafft, durch ihr Roboter-Ich so viel Verletzlichkeit hindurchscheinen zu lassen, dass sie wirklich berührt. Das eigentlich bemerkenswerte an “Surrogates” ist die im Mittelpunkt stehende, zutiefst philosophische Frage, wie man sich verhalten würde wenn man die ultimative Freiheit genießt, zu tun, was man will – und das nicht etwa in seinem eigenen Körper, sondern durch ein Vehikel, ein vollkommenes Instrument. Oder anders gesagt: Wenn man könnte, wie man wollte, würde man dann auch? Diese Frage ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Wie ein Voyeur ist man von Anfang gefangen in der Welt von “Surrogates”, verfolgt das Dasein auf der Leinwand und ertappt sich permanent bei der Frage, ob man genauso handeln würde. Überhaupt fördert dieser Film erschreckend viel Voyeurismus zutage: einer der stärksten Momente des Films ist, als sich herausstellt, dass der Besitzer eines unglaublich heißen weiblichen Surrogate Unit im wahren Leben ein fetter, glatzköpfiger Mann ist. Man entwickelt auch eine fast perverse Schadenfreude daran, wenn die robusten, schwer zu beschädigenden Surrogates bei Totalschaden etwas absondern, das so aussieht wie grüner Schleim.

"Surrogates" hat alles zu bieten, was man sich von einem Actionfilm erhoffen kann - und mehr: ansprechende Optik fürs Auge, knallharte Action fürs Adrenalin, und ein paar Denkanstöße, wenn sie auch nicht allzu lange vorhalten. Alles in allem also ein unterhaltsames und empfehlenswertes Kinovergnügen.

AUTOR

mks
mks

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