IN STRICT CONFIDENCE

Foto
INTERVIEWPARTNER
DENNIS OSTERMANN
DATUM
20.11.2009
ORT

Share this

Seit dem letzten Longplayer sind viele Monate verstrichen. Nun folgte mit der EP “My Despair” und dem passenden Video ein Lebenszeichen aus dem Hause IN STRICT CONFIDENCE. Was uns DENNIS darüber zu berichten hat und was es schon über das lang erwartete Album zu verraten gibt, könnt ihr im folgenden Interview nachlesen.

Dietmar: Hallo DENNIS, drei Jahre hat man von IN STRICT CONFIDENCE nichts mehr gehört. Das letzte Album von euch ist im Mai 2006 erschienen. Was habt ihr denn in dieser künstlerischen Schaffenspause gemacht?

Dennis: (lacht) Gute Frage. Bis das neue Album erscheinen wird, werden sogar vier Jahre vergangen sein. In erster Linie haben wir in dieser Zeit natürlich Musik gemacht, aber warum es dann vier Jahre wurden? Das haben wir uns auch gefragt. Zum einen deshalb, weil wir mehr Songs produziert haben, als für die ganzen letzten Alben. Wir haben schätzungsweise 20 Songs zusammen. Das heißt, dass wir über das Album hinaus noch ein bisschen Material bekommen haben, für Singles oder schon in weiser Voraussicht für das darauf folgende Album. Das soll aber auf keinen Fall wieder vier Jahre dauern.

Dietmar: Wisst ihr schon, wann das Album erscheinen soll?

Dennis: Ganz grob gesagt wird es im März 2010 erscheinen. Nun ist die EP „My Despair“ veröffentlicht und wir überlegen gerade, ob wir noch eine zweite Single vor das Album setzen.

Dietmar: Gibt es schon einen Titel für das kommende Album?

Dennis: Der Arbeitstitel, der so voraussichtlich auch für das Album gewählt werden wird, ist: „La Parade Monstrueuse“ – Die monströse Parade, im wörtlich übersetzten Sinne. Wir haben uns vom Artwork des Albums inspirieren lassen, das eine dunkle und schräge Zirkus- oder Kabarettwelt widerspiegelt. Der französische Titel passte ganz gut dazu.

Dietmar: Eure neue Single „My „Despair“ ist jetzt am 20. November 2009 erschienen. Wenn man das übersetzt, bedeutet das ja „Meine Verzweiflung“. Das soll aber kein Ausdruck der Verzweiflung sein, dass jetzt schon vier Jahre seit dem letzten Album vergangen sind, oder?

Dennis: (lacht) Nein. Kurz vor der Albumveröffentlichung ist man eh nicht mehr verzweifelt. Zwischendrin gab es natürlich Momente, wo wir realisiert haben, dass wir noch nicht einmal ansatzweise fertig waren, obwohl wir es längst sein wollten. Aber da muss man einfach die Zähne zusammen beißen.

Dietmar: Ihr habt ja für die Single einen moderneren Weg der Promotion eingeschlagen. Vor der Veröffentlichung des physikalischen Tonträgers gab es eine Videopremiere über MySpace. Sind solche Plattformen wie MySpace, Twitter usw. für euch wichtig und arbeitet ihr viel mit diesen?

Dennis: Ja. Wir haben uns erst lange Zeit dagegen gewehrt. Wir realisierten einfach nicht, wie wichtig solche Plattformen für viele Leute sind. Also haben wir uns hinein finden müssen und mittlerweile sind wir überall vertreten, auf den Geschmack gekommen und merken auch, dass es gut angenommen wird. Vor allem bei MySpace ist das Schöne daran, dass man auch einmal ein Feedback bekommt und das Gesicht dazu sieht. Das war ja sonst immer recht schwierig.

Dietmar: Euer Video ist bei MySpace zensiert. Was hat das für einen Hintergrund?

Dennis: MySpace basiert, wie die meisten Portale, auf amerikanischem Recht. Die amerikanische Gesellschaft akzeptiert das Zeigen von Nacktheit nicht, zumindest ist das bei MySpace der Fall. Daher wurde die nackte Brust von der Frau im Video etwas vom Licht überstrahlt. Den Meisten fällt das gar nicht auf. Wir wollten das etwas dezenter machen, ohne schwarzen Balken. Also haben wir das grafisch gelöst. Bei YouTube wird es, glaube ich, auch nicht so gerne gesehen, aber zumindest wird es dort geduldet. Ich denke, wenn wir das Ganze mit Gewaltszenen voll gepackt hätten, dann hätten wir in Amerika kein Problem gehabt (lacht). Unsere Fans haben sicherlich kein Problem damit, aber die alten Herren, die das Ganze finanzieren, wollten das halt nicht sehen. Das ist ihnen nicht zu verübeln, schließlich wollen wir auch die Herren nicht nackt sehen. (lacht)

Dietmar: Wie waren denn die ersten Reaktionen auf das Video?

Dennis: Sie waren durchweg positiv. Das ist allerdings etwas schwierig zu beurteilen, da natürlich das positive Feedback immer überwiegt. Gerade bei MySpace ist das der Fall, da die Leute dort nicht ganz so anonym sind. In Foren ist das etwas anderes, da wird gerne anonym über solche Sachen hergezogen, aber damit muss man leben.

Dietmar: Ich werfe jetzt einfach einmal zwei Namen in den Raum und du sagst mir etwas dazu. Zunächst einmal: HAYDEE SPARKS.

Dennis: HAYDEE ist unsere „neue“ Gitarristin. Sie ist mittlerweile seit zwei Jahren dabei. Ich habe wirklich lange suchen müssen. Ich wollte immer eine Frau an der Gitarre haben, einfach weil es etwas „exotischer“ wirkt. Die Gitarre ist meiner Meinung nach eher eine Männerdomäne. Ich fand HAYDEE über ein paar komische Zufälle und seitdem sind wir mit ihr auch recht glücklich. Sie hatte am Anfang etwas Bedenken, dass sie nur als Bühnen-Dekoration herhalten muss, aber sie kann wirklich Gitarre spielen! (lacht)

Dietmar: Der zweite Name ist NINA DE LIANIN.

Dennis: Das ist unsere neue zweite Sängerin. Es ist also nicht so, dass Antje, die bisher dabei war, aussteigt oder „hinausgeworfen“ wird. Ich wollte einfach wieder wie auf dem Album „Holy“ noch eine zweite Frauenstimme integrieren. Auf NINA wurde ich über HAYDEE aufmerksam. Sie wohnten eine Zeit lang zusammen in Berlin. NINA kommt eigentlich aus Serbien und hat dort schon recht viel Erfahrung im Musikbereich sammeln können. Mittlerweile hat sie schon über 1000 Auftritte gehabt, obwohl sie erst Anfang 20 ist. Eigentlich hat sie viel zu viel Erfahrung und ist für uns überqualifiziert. (lacht) Nun sind wir aber vollständig. Mit sechs Bandmitgliedern wird es schon langsam schwierig, das alles unter einen Hut zu bekommen. Nichtsdestotrotz habe ich jetzt das erste Mal das Gefühl, dass alle Plätze besetzt sind.

Dietmar: Noch einmal kurz zurück zu „My Despair“. Der Song klingt im Gegensatz zu den alten Sachen aus meiner Sicht poppiger. Auch in einer Rezension wurde der Song als „Dunkle Popmusik“ bezeichnet. Siehst du bei euch auch im Vergleich zu „Exile Paradise“ eine musikalische Veränderung?

Dennis: Im Vergleich zu „Exile Paradise“ vielleicht nicht. Ich fand das Album ebenfalls relativ poppig, auch wenn wir jetzt nicht die gängige Popmusik als Vergleich nehmen können. Im Gegensatz zu früheren Sachen steckt vielleicht schon eine gewisse Leichtigkeit drin. Das soll jedoch nicht stellvertretend für das kommende Album sein. Auf diesem sind eher ein paar Sachen drauf, die ungewöhnlich „hart“ sind.

Dietmar: In einem alten Interview habe ich die Information gefunden, dass du früher einmal beim Bodystyler-Magazin mitgewirkt hast. Das gibt es ja seit Kurzem wieder, arbeitest du auch wieder mit?

Dennis: Nein. Ich habe zu dem Herausgeber zwar immer noch gute freundschaftliche Kontakte, aber ich arbeite nicht mehr bei diesem Magazin.

Dietmar: Dafür wird es dann wahrscheinlich Anfang des nächsten Jahres eine schöne Karikatur von dir geben.

Dennis: Ich hoffe. Das Magazin hebt sich einfach ab, von daher muss man es einfach lieben.

Dietmar: Danke DENNIS für einige neue Informationen zu „My Despair“ und den schönen Ausblick auf das kommende Album. Ich wünsche dir ganz viel Glück, dass sich jetzt die Single und im nächsten Jahr dann auch das neue Album gut verkaufen. In diesem Sinne alles Gute und bis demnächst.

Dennis: Vielen Dank und dir auch alles Gute.

by PromoFabrik (www.promofabrik.de) - November 2009
Interview: Dietmar Fels
Text: Astrid Kerber

AUTOR