THE BOSSHOSS

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DATUM
06.09.2008
ORT
Berlin

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Wer sich in Berlin und Umgebung bewegt, konnte an diesem Event eigentlich gar nicht vorbei kommen. Über Monate hinweg suchten Berlins große Biermarken Schultheiss, Berliner Kindl und Berliner Pilsner nach einer neuen Berlin-Hymne als Ablösung für den Werbesong „Du Bist So Wunderbar, Berlin…“, gesungen von der Band KAISERBASE. Ausgeschrieben war das ganze als Bandcontest, an dem sich auch zahlreiche Bands beteiligten. Im Internet konnten aus ihnen dann fleißig vier Wochensieger gevotet werden. Die vier Finalisten wurden eingeladen, auf dem Brauereigelände der Berliner Biere zu spielen. Und das nicht etwa vor einer handvoll von Leuten sondern im Vorprogramm von den Großstadtcowboys THE BOSSHOSS. Dem Gewinner des Finales winkte, neben der Ehre Berlins neue Bier-Hymne komponiert zu haben, auch ein Auftritt bei der Popkomm 2008.

Über den ganzen Nachmittag hinweg gaben sich die Gewinner des Bandcontests die Klinke in die Hand und kämpften bei bestem Open-Air-Wetter um den Sieg. Geholt haben ihn letztendlich COSMA (www.cosma-berlin.de) mit dem Titel „Ich steh auf…“. So viel zum Vorgeplänkel, denn viele der Zuschauer warteten eigentlich nur auf den Auftritt des Hauptacts des Abends. THE BOSSHOSS, die auch als Zugpferde für den Bandcontest eingespannt waren, warteten bereits in den Startlöchern des großen Brauereikonzerts. Geschätzte 6000 Berliner hatten sich auf den Weg zum Brauereigelände gemacht. Das waren zwar weniger als die 10.000 erwarteten Gäste, aber dennoch für ein Konzert in Berlin schon eine ganze Menge. Dabei war das Publikum äußerst gemischt. So sahen sich die Angestellten der Brauerei samt deren Familien nicht nur allem gegenüber, was Berlin an Cowboys zu bieten hat. Auch Biker, Metaller, Goten und blond gelockte Mandys, Sandys und Renés trafen sich zu einer großen Party. THE BOSSHOSS schaffen es schließlich immer, die Anhänger der unterschiedlichsten Stilrichtungen zu vereinen.

Vor den Startschuss hatte der präsentierende Radiosender NRJ allerdings noch das Jammertal der anheizenden Moderatoren gesetzt. Gefühlte zwei Stunden versuchten sie das Publikum mit nervigen Sprüchen und peinlichen Spielchen in Feierlaune zu bringen. Überflüssig, denn die zumeist cowboybehüteten Berliner waren bereits in bester Stimmung und wollten eigentlich gleich losrocken. Das konnten sie dann auch pünktlich um 20 Uhr, als HOSS POWER und sein „Brother from another mother“ BOSS BURNS mit ihrem, „Stallion Battalion“ die Bühne betraten. Unter dem Strahlen einer dramatischen Lightshow erbebte Berlin-Hohenschönhausen für einen Moment und los ging’s.

Gespielt wurde eine ausgewogene Mischung aus Coverversionen bekannter Klassiker wie zum Beispiel „Word Up“, „Hot In Herre“ oder „Say A Litte Prayer“ (angekündigt als „Play A Litte Slayer“), die THE BOSSHOSS zu Beginn ihrer Karriere den Schnellstart in die Charts ermöglichten und neuem Material ihres aktuellen Longplayers „Stallion Battalion“. Natürlich wurden auch Songs des nicht ganz so erfolgreichen Werks „Rodeo Radio“ nicht außen vor gelassen und so gab es für jeden etwas zu hören/tanzen/mitgrölen. Nicht zu vergessen die optischen Eindrücke. Die gesamte Band verstand sich erwartungsgemäß gut darauf aufreizend rumzuposen. Insbesondere BOSS und Drummer FRANK DOE ließen zumindest kein weibliches (wobei: beim CSD Berlin sind sie auch aufgetreten) Auge trocken. Dazu gab es markige Sprüche und selbstverständlich wurden sämtliche Ansagen ausschließlich im Ami-Cowboy-Slang gehalten. Das wirkte sogar nicht mal peinlich sondern so überzeugend, dass unser lieber Fotograf Wolfi gleich mal fragte, ob „der eine aus den USA“ sei. Nein, die kommen aus Berlin (wobei die Band darauf besteht aus Berlin-Mississippi zu kommen).

Ganze zwei Stunden haben THE BOSSHOSS ihr Publikum aufs Vortrefflichste unterhalten. Das Publikum musste nicht erst überzeugt werden, da war sowieso jeder von der ersten bis zur letzten Sekunde voll mit dabei. Da tat auch der in der letzten halben Stunde aufziehende Regen der Stimmung keinen Abbruch mehr. Nur die Aftershowparty fiel dann im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Die von den NRJ-DJs angebotene Musik hätte aber wahrscheinlich sowieso nicht den Musikgeschmack der Leute getroffen.

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AUTOR

Freya