Wacken Open Air 2009

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DATUM
30.07.2009 - 01.08.2009
ORT
Wacken

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Alle Jahre wieder zieht es die Metal-Gemeinde in ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein, dessen Population sich für ein Wochenende ver35facht. Die Rede ist natürlich von Wacken. Natürlich zieht ein Festival in diesem Ausmaß auch zahlreiche "Nicht-Metaller" an, doch eines der Merkmale des Wacken Open Air ist neben immer wieder großartigen LineUps immer gewesen, dass hier stets friedlich miteinander gefeiert wird. Auch wenn die Veranstaltung, wie einige meinen, immer mehr zum Kirmes wird, so bot das größte Metalfestival der Welt auch zum 20. Jubiläum wieder ein Wochenende voller guter Stimmung, starker Konzerte und fröhlichem Feiern.

Donnerstag
Den Start des Jubiläums erledigten auf der Black Stage SKYLINE, die Band des Wacken-Veranstalters THOMAS JENSEN. Neben der Wacken-Hymne "We Are The Metalheads", die zusammen mit DORO zelebriert wurde, wurde auch der "Wacken Song" mit TOM ANGELRIPPER sowie einige Metal- und Rockklassiker zum Besten gegeben. Um den Mitgröhlfaktor zu verstärkren wurden die Texte gab auf die Videowand geworfen, so dass wirklich keiner eine Zeile verpassen musste.

Die Partystage wurde dann souverän von den Dänen von D-A-D eröffnet. Das Quartett gab dabei seine klassischen Hardrock-Hymnen zum Besten und Bassist STIG PEDERSEN hatte extra für die Show einige seiner extravagantesten zweisaitigen Instrumente eingepackt. So gab es neben seinem "verkehrten" Bass, bei dem der Korpus die Form einer überdimensionalen Kopfplatte hat und umgekehrt, noch seinen kultigen Raketenbass zu begutachten. Die Bässe waren durchweg schräge Gimmicks mit den Qualitäten von Verkehrsunfällen, bei denen man ja bekanntlich auch nicht wegsehen kann. Die änderten jedoch nichts daran , dass D-A-D das Wacken Open Air auf jeden Fall mächtig rockten und so für eine gelungene Einweihung der Partystage sorgten.

Währenddessen gaben sich SCHANDMAUL auf der Black Stage die Ehre - und schafften es nicht nur, riesige Zuschauermengen anzuziehen, sondern durch ihr sympathisches Auftreten und eine spielerisch starke Show, diese Zuschauermengen auch noch in freudige Begeisterung zu versetzen und so für eine großartige Partyathmosphäre zu sorgen.

Auf den Slot, der auf der Partystage eigentlich für ANTHRAX vorgesehen war, folgten dann dank deren Trennung von Sänger DAN NELSON die fröhlichen Franken von J.B.O. Diese hatten zunächst mit dem deutlich zu leisem Sound zu kämpfen, meisterten ihre Sache mit einer großen Portion alter und einiger neuer Songs aber ganz gut, auch wenn sie natürlich in keinster Weise einen angemessenen Ersatz für die ausgefallenen New Yorker darstellten.

Auf die Münchner von SCHANDMAUL folgte währenddessen auf der Black Stage DER W, bei dem spürbar weniger Leute anwesend waren. Die jedoch hatten sichtlich Spaß und feierten den ex-ONKEL ordentlich ab. [BK]

Wenn eine Band sich mit "We are THE BOSSHOSS from Berlin, Mississipi" ankündigt, dann weiß man eigentlich schon, dass das was Gutes kommen muss. Und genauso geschah es. Auch wenn man meinen könnte, dass die Cowboys (im übrigen alle mit dem gleichen Hut) mit ihrer Musik im Countrystil vielleicht nur bedingt nach Wacken passen würden, sorgten sie für eine Superparty und wurden vom Publikum entsprechend gefeiert. Und obwohl die Hälfte der Band es sich auf Stühlen auf der Bühne bequem gemacht hatte, entfalteten THE BOSSHOSS weit mehr Power als so manch andere Band im Stehen. [DR]

Nach der Show von THE BOSSHOSS hatten RUNNING WILD zwar die erste Hälfte ihrer Show bereits absolviert, aber da das deutsche Heavy-Metal-Urgestein bei seinem letzten Auftritt insgesamt zwei Stunden lang auf der Bühne stand, blieb noch genügend Zeit, um zu begutachten, was die Veteranen noch können. Die Band um Frontmann ROLF "ROCK'N'ROLF" KASPAREK wurde mit einem zwei Stunden Slot mit reichlich Spielzeit bedacht. Dies war leider der tatsache geschuldet, dass das Wacken-Konzert das letzte der Band sein würde. Nach über 25 Jahren werden sich RUNNING WILD auflösen. Gibt es einen stilvolleren Abgang für eine altehrwürdige Metalkapelle als ein Auftritt auf dem weltgrößten Metalfestival? Wohl kaum, und entsprechende Massen an Leuten haben sich dann auch vor der Blackstage eingefunden. Die Band ließ dementsprechend auch nicht lumpen und lieferte eine sehr ordentliche Show ab, die für entsprechend euphorische Reaktionen beim Publikum sorgte: unzählige Hände reckten sich in die Luft und mitgesungen wurde auch fleißig. [DR]

Damit war es dann auch an der Zeit, die Metal Hammer Awards über sich ergehen zu lassen und zu beobachten, wie SUBWAY TO SALLY sich als bester deutscher Act gegen RAMMSTEIN durchsetzten und wie BIFF von SAXON zur "Metal-Persönlichkeit des Jahres" gekürt wurde.

Was auf dieses eher langweilige Zwischenspiel folgte, stellte den gesamten bisherigen Tag in den Schatten. Ich muss ja gestehen, dass für mich OZZYs markante Stimme immer wesentlich für BLACK SABBATH war, weshalb ich dem Auftritt von HEAVEN AND HELL auch ein wenig skeptisch gegenüber stand. Dass die Band selber sich zwar als BLACK SABBATH-Nachfolgeband sieht, aber eben nicht mehr als BLACK SABBATH, haben sie mit ihrer Namensänderung ja selber klar gemacht. Es sollte sich aber zeigen, dass die Zweifel allesamt nicht gerechtfertig waren. Die Band um TONY IOMMI, GEEZER BUTLER, VINCE APPICE und zu guter Letzt natürlich Frontmann RONNIE JAMES DIO gab sich zu keinem Zeitpunkt als Frührenter des Heavy Metal, die für ein paar Shows vom Altenteil zurückgekehrt sind, sondern zeigten eine unglaublich starke Performance. Besonders RONNIE JAMES DIO zeigte, dass er trotz seiner 67 Jahre immer noch zu den besten Metal-Sängern der Welt gehört und dass seine Stimme mit dem Alter auf keinen Fall nachgelassen hat. Auch seine Mitmusiker zeigten eine beeindruckende Leistung, die durch und durch authentisch wirkte und selbst skeptische Zuschauer von der ersten bis zur letzten Note mitriss. HEAVEN AND HELL waren definitv ein mehr als würdiger Headliner für den Donnerstagabend des 20. Wacken-Jubiläums und sorgten mit ihrer Show für eine wahrhafte "Night To Remember". [BK]

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AUTOREN

Ben
Ben