Zita Rock Festival 2009
Die Zeit zwischen WGT und den später im Jahr stattfindenden Festivals ist schon ziemlich lang. Wer sich nicht so lange gedulden wollte, der besuchte am 13. Juni das Zita Rock Festival in der Berliner Zitadelle. Vor wunderschöner Kulisse und unter im Minuten-Takt startenden Flugzeugen spielten an dem sonnigen Samstag sechs Top-Acts des düsteren Rocks. Durch das Programm führte niemand geringeres als HONEY von WELLE:ERDBALL.
Den Anfang machten TANZWUT. Bei den Berlinern hat sich in letzter Zeit so einiges getan. So hat Gitarrist PATRICK die Band verlassen und wurde durch MARTIN ersetzt. Außerdem hatte WIM im Mai einen schweren Fahrradunfall, bei dem er sich die Schulter brach. Beim Zita Rock stand dann aber eine geschlossene Mannschaft inklusive WIM vor dem zahlreich erschienenen Publikum und heizte ordentlich ein. Der neu installierte Steg von der Bühne ins Publikum wurde von TEUFEL gerne genutzt und so ging das Publikum nicht nur in den ersten Reihen ordentlich ab. Und das, obwohl TANZWUT den Opener des Tages gaben. Der Grund hierfür ist nicht etwa eine Deklassierung zum Anheizer. Vielmehr hatten die Berliner später am Tag noch einen Auftritt mit ihrer Band CORVUS CORAX. Dennoch ruhte man sich keineswegs aus sondern gab mit Songs wie „Ihr Wolltet Spaß“ oder dem ÄRZTE-Cover von „Bitte Bitte“ und einer charismatischen Show alles erdenklich mögliche. Alles in Allem ein gelungener Auftakt für das Zita Rock 2009. (WS, FD)
Nach TANZWUT gaben sich ZERAPHINE die Ehre. Zwar hatten sie zwei neue Songs in der Tasche, trotzdem gab es keine großartigen Neuerungen zu sehen. Die brauchen sie aber eigentlich auch gar nicht, denn SVEN und seine Band geben eben schon immer soliden Goth-Rock zum Besten. Naturgemäß gingen sie die Sache etwas ruhiger an als zuvor TANZWUT und so wurde auch im Publikum eher andächtig gelauscht als ausgelassen gefeiert. (WS, FD)
Weiter ging es bei bestem Festivalwetter mit DIARY OF DREAMS. DIE brachten auch gleich zu Beginn mit “The Wedding” einen Kracher aus ihrem neuen Album “If”. Die Laune in der Band um ADRIAN HATES schien gut, was sich auch gleich auf das Publikum übertragen hat. ADRIAN ermunterte die Zuschauer immer wieder an seiner „Präsentation“ mitwirken, indem er sie aufforderte Textpassagen zu übernehmen, was bei „Traumtänzer“ besonders gut geklappt hat. Aber auch bei den anderen Liedern sang das Publikum begeistert mit. Neben neueren Stücken wie „The King Of nowhere“ spielten die Jungs auch Werke wie zum Beispiel. „The Plague“ („Nekrolog 43“) und „The Curse“ („Freak Perfume“), die die Zuhörerschaft mitrissen. Das Konzert schien nicht nur den Zuschauern gut gefallen zu haben. Mit einem „außerordentlichen Dank“ an ihre Fans verabschiedeten sich DIARY OF DREAMS – für ihre Anhänger leider viel zu früh – von der Bühne, um sie pünktlich für PROJEKT PITCHFORK frei zu machen. (YS)
Die legten dann auch pünktlich auf die Minute los. PETER, DIRK und JÜRGEN wurden, wie schon bei ihrem WGT-Gig, von CARSTEN (Gitarre) und ACHIM (Drums) unterstützt. Irgendwie wirkten die Hamburger im strahlenden Sonnenschein etwas deplatziert und trotzdem spielten sie, ganz im Gegensatz zu ihrem Auftritt in Leipzig, von der ersten Note an eine grandiose Show. Gespielt wurden neue Songs wie „If I Could“ oder „Darkness“ – trotzdem standen die Klassiker wie „Requiem“, „Timekiller“ und „Existence“ im Vordergrund. Schade, dass nach zwölf Songs schon Schluss war. Sehr viel länger hätten die Herren gesetzteren Alters aber wohl auch nicht durchgehalten. Gerade Sänger PETER SPILLES musste nach dem einen oder anderen Song schon ganz schön kräftig durchatmen. Aber so ist das eben mit dem Zahn der Zeit. Schön, dass sie wieder da sind. (FD)
"Beim Ersten Mal Tut's Immer Weh". Mit diesem Hit aus ihrem aktuellen Album "Monster" starteten OOMPH! ihren Auftritt auf dem Zita-Rock Festival 2009. Nachdem PROJECT PITCHFORK ihren Auftritt beendet hatten, heizte die niedersächsische Band bestehend aus DERO, CRAP und FLUX die Stimmung der Festivalbesucher auf. Das Publikum, das schwarze wie auch das bunte, war ab der ersten Sekunde euphorisch und DERO und Co. verstanden es diese Euphorie bis zum Ende ihres Auftritts zu halten. Die Setlist bestand aus einem guten Mix von Klassikern wie "Augen Auf!", "Fieber" oder "Gott Ist Ein Popstar" sowie von Stücken aus dem zuletzt geschaffenen Album der Band. Auch die aktuelle Single "Sandmann" durfte nicht fehlen. Sehr zur Freude seiner Fans stürzte sich Dero in guter alter Stage-diving Manier ins Publikum und ließ sich eine Weil nicht nur sprichwörtlich von seinen Fans auf Händen tragen. Kurz vor Ende des Auftritts machte die Band ihre Zuhörer auf das Problem der Kinderarmut in Deutschland aufmerksam und DERO brachte sein Unbehagen über diese Thematik mit harten Worten hervor. Der Ausruf "Scheiß auf Deutschland!" führte dabei zu einiger Verwunderung unter den Fans. Nach einer Stunde verließen OOMPH! die Bühne und machten Platz für den Headliner des Festivals. Mit tosendem Applaus wurde die Band verabschiedet und diese bedankte sich mit tiefen Verbeugungen von seinem Publikum. (BB)
Nach solch einer Vorlage wäre es für viele Bands schwierig geworden, mitzuhalten, nicht jedoch für UNHEILIG. DER GRAF versprühte eine gute Laune, die geradezu ansteckend war und stand auf der Bühne keinen Moment still. Die gnadenlos starke Performance seiner Mitstreiter tat ihr Übriges, um schnell klar zu machen, dass UNHEILIG ihre Position als Headliner des heutigen Abends absolut zu Recht erhalten hatten. Von den schnelleren Nummern bis hin zum getragenen „Astronaut“ waren die Songs der Setlist perfekt ausgewählt und aufeinander abgestimmt. Der einzige Wermutstropfen beim Auftritt von UNHEILIG war, dass die Band aufgrund der Lärmschutzbestimmungen, wegen derer das Konzert um 22 Uhr beendet sein musste, keine Zeit mehr für eine Zugabe hatte. (BK)
Autoren:
Ben Blaschke (BB)
Ben Kettner (BK)
Freya Diepenbrock (FD)
Wolfgang Sprenger (WS)
Yvonne Schöneck (YS)












