RENA LARF - Exklusive Literaturinterpretationen und Literatur für die Ohren

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INTERVIEWPARTNER
RENA LARF
DATUM
25.03.2009
ORT

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ALISHA BIONDA führte ein umfangreiches Interview mit RENA LARF, dessen erster Teil sich um sie als Person, ihre Beziehung zur Literatur und ihre Texte drehen soll.

RENA LARF, geboren am 2.3.1961 in den Niederlanden, lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Das Interesse für Literatur und Sprache hat sie in der Kindheit gepackt und seither begleitet. Auch ihre Arbeit bewegt sich in diesem Spannungsfeld.

Nach dem lyrischen Band „Das Spiel Der Sinne“ (2001) und ihrer erotischen Kurzgeschichtensammlung „Puls Der Leidenschaf(f)t…“ (2003) legt die Hamburger Autorin RENA LARF Ende 2006 einen originellen und brandaktuellen Roman vor: „Das Liebesleben Einer Macho-Frau. Nicht Nur Männer Sind Machos.“
Die Geschichte spielt in Hamburg, weil RENA LARF von sich sagt, dass sie am liebsten über Dinge schreibt, die sie kennt. Sie ist eine Autorin mit Lokalkolorit.
Aber auch im Fantastischen fühlt sich die Autorin zuhause,

Alisha: Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, einige Fragen zu beantworten. Zuerst eine persönliche Frage: Was gibt es über dich als Mensch zu sagen?

Rena Larf: Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mir diese Fragen zu stellen, ALISHA. Über sich selbst etwas zu sagen ist immer irgendwie schwierig, weil ich eigentlich momentan gar nicht richtig weiß, wie ich bin. Es gibt immer diese Phasen im Leben, wo alles im Umbruch zu sein scheint und man sich selbst in Frage stellt. Aber ich bin freundlich, ehrlich, loyal, aufgeschlossen, charmant, fantasievoll, hilfsbereit und zuverlässig. Zumindest sagen das die Menschen, die mich kennen. (lacht)

Alisha: Was zeichnet dich in deinen Augen aus?

Rena Larf: Durchhaltevermögen, eine gehörige Portion Wahnsinn, Humor, Sensibilität, Begeisterungsfähigkeit, Intuition. Kurz: Ich habe ein großes Herz für Menschen und darf mich in diesem Bezug auch auf meine Eingebung verlassen.

A.B: Was magst du, und was nicht?

Rena Larf: Ich mag Rotwein, Sarkasmus, Fisch, Musik, Literatur, Fotografie, Erotik, Romantik, Sprache - und ab und zu meine Ruhe.

Alisha: Welche Hobbys hast du?

Rena Larf: Püh, die üblichen. Mit Freunden treffen, gut essen, ab und zu einen guten Kinofilm anschauen. Mein größtes Hobby ist Lesen. Und wenn mein Schreibtisch voll ist und ich mal wieder den Kopf frei kriegen muss, gehe ich gerne mit meinem Hund spazieren. Ich fotografiere auch – nicht immer gut. Und ich mag Bildbearbeitung. Das ist manchmal wie mit Storys an denen du schreibst. Nicht immer weißt du, was hinten rauskommt.

Alisha: Du bist ja in einigen Projektarten (auf die wir in den einzelnen Interviews noch kommen werden) vertreten, doch alle sind eng mit der Literatur verknüpft. Was bedeutet dir diese, privat und beruflich?

Rena Larf: Nur wenn du etwas mit großer Leidenschaft betreibst, dann wird das Ergebnis dich ausfüllen. Literatur ist alles für mich. Sie macht mein ganzes Leben aus. Ich bin ein neugieriger Geist und sauge alles in mich auf, weil ich mir sicher bin, dass ich das irgendwann gebrauchen kann. Das kann privat der Freund sein, der aussieht wie der Protagonist eines Buches, das kann der Mord aus den Nachrichten sein, der mich zum Krimi inspiriert, das sind die Nachbarn, die Eingang in eine Satire finden. Gott sei Dank lesen die meine Texte nicht. (grinst)
Beruflich ist Literatur für mich eher das gesprochene Wort, die Interpretation. Damit möchte ich genau das sagen, was der Name ausdrückt: Ich lese nicht einfach aus einem Text vor, sondern gebe ihm mit meiner speziellen Art der Präsentation ein ganz persönliches Profil. So entsteht ein kreativer Spielraum für Interpretation durch Pausensetzung, Betonung und Stimmlagen. Das Werk entfaltet ein ganz anderes und neues Wirkungspotential für den Zuhörer. Und das sowohl bei einem Live-Event als auch als MP3-Konserve via Internet.

Alisha: Du schreibst ja auch selber – was hat dich dazu gebracht? Erzähle uns doch bitte dahingehend deinen Werdegang.

Rena Larf: Seit dem sechsten Lebensjahr interessieren mich Buchstaben. Mit neunzehn gab es einen Roman, den keiner wollte. Heute, mit ehrlicher Selbsteinschätzung, war es besser so. Ich wollte einfach ausprobieren, ob ich schreiben kann. Dann gab es eine lange, lange Pause, in der mir die Worte „Windeln und Kinderwagen“ näher waren als der Stift. Seit 2001 folgten zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, Anthologien, Internetforen. Das Übliche halt. Dann ein paar eigene Bücher, die Mitarbeit an der „Elfenschrift“, für die ich leider momentan viel weniger Zeit habe, als mir lieb ist.

Alisha: Schildere uns doch bitte schon mal grob, welche Projekte genau du betreibst.

Rena Larf:
Literatur:
„Open Mike“ - seit August 2003, ein Konzept, das bekannten und weniger bekannten Autoren die Möglichkeit gibt, ihre Texte einem größeren Publikum zu präsentieren. Seit 2007 das Duo „Zwei Weiber“ mit Autorenkollegin SUSANNE HENKE.

Events:
RENA LARF - Exklusive Leseabende – „Fine Dinig Stories Hamburg“ bietet hochwertige Literaturkonzepte, in denen Kompetenz und Kreativität, Leistung und Leidenschaft zu maßgeschneiderten LeseEvents für Business und Privat kombiniert werden.
Schwerpunkte: Hotelkultur, Unternehmenspräsentation, Dienstleistung für Gastronomie, literarische Event-Inszenierung: www.esprisa.de

Channel:
Literaturkanäle Live on Air: Ein neues Internetprojekt, das Telefon, Radio und Web 2.0 unkompliziert mit einander verbindet, sind seit 2008 meine Literaturkanäle auf www.1000mikes.com/home/LiteraCulture

Alisha: Hast du eine fest strukturierte Methode, wie du deine Projekte „angehst“? Welche haben dabei Vorrang? Wie triffst du deine Auswahl? Nach welchen Kriterien gehst du vor?

Rena Larf: Nein, ich habe keine fest strukturierte Methode, weil jedes meiner Projekte unterschiedlich ist. Alles unterliegt natürlich einer gewissen Abfolge von Bearbeitungsschritten und gewissen Prioritäten.
Dabei ist natürlich Geld zwar ein profanes Mittel, aber durchaus ein entscheidendes. Das, was am meisten Geld bringt, hat Priorität. Das sind in der Regel die Live-Events in Hotel und Gastronomie oder auch für Verbände und Firmenfeiern. Aber zuviel Struktur bedeutet für mich Starre und einen dicken Strich durch meine künstlerische Entfaltung. Deswegen kann es dann auch schon mal passieren, dass die Lesung in der Schule oder eine Benefizveranstaltung bei mir einfach den Vorrang in der Auswahl bekommt.

Alisha: Welchem Genre ordnest du dich zu? Und welches reizt dich am meisten?

R. L.: Warum sollte ich mich festlegen auf bestimmte, konkrete Genres? Ich schreibe Kurzgeschichten in den Bereichen Fantasy, Krimi, Märchen. Der Schwerpunkt wird immer die sinnliche Erotik bleiben, wobei die Übergänge auch zur Lyrik fließend sind.
Dunkle Seiten hat jeder von uns. Sie sind spektakulär und reizvoll. Horror und Mystik gehören somit auch dazu. Und die Satire, weil ich ein sehr wacher und politischer Mensch bin und insofern nicht an Zeitgeschehen vorbeikomme.

Alisha: Gibt es einen Autor, dessen Kurzgeschichten/Romane du besonders magst?

Rena Larf: Ich liebe RILKE, POE und HENRY MILLER. Sorry, ja.... ich stelle gerade fest, die sind alle schon tot.

Alisha: Hast du ein Vorbild?

Rena Larf: Wenn du ein Vorbild als etwas siehst, was du nachahmen möchtest, dann nein.

Alisha: Du arbeitest sowohl alleine, als auch im Team. Wo legst du da seine Gewichtung?

Rena Larf: Eindeutig auf Solo-Auftritte. Da muss ich mich nur auf mich selbst verlassen können und ich weiß, dass ich da zu professionell bin, um mich selbst zu enttäuschen. Andererseits kannst du besser kalkulieren: mehrere Autoren oder ein Zusatzmusiker wollen vom Veranstalter mehr Geld. Und das merkt man auch jetzt in der Finanzkrise, dass es da manchmal ganz schön schwierig sein kann, ein gutes Programm mit mehreren Akteuren Erfolg versprechend unterzubringen. Aber es gibt ja auch die kleinen subventionierten Veranstaltungen, wo alle für ein kleines Handgeld an den Start gehen, weil es einfach Spaß macht. Das sind oft die schönsten Events, weil man da auch mal experimentieren kann und mit gleich gesinnten Verrückten zusammen sein darf.

Alisha: Gibt es Menschen, die dich bei deinem schriftstellerischen Werdegang unterstützt haben? Freunde, Familie, Kollegen? In deinen Anfängen und jetzt?

Rena Larf: Meine Familie. Ausnahmslos mein Mann, meine beiden Jungs, die damit aufgewachsen sind, dass diese komische Frau, die sich „Mutter“ nennt mal wieder einem Geistesblitz hinterher jagt. Ohne dieses tief greifende Verständnis für diesen Wahnsinn, für das Rumreisen, für die Lesetermine an Feiertagen, für stundenlanges Herumgehämmere auf der Tastatur wäre das alles gar nicht möglich gewesen. Und ja, da gibt es ein, zwei Freunde, die von Anfang an mit dabei waren.

Alisha: Welche Projekte würdest du als Autorin künftig gerne umsetzen?

Rena Larf: Für die zweite Hälfte von 2009 ist das erste "1000Mikes - Buch" mit meinen Storys aus der „Erotic Morning Lounge“ geplant. Dann möchte ich unbedingt einen EDGAR ALLAN POE-Abend auf den Weg bringen. Mit so tollen Storys wie „Der Schwarze Kater“, „Die Grube Und Das Pendel“, „Hopp - Frosch“ oder „Die Maske Des Roten Todes“.
Ich werde weiter Benefizlesungen anbieten für ausgewählte Projekte wie KinderLeben e.V., mich für die Leseförderung in Schulen engagieren und natürlich meine Literatur - Internetsender ordentlich in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

Alisha: Gibt es eine Thematik, die dir besonders am Herzen liegt, und die du unbedingt umsetzen möchtest?

Rena Larf: Nein, mein Herz ist groß. Da hat vieles Platz, was ich nach und nach einfach umsetzen werde – mit den richtigen Kooperationspartnern.

Alisha: Vielen Dank für das Beantworten des ersten Teils des Interviews. In Teil zwei würde ich dir gerne Fragen zu deinen Eventprojekten stellen und in Teil drei dann noch ausführlicher mit dir über deine Channelprojekte reden.

Rena Larf: Ich habe zu danken.