WUMPSCUT: Schrekk & Grauss
Wenn man sich auf etwas verlassen kann, dann sind es die regelmäßigen Veröffentlichungen aus dem sich scheinbar nie erschöpfenden Pool industrieller Experimentierfreude des RUDY RATZINGER alias WUMPSCUT. Seit nunmehr 20 Jahren treibt er sein Unwesen und ist weiterhin ein fester Bestandteil der Industrial- und Elektroszene. Jährlich, rund um die Osterzeit gibt es ein neues Release über das Label BETON KOPF. Was bringt nun das für Karfreitag angekündigte Werk „Schrekk & Grauss“?
Eine erste Hörprobe bestätigt zunächst die Erwartungen, es ist unverkennbar WUMPSCUT. Soundstrukturen und Rhythmen der einzelnen Titel haben einen hohen Wiedererkennungswert, offerieren dem Hörer aber nicht wirklich neue Ideen. Anstelle musikalischer Neuentdeckungen fällt dieses Mal der erneut provokante Bezug zu Themen wie zum Beispiel dem Holocaust auf, die sich mal verschleiert, mal etwas direkter in den Kompositionen wieder finden. Doch gerade das verleitet dazu, sich die spärlichen Lyrics auch mal näher zu betrachten. Beispiele hierfür wären der Opener „Rudolf Wolzek“ oder „Muselmann“. Der Albumtitel lässt sich somit auch leicht auf den lyrischen Inhalt übertragen, orientieren sich doch viele Titel an diversen „schrekk“-lichen Figuren oder „grauss“-igen Vergangenheiten. Doch auch das ist nichts Neues, da WUMPSCUT sowieso Garant für schreckliche und gewaltgeschwängerte Themen ist.
Qualitativ macht das Album keine hohen Sprünge und bietet gegenüber den Vorgängern keine wesentlichen Entwicklungen. Von Experimentierfreude fehlt jegliche Spur und wirklich brachiale Industrial-Kracher findet man ebenfalls kaum. Ausnahme ist dabei lediglich der Titelsong oder das Instrumental „Kikeriki“, das mit den gleichnamigen Samples aber einem eher den Nerv tötet. Der darauf folgende Titel „Zombibikini“ hingegen hat wiederum Ohrwurmcharakter, macht Spaß und lässt sich leicht einprägen. Ha! Äußerlich rundet RUDY R. sein Werk mit einem Comic-haften Figurenensemble als Titelträger ab und sorgt so für einen schwarz-humoristischen Touch. Wenigstens etwas.
Wie immer lässt sich die BETON KOPF Maschinerie auch dieses Mal nicht lumpen und bietet das Werk in verschiedenen Ausführungen an. Neben der regulären Scheibe gibt es eine Remix-Variante und die so genannte „Schrekkbox“ mit jeder Menge Merchandise inklusive, sowie ein auf 500 Stück limitiertes Vinyl-Release.
Rudolf Wolzek
Schrekk & Grauss
Zombibikini




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