SUBWAY TO SALLY: Schwarz In Schwarz
"Schwarz In Schwarz" ist nicht nur der Titel des neuen SUBWAY-TO-SALLY-Albums, sondern auch die zukünftigen Aussichten auf musikalische Weiterentwicklung. Um dieses Trauerfest in wenigen Stichpunkten zusammenzufassen: Wir hätten die virtuose, voluminöse Stimme von ERIC FISH gehabt. Dazu die einfühlsamen Geigensoli von FRAU SCHMITT, die aber erst mit einem Gegengerichteten Cello (B. DEUTUNG) an Farbklang gewinnen und die furiosen Eigeninitiativen SIMON MICHAELs an den Percussions, die den Liedern stets ihre eigene Gewalt gaben.
Sprich: Jedes Mitglied hatte seine eigenen Stärken, von denen auch bewiesen wurde, dass alle mit Glanzleistungen unter einen Hut zu bringen sind. Doch wo diese Synergie hin ist, weiß keiner mehr zu sagen, nachdem man sich diese dissotiativen Versatzstücke auf "Schwarz In Schwarz" angehört hat.
Man könnte es auch "Die Ode An Eisblume" nennen. Erinnert sich noch jemand an die Kontroverse, die dieses Lied hervorrief? Zu schwülstige und stereotypische Texte? Zu aufgesetzte Melancholie und durch die Lyrics vollkommen zerstörte Epik? Man stelle sich nun so ein ganzes Album vor.
Schon zu Beginn der ersten Lieder merkt man eine gewisse Affinität zur Epik, jedoch hätte man vielleicht daran denken sollen, dass die eine Geige von FRAU SCHMITT dort etwas blässlich wirkt. Trompete und andere Gastspieler, deren Qualitäten und Können in keiner Weise auch nur tangiert werden (NORA THIELE), wirken oftmals dermaßen hohl und blechern, dass man meinen könnte, es wäre digital hinzugefügt worden.
Viele Lückenfüller, wie zusätzliche Streichinstrumente, erschaffen nicht die den Zuhörer ummantelnde Intensität, da alles von Geige-Gitarre/Laute-Elektro-Gitarre in den Hintergrund verbannt wird – ab und an jedoch mit (trotzdem nicht überraschenden) Ausnahmen.
Vor allem ERIC FISH wird komplett vernachlässigt. Seine Stimmgewalt, die Fähigkeit Töne glasklar zu halten und Notenstufen perfekt abzusingen, kein einziges der Lieder widmet sich dieser außergewöhnlichen Begabung. Stattdessen wummern entweder uninspirierte Gitarrenriffs den Gesang entlang, um dann in einem völlig unmelodiösen Chorus zu enden, oder absolut seelenlose Gitarren und Lauten werden vor sich hingezupft, um dann in brachialem Metal zu enden. Bloß, dass dieser lediglich aus dem Anspielen lustloser Akkorde besteht.
Man hat deutlich den Eindruck, dass zuerst die Texte da waren und eine absolut undynamische Tonspur dazu entwickelt wurde, die oftmals in absolut keinem Zusammenhang zum Refrain steht.
Die Frage, die man mittlerweile einfach stellen muss, ist: Wieso bleiben SUBWAY TO SALLY immer noch bei dieser alten Masche? Mit wirklicher Folklore hat dies schon lange nichts mehr zu tun. Weshalb war zwar stets eine Weiterentwicklung ersichtlich, jedoch nie der Einschlag eines neuen Weges? Nun ist genau das eingetroffen, was nie hätte passieren dürfen.
SUBWAY TO SALLY haben ein Album herausgebracht, aus dem sie sich schon längst herausentwickelt hatten.
Letztlich kann man folgendes Fazit treffen: SUBWAY hatten die Möglichkeit dieses Album mit Platin und Gold einzukleiden, genommen haben sie Kupfer und Bronze.
Bis In Alle Ewigkeit
Am Ende Des Wegs






