THE PRODIGY: The Day Is My Enemy

CD-Cover
MEDIUM
CD
LABEL (VERTRIEB)
Vertigo Berlin (Universal Music)
STIL
Elektro
VERÖFFENTLICHUNG
27.03.2015

Die englische Band THE PRODIGY hinterließ 2009 ein großes Werk. Damals schufen sie mit „Invaders Must Die“ einen hervorragenden Vertreter der elektronischen Tanzmusik. Jetzt, sechs Jahre später, schicken sie ihr neues Studioalbum ins Rennen um die Herrschaft über die Dancefloors.

„The Day Is My Enemy“ ist fünfzehn Tracks lang, prescht eine gute Stunde unentwegt nach vorne und wird dabei einfach nicht langweilig. Mit dem Namensgebenden Song „The Day Is My Enemy“ legt der Longplayer los. Das dazugehörende Musikvideo zeigt den bekannten und heftig diskutierten russischen Dirigenten VALERY GERGIEV, der mittlerweile das Münchner Philharmonie Orchester mit seiner Präsenz vereinnahmt. Das toll geschnittene Video um den tonangebenden Dirigenten steht in Symbiose zum Album.
Die Tracks “Medicin”, “Invisible Sun“ und “Rise Of The Eagles” heben sich vom Großteil der Playlist ab. “Medicin” klingt wie ein musikalischer Kurztrip durch ein indisches Viertel Londons. “Invisible Sun” setzt musikalisch auf Trip-Hop mit einer Prise Drum & Bass. Der Bonustrack „Rise Of The Eagles“ erinnert an einen albtraumhaft verzerrten Reggae-Song und beendet das Album.
„The Day Is My Enemy“ kann durchaus als Electrosymphonie bezeichnet werden. Ein Gesamtwerk, das dem Hörer laut und fordernd um die Ohren fliegt. Es schnellt vorwärts, weiß wo es Pausen lassen sollte und spart diese gekonnt aus. Das alles nur, um mit dem nächsten Loop die aufgebaute Spannung zu lösen. Langsame Stellen sucht man hier vergebens. LIAM HOWLETTs Combo hat diese in ihrem Konzept nicht vorgesehen und das Ergebnis gibt ihr Recht. Bemerkenswert zeigt THE PRODIGY wie durch Steigerung und Auflösung der einzelnen Melodien eine Harmonie erzeugt werden kann, die von handwerklichem Können zeugt. Einfachheit ist bekanntlich der Ursprung aller Schönheit. „The Day Is My Enemy“ zeigt wie mit dem Abmischen simpler Versatzstücke eine enorme Komplexität erreicht werden kann.

Am besten vergleichen lässt sich das Album mit folgendem Gedankenspiel: Stellt euch vor, dass euer Gameboy, die N64, der Atari und die Dreamcast mittlerweile erwachsen sind, sich Substanzen eingeworfen haben und mit voll aufgedrehter Musik einen illegalen Rave auf einem verlassenen Güterbahnhof feiern. Damit machen es THE PRODIGY vielen DJs in der nächsten Zeit fast etwas zu leicht, denn diese müssen nur noch auf die „Play“-Taste drücken.

ANSPIELTIPPS:

"Wild Frontier"
"Roadblox"

TRAILER:

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AUTOR

Jan Spasabel
Jan Spasabel:
""The Day Is My Enemy" schaltet den Kopf ab und lässt die Füße wackeln."

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TRACKLISTE

1. The Day Is My Enemy
2. Nasty
3. Rebel Radio
4. Ibiza
5. Destroy
6. Wild Frontier
7. Rok-Weiler
8. Beyond The Deathray
9. Rhythm Bomb
10. Roadblox
11. Get Your Fight On
12. Medicine
13. Invisible Sun
14. Wall Of Death
15. Rise Of The Eagles

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