M!R!M: It's Not Enough Anymore
Die italienische Band M!R!M ist zurück mit ihrer zweiten EP „It’s Not Enough Anymore“. Sieben Tracks mit rund 27 Minuten Spielzeit bringen sie mit. Was ist das für Musik? Da kann man sich streiten. Das Label lässt sie als Postpunk der zweiten Generation feiern – mit bizarren Gitarren. Das kann man so stehen lassen. Klar einzuordnen sind die Italiener nämlich nicht. Doch die Bezeichnung passt noch am ehesten.
Die ganze EP ist ziemlich wirr. Von der Artwork-Gestaltung bis hin zur Musik hinterlässt das Gesamtwerk den Eindruck von Zerrissenheit. Das ist der Sound, den ein Schlachter hört wenn er eine Schweinehälfte zersägt. "No Way", bringt es auf den Punkt. Die Textzeile "Enjoy yourself" sagt eigentlich alles über den Hörer aus. Man muss definitiv ein bis FCUK auf Genre-Grenzen und den eingängigen Geschmack geben, wenn man durch dieses Werk durch will. Es reißt einem den Kopf beim Hören ab. Der elektronisch verwischte Gesang tut sein übriges zur neurotischen Stimmung. Pfeilschnelles Drumset, ticka-tacka, ticka, ticka-tacka, die Snare immer im Anschlag, wirkt die Band wie eine Terrorzelle Alkaidas auf Abwegen. Gewöhnungsbedürftig und undurchdringlich.
"Shape Of Sunset" – der Titel klingt ja erstmal süß. Hier scheint das dominierende Hintergrundmonument tatsächlich eine Stihl-Säge zu sein. Da kann auch die Keyboard-Hookline nicht drüber hinweg täuschen. Extrem anstrengend für den Kopf, aber trotzdem irgendwie lustig. Eins von den Stücken, die man hören kann, wenn man im Ruhrgebiet U-Bahn fährt und sich mit fiktiven Gewaltszenen im Kopf durch die Menschenmassen quetscht, während mal wieder Rush-Hour-Horrortime ist.
So ungefähr verhält es sich auf der ganzen EP. Zerrissenheit ist das Einzige was dazu einfällt. Und ich glaube, wenn man sich auf die CD nur einlassen kann, dann ist sie auch ganz geil und man hört auf den roten Faden zu suchen. Denn den wird man hier nicht finden.
Shapes Of Sunset






