METHODS OF MAYHEM: A Public Disservice Announcement
METHODS OF MAYHEM wurden 1999 von Damals-Ex-Inzwischen-Wieder MÖTLEY-CRÜE-Drummer TOMMY LEE gegründet. Seitdem mit regelmäßig wechselnder Besetzung unterwegs, veröffentlicht die Band jetzt ihr zweites Album "A Public Disservice Announcement". Doch während es beim selbstbetitelten Debüt 1999 noch primär um die damals top-aktuelle Mixtur aus Hip Hop und Rockmusik ging, scheint es TOMMY LEE im Jahre 2010 in erster Linie auf Selbstverwirklichung auszugehen. Für ihn ist es sicher toll, dass er diese Chance hat, für den Hörer ist das Produkt hingegen ein zweischneidiges Schwert.
"Drunk Uncle Pete" macht als Opener im Stil des Debütalbums gleich eine gute Figur und lässt auf ein starkes Hip-Hop-Rock-Album hoffen, doch bereits Song Nummer zwei, "Time Bomb" macht diese Hoffnung zunichte, denn dabei handelt es sich um eine glattgebügelte Alternative-Rock-Nummer mit BRIAN-MAY-Gedenk-Solo im Mittelteil. Die coolen Grooves und die lässigen Hip-Hop-Lines sucht man hier vergebens. In eine ähnliche Kerbe schlägt "Louder" während bei "Fight Song" wieder die Mörder-Grooves ausgepackt und Hip-Hop-Anleihen verarbeitet werden. Mit "Blame" folgt dafür wieder eine Pop-Nummer im Stil von "Catch Me" von den BANDITS. Als astreine Funk-Rock-Nummer mit eingängigem Refrain präsentiert sich "Two Ways" und "Talk Me Off To The Edge“. Der Song bildet mit fettem Groove und teilweise orientalisch angehauchten Tonfolgen eines der Highlights von "A Public Disservice Announcement".
Den Schluss läuten "Only One", eine Nummer, mit fetten Nu-Metal-Gitarren und die Dancefloor-Nummer "All I Wanna Do" ein. Elektronische Beats gibt es auch bei "Back To Before", dazu viele Effekte und Chillout-Feeling. "Party Instructions" bildet dann das Ende von "A Public Disservice Announcement". So vielfältig wie die Genrebezeichnungen sind, die in einer Beschreibung des Albums auftauchen, so zerrissen und wenig homogen wirkt es. Egal wie man es auch dreht und wendet, trotz zahlreicher interessanter, experimenteller und guter Tracks fehlt dem Album schlicht und ergreifend der rote Faden. Es wird zwar für die meisten Hörer den einen oder anderen Favoriten unter den elf Tracks geben, aber es wird sich vermutlich fast niemand finden lassen, dem "A Public Disservice Announcement von Anfang bis Ende gefällt. Dafür hat TOMMY LEE sich hier einfach etwas zu sehr aus getobt und zu viele verschiedene Stilistiken verarbeitet.
Drunk Uncle Pete,
Talk Me Off To The Edge,
Fight Song






