JESUS ON EXTASY: No Gods
Zwei Jahre Pause und dann so etwas? Da erschaffen JESUS ON EXTASY ihr drittes Album „No Gods“ in Eigenregie und toppen damit um Längen ihre Vorgänger. Der Gesang ist stimmiger denn je und auch die Instrumente scheinen alle Bandmitglieder besser zu beherrschen oder wie soll man sich sonst den guten Sound erklären? Nach fünf Jahren Bandgeschichte scheinen JOE zusammengefunden zu haben und präsentieren uns nun ihr neues Album „No Gods“ in ungewohnter Stärke.
Der Opener „Revenge“ gibt einen guten Einblick auf die kommenden Tracks. Eingeleitet von sanften klaren Keyboardtönen und Industrial-Klängen, bekommt der Hörer nach wenigen Sekunden die bekannte Gesangstimme von Frontman DORIAN zu hören. Nur mit dem Unterschied, dass sie klarer und geübter klingt. Seien es leichter Sprechgesang, Growls oder normale Melodien, DORIAN hat eindeutig an sich gearbeitet. Der Opener geht ziemlich rockig weiter und stimmt schon mal auf den Titeltrack „No Gods“ ein. Ebenso hört man zuerst Keyboardklänge, bevor Schlagzeug und Gitarren einsetzen. Dieser Song erinnert am ehesten an die Vorgängeralben. Leider auch im negativen, denn teilweise klingen die Übergänge zwischen Strophe und Refrain nicht harmonisch, sondern abgehakt, was dem Track einen dicken Minuspunkt verschafft.
„Beauty In Your Eyes“ schlägt unerwartet orientalische Klänge an, welche schnell von lautem Schlagzeug und der hier sehr rauchigen Stimme des Frontmanns abgelöst werden. Ein stimmiger Song, ebenso wie „Riot“: Ein gut rockender Titel mit Industrial-Einfluss, dem „Intoxicated“ in nichts nachsteht. Hier haben JOE noch tiefer in Elektro-Trickkiste gegriffen und schlagen laute Töne an, wie man sie schon von „Beloved Enemy“ kennt.
Es gibt auch ein paar ruhigere Vertreter auf dem Album. „Embrace The World“, „Shelter Me“ und „Tonight“ zeigen, dass die Jungs und das Mädel genauso gut mit besonnenen Titeln und Texten umgehen können. „Shelter Me“ erinnert allerdings stark an einen bekannten Song von 30 SECONDS TO MARS, gerade durch ein Echo, das als Stilmittel eingebaut wurde.
Was JOE hier geschaffen haben, kann man auf keinen Fall mit den beiden Vorgängern „Beloved Enemy“ und „Holy Beauty“ vergleichen. Weder vom Stil noch vom Klang. Man mag nun den „alten“ Stil vermissen oder sich freuen, dass die Musiker aus Essen neue Wege eingeschlagen haben, die kaum an ihre Vergangenheit erinnern.
„No Gods“ ist ein abwechslungsreiches Album, das die vielen Facetten aufzeigt, die man als Band haben sollte. Sei es harter Rock oder Industrial, beides klingt stimmig und hat mit dem anfänglich unbeholfenen Glam-Rock nicht mehr viel zu tun. JESUS ON EXTASY kann man nun – wenn sie diesem Stil treu bleiben – in die Schublade des vielseitigen Gothic-Rock stecken.
Dieses Album hat zwar teilweise noch seine Ecken und Kanten, hebt sich aber dennoch sehr aus ihrer bisherigen Karriere hervor und kann ohne Sorge im eigenen CD-Regal landen.
JOE sind eben (noch) keine Götter, die immer alles perfekt und jedem Geschmack recht machen.
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Revenge
Tonight
Riot






