JESUS ON EXTASY: Beloved Enemy (USA-Release)
Auf ihr zweites Album ließen JESUS ON EXTASY nicht lange warten. Bereits ein Jahr nach ihrem Debütalbum „Holy Beauty“ kam „Beloved Enemy“ auf den Markt. Der erste Eindruck scheint hier zu stimmen. JOE haben sich weiterentwickelt und sind durchaus stimmiger im Sound geworden.
Mit ihrem Titeltrack legen sie ein gutes Stück vor. Die eindringlich weiche Stimme von DORIAN säuselt „Beloved Enemy“, während im Hintergrund starke Gitarren und Schlagzeug zu hören sind. Hier passt alles und spiegelt deutlich ihren Stil wieder, den sie mit ihrem zweiten Album gefunden zu haben scheinen.
„Change The World“ fängt mit kräftigen Tönen an, schwächelt dann aber leicht und wird eher eine ruhige Nummer, was sich mit „Direct Injection“ aber gleich wieder ändert: ein mitreißender Beat, betörender rauchiger Gesang vom Frontmann und ein Refrain der ins Ohr geht.
Mit „Stay With Me“ haben sich die Jungs aus Essener allerdings keinen Gefallen getan. Die Gesangstimme ist ein bisschen zu hoch und das Stück klingt eher wie eine gängige Rock-/Pop-Nummer aus dem Radio, als ein Song mit JOE-Touch. „Stuck“ reiht sich da mit ein, selbst wenn der Bass hier ein wenig dominanter ist und der Gesang wieder wie der eines Mannes klingt.
Die kommenden Tracks haben nichts mit der ersten Hälfte des Albums gemein. Jetzt kommen eher Hard-Rock-Elemente und Industrial-Einspielungen zum Zug, die sehr an DOPE STARS INC. und ähnliche Bands erinnern.
Der eigene Stil, den man anfangs so sehr begrüßt hat, geht hier fast verloren. Zwar ist der Gesang immer noch vordergründig, dennoch verliert der Sound an Individualität.
Mit „You Don´t Know Anything“ und „Dead Presidents“ gelingen ihnen trotzdem noch zwei gute Songs, die eine eigenwillige Melodie haben und im Gedächtnis bleiben.
„Sometimes“ schließt das Werk ab und legt die sanfte Ader von JESUS ON EXTASY offen: eine ruhige Ballade, mit typisch melancholischen Text.
Als Bonus gibt es nun noch zwei Remixe von „Beloved Enemy“ und einen von „Dead President“. Dabei ist der Mix von „Beloved Enemy (BEBOP ENEMY MIX Arranged By ASP)“ am besten gelungensten.
Alles in allem hat sich die Band aus Essen mit diesem Album ein ganzes Stück zum Vorgänger gesteigert. Die Unsicherheit in der Stimme DORIANs ist kaum noch erkennbar, die Texte sind etwas durchdachter und auch der Sound ist viel harmonischer.
Hervorstechende starke Songs, sollten die fünf in Zukunft eventuell nicht an die Spitze des Albums setzen. So wird die Messlatte zu Beginn zu hoch gelegt. Somit haben die anderen Songs fast keine Chance mehr, eben dieses gute Niveau zu erreichen.
Aber sind JESUS ON EXTASY nun provokant? Interessant passt eher. Ihr Potenzial haben sie mit „Beloved Enemy“ zweifellos ausgebaut und man kann hoffen, dass sie beim kommenden Album eine weitere Stufe höher geklettert sind.
Beloved Enemy
Direct Injection
TRACKLISTE
1. Beloved Enemy
2. Change The World
3. Direct Injection
4. Stay With Me
5. Stuck
6. Break You Apart
7. Lies
8. The Last Day Of My Life
9. You Don't Know Anything
10. Dead Presidents
11. Falling
12. Church Of Extasy
13. Sometimes
14. Beloved Enemy (Feat. AUTOAGGRESSION) (Club Mix)
15. Beloved Enemy (Feat. ASP) (Bebop Enemy Mix)
16. Dead Presidents (CHAI DEVERAUX Remix)






