THE EXPLODING BOY: The Black Album
Nach den guten alten Zeiten klingt „The Black Album“ von EXPLODING BOY. Zehn Stücke gibt es darauf zu hören – wie früher auf LP. Da könnten sich glatt Tränen im Auge sammeln vor Wehmut. Bei dem weiteren Zerlegen in die Produkteinzelteile finden sich im CD-Booklet alle Texte zum Mitlesen.
THE EXPLODING BOY ist ein plakativer Name. Genauso fetzige Assoziationen, die sich da zwangsläufig ins Kleinhirn schleichen, bringt der Sound mit sich. Schwedens neuer Indie-Wave Import aus Stockholm klingt eigentlich verdächtig nach Groß Britannien – eine Combo für Fans von JOY DIVISION, EDITORS, LOST PROPHETS und ähnlichen stakkato-mäßigen Sounds.
Es fällt auf, dass die Songs so angeordnet sind, dass beim Hören eine Steigerung der Intensität der Musik stattfindet. So kommt man ganz gut rein ins neue Album. Besonders laut gehört brennen sich die eingängigen Refrains in die Hirnrinde. Der dritte Song „Torn“, den es auch schon als Singleauskopplung gibt, klingt eins-zwei-drei-vier nach Radiohit für die mutigen Indie-Formate ab 21 Uhr.
Der Folgetrack „Dark City“ peitscht mit einer Gitarrenhookline, die sich nonstop wieder selbst einholt, nach vorn, getrieben von flauschigen monotonen Bassdrums und einem angenehmen Backround-Gesang „...when the light shines in your head...“. Zu schön um wahr zu sein. Und so geht es zu auf dieser CD. In der Musik kann man sich Zuhause fühlen, ankommen, mitwippen. In der Mitte kommen die Balladen. Die Akustikgitarre mit Stahlseiten paart sich mit elektronischer Gitarre und das Keyboard gesellt sich dazu – ein Soundteppich, der nur durch die sanfte Stimme durchbrochen wird.
So ist „The Black Album“ ein Album an dem nichts auszusetzen ist. Der Sound funktioniert im Club (besonders „Sweet Little Lies“), im Auto und im heimischen Wohnzimmer. In der guten alten Indie-Disco hab ich das noch nicht gehört, aber die Hoffnung besteht ja, dass so mancher DJ den Mut zeigt, mal was Neues zu spielen. Spätestens wenn die Band 2012 auf die angekündigte Festivaltour geht, werden die Clubs nicht umhin kommen THE EXPLODING BOY auf die heiligen Teller zu legen.
Sweet Little Lies





