CALIBAN: I Am Nemesis
Nach einer Cover-CD im vergangenen Jahr beglücken uns Caliban, die guten Gewissens zusammen mit HEAVEN SHALL BURN zur Speerspitze des Metalcore in Deutschland gezählt werden können nun im Jahre 2012 mit einem vollwertigen Album. Zwölf neue Songs ballert uns das Quintett um Frontmann ANDREAS DÖRNER um die Ohren. Thematisch bewegen sich CALIBAN auf "I Am Nemesis" wie schon beim Vorgängeralbum "Say Hello To Tragedy" in gesellschaftskritischen Kreisen und prangern alles an, was ihrer Meinung nach schlecht läuft. Da bekommen sowohl die Medien ("Broadcast To Damnation") als auch die Ölkonzerne, die die Meere verschmutzen ("Edge Of Black") und die Neonazis ("Dein R3.ich") ihr Fett weg.
Nicht nur inhaltlich, auch musikalisch kann "I Am Nemesis" ebenfalls als Fortsetzung von "I Am Nemesis" gesehen werden, denn eine Neuausrichtung haben CALIBAN nicht vorgenommen. Wie gehabt gibt es auf "I Am Nemesis" modernen Metal(-core) mit regelmäßig eingestreutem Klargesang und gelegentlichen gut platzierten Gangshouts. Allerdings wagen CALIBAN auch das eine oder andere Experiment indem sie ihren Sound gelegentlich um Keyboard-Sounds ergänzen, was für willkommene Abwechslung sorgt.
Wie auf allen CALIBAN-Releases der letzten Jahre liegt das Hauptaugenmerk der Band dabei auf griffigen Melodielinien, die sie gekonnt in Szene setzen. Dafür gehen sie auch immer mal wieder vom Gaspedal, wodurch Riffing und Gesang noch stärker in den Vordergrund rücken. Insgesamt ist "I Am Nemesis" ein gutes, vielseitiges Album, schwimmt aber noch eindeutig im Fahrwasser des erfolgreichen Vorgängers (Deutsche Albumcharts Platz 36). Einen Innovationspreis gewinnen CALIBAN so sicher nicht, aber die Fans werden "I Am Nemesis" zu Recht lieben. Insgesamt haben CALIBAN nichts falsch gemacht und liefern absolut solide Kost ab, bei der jeder Fan der letzten Alben bedenkenlos zugreifen kann.
Dein R3.ich
Edge Of Black





