ABSU: Abzu
Flirrende Gitarren, irrsinnig schnelle Riffs, getragen von rasenden Höchstgeschwindigkeits-Beats. So sollte Black Metal klingen. Und so klingt er auch bei ABSU, die ihr siebtes Album, den Nachfolger von "Absu", "Abzu" betitelt haben. Das klingt verwirrend und Verwechslungen sind da vorprogrammiert, doch von der Band, die ihren Stil selbst als "Mythical Occult Metal" betitelt, ist man es schließlich gewöhnt, dass sie die Hirnwindungen mal wieder auf Trab bringen.
Musikalisch ist "Abzu", wie auch der Vorgänger, mit dem es nicht nur phonetisch sondern auch inhaltlich eng verbunden ist, wieder über jeden Zweifel erhaben. PROSCRIPTOR trommelt sich in formvollendeter Manier die Seele aus dem Leib und schafft es, während der Raserei, die er am Schlagzeug veranstaltet, noch astreine Black-Metal-Gesangslinien über die grandiosen Licks zu brüllen, die AETHYRIIS und VIS CROM ihren Gitarren entlocken. Das Material von "Abzu" ist dabei weniger griffig, als die Songs des Vorgängers. Ein direkter Über-Song wie "Amy" findet sich unter den sechs Songs von "Abzu" nicht. Dafür sind die Arrangements dieses Mal verschachtelter und müssen vom Hörer eher erarbeitet werden. Besonders der sechsteilige Mammut-Track "A Song For Ea" ist keinesfalls leichte Kost. Er bildet nicht nur den Abschluss sondern gleichzeitig den Höhepunkt des Albums, bei dem es ABSU gelungen ist, ihre verschachtelten Arrangements und vielschichtigen Sounds zum perfekten Zusammenspiel zu bringen und auf diese Art ein wahres Monument des Black Metal zu schaffen. An Atmosphäre mangelt es "Abzu" nicht und auch das Songmaterial ist von allergrößter Güte. Durch seine Komplexität ist es allerdings nicht einfach zu verarbeiten und wird sicher einige Hörer vor unlösbare Rätsel stellen. Es ist eben nicht alles "Easy Listening". Wer aber mit technisch brillantem Black Metal gespickt mit mythologischen Texten und garniert mit hoch komplexem Songwriting etwas anfangen kann, wird an "Abzu" viel Freude haben.
A Song For Ea




