Wacken Open Air 2010

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DATUM
04.08.2010 - 07.08.2010
ORT
Wacken

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Zum mittlerweile 21. Mal haben die Veranstalter im hohen Norden unserer Republik zum größten Metal-Festival der Welt geladen. Wieder leisteten zahllose Fans aus aller Welt Folge. Dass das Wacken Open Air wieder einmal weit im Vorfeld ausverkauft war, liegt aber sicher nicht nur am guten Ruf des Festivals, sondern auch am ausgezeichneten Billing, das die Veranstalter im Jahr 2010 zusammengestellt haben.

Donnerstag, 5. August
Richtig hochkarätig zeigte sich in diesem Jahr bereits der Donnerstag, an dem zum ersten Mal die Hauptbühnen bespielt wurden. Die Ehre, das Festival zu eröffnen, hatten SKYLINE, die Band des Wacken-Veranstalters THOMAS JENSEN. Wie schon im Vorjahr hatte die Metal-Cover-Truppe aus dem hohen Norden wieder einige hochkarätige Special Guests am Start: DORO steuerte ihre Stimme zu "All We Are" bei und UDO DIRKSCHNEIDER lieh sein Organ für die Vertonung von ACCEPTs "Balls To The Wall". Ein Einstieg nach Maß.

Danach folgte die Verleihung der "Metal Hammer Awards", die im Jahr 2010 von SCHMIER von DESTRUCTION präsentiert wurde. Hier gab es wie im letzten Jahr einiges vorhersehbares. Dass RONNIE JAMES DIO für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, ist überaus erfreulich und der Applaus für den verstorbenen Sänger, der noch vor einem Jahr mit HEAVEN AND HELL auf der Bühne in Wacken stand, war wirklich bewegend, aber nicht sonderlich überraschend. Ebenso wenig überraschend war die Tatsache, dass BLIND GUARDIAN für ihr neues Album als "Best German Band 2010" ausgezeichnet wurden. Etwas skurril mutet es allerdings an, dass ELUVEITIE mit vier Alben, von denen drei beim Branchen-Riesen Nuclear Blast erschienen, den Newcomer-Preis gewinnen konnten.

Nach über 30 Minuten Award-Verleihung konnte es dann mit Musik weiter gehen. Auf der benachbarten "True Metal Stage" wurde niemand geringes als Alt-Rocker ALICE COOPER, der Vater aller Schock-Rocker, erwartet. Der Alt-Rocker legte auch gleich einen großartigen Einstieg hin und spielte sehr früh im Set die Klassiker, auf die alle warteten. Nach "Poison", "School's Out" und "No More Mr. Nice Guy" folgten allerdings eher Hits der zweiten Reihe wie "Feed My Frankenstein" und "Elected" wodurch die Stimmung trotz der inszenierten Enthauptung des Meisters und diversen anderen Showeinlagen im zweiten Teil der Show etwas nachließ, was COOPER mit einer zweiten Runde "School's Out" als letzten Song quittierte.
Mit Stimmungstiefs hatten MÖTLEY CRÜE zu keinem Zeitpunkt zu kämpfen. Die Band mit der bewegten Vergangenheit zeigte, dass die Besetzung VINCE NEIL, NIKKI SIXX, MICK MARS und TOMMY LEE diejenige ist, die am besten funktioniert. Mit einer gut ausgeglichenen Setlist, die die Bandgeschichte gut abbildete, spielte das Quartett ein verdammt gutes, stimmiges Set.
Leider nicht ganz so ausgewogen war die Setlist von IRON MAIDEN bei ihrem zweiten Wacken-Auftritt. Doch selbst wenn die Fans dieses Mal vergebens auf Songs wie "The Trooper" oder "Run To The Hills" warteten, kann dennoch keiner bestreiten, dass die Briten zu den Besten Live-Bands gehören, die auf den Bühnen dieser Welt gastieren. Und Songs wie "The Wicker Man", "Ghost Of The Navigator" oder "Passiondale" sind auch keinesfalls zu verachten. Außerdem gab es mit "El Dorado" und "The Final Frontier" auch gleich zwei nagelneue Nummern im Set der Briten zu begutachten. Es zeigte sich einmal mehr, dass IRON MAIDEN eine Live-Band sind, die nicht von diesem Planeten ist. Es gibt kaum eine Band, die eine so gute Bühnenshow liefert, die eine derart große Menge an erstklassigen Songs im Gepäck hat und die über einen Frontmann verfügt, der so charismatisch ist, wie BRUCE DICKINSON. Kurz: Es gibt keinen würdigeren Headliner für eine "Night To Remember" wie IRON MAIDEN.

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Ben
Ben:
"Jeder kommt in Wacken voll auf seine Kosten, weshalb sich ein Besuch dort allemal lohnt. Der Termin für 2011 ist auf jeden Fall schon im Kalender markiert. "