VOLBEAT, ENTOMBED, THE KANDIDATE
Von der großen aber gerade noch als "gemütlich" durchgehenden Columbiahalle wurde das VOLBEAT-Konzert in Berlin in die noch größere und eindeutig nicht mehr "gemütliche" Arena verlegt. Das Problem der Veranstaltungshalle im Bezik Treptow ist leider oftmals der Sound. So eine alte Fabrikhalle lässt sich eben nur sehr schwer beschallen und liefert dafür einiges an Reflektionen und ungewollten Überlagerungen. Dass dieses Problem nicht dadurch verringert wird, dass den Vorbands scheinbar starke Auflagen für den Sound gemacht werden, liegt auf der Hand.
Nachdem THE KANDIDATE schon pünktlich um 20 Uhr die Bühne enterten, für Fotografen aber außerhalb eines Drei-Song-Zeitfensters kein Einlass zur Halle bestand, muss es an dieser Stelle leider bei einer reinen Namensnennung des ersten Supports auf der Tour der dänischen Überflieger bleiben.
Zu ENTOMBED, dem zweiten Support von VOLBEAT, wurde die sehr übersichtliche Fotografenmeute dann aber durch den Hintereingang in die Arena geführt, die zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als ordentlich gefüllt war. Vermutlich dürfte die Schnittmenge der VOLBEAT- und ENTOMBED-Fans sich auf den metallischen Anteil der erstgenannten beschränken. Da der aber inzwischen nur noch einen Bruchteil des Publikums von VOLBEAT ausmacht, dürften die Schweden den meisten Anwesenden auch kaum ein Begriff gewesen sein. Trotzdem machten sie (sofern man das nach drei Songs während denen man mit Fotografieren beschäftigt war, beurteilen kann) einen sehr ordentlichen Job. Leider war aber schon im Fotograben bemerkbar, dass der Sound etwas dürftig war.
Dieses Problem bestand natürlich zum Auftritt von VOLBEAT nicht mehr. Den Dänen stand als Hauptact des Abends selbstverständlich die gesamte Kapazität der PA zur Verfügung, die auch voll ausgenutzt wurde. Den Start machte "The Mirror And The Ripper", der Opener vom aktuellen Album, der auch gleich von den anwesenden Fans begeistert abgefeiert wurde. Danach spielte sich die Band um MICHAEL POULSEN durch Klassiker und neues Material. Natürlich zündeten Gassenhauer wie "Sad Man's Tongue" und "Pool Of Booze, Booze, Booza" sofort. Aber auch neuere Nummern wie "Maybelline I Hofteholder" oder "Evelyn", bei dem LARS GÖRAN "L.G." PETROV unterstützend die Bühne enterte, kamen gut an. Auch die Lightshow, die VOLBEAT im Gepäck hatte, war spektakulär und ergänzte die Show der Band, die den Bühnenaufbau mit zwei Ebenen exzessiv nutzte, perfekt. Was sich allerdings im hinteren Teil der Arena zeigte war, dass die Location für Konzerte dieser Art ohne unterstützende Videoleinwände deutlich zu klein ist. Im hinteren Drittel der Halle konnte man aufgrund der geringen Bühnenhöhe die Musiker kaum sehen. Außerdem wurde der Sound mit zunehmender Entfernung von der Bühne durch Reflektionen immer schlechter.
Was vom Konzertabend mit VOLBEAT bleibt sind also gemischte Gefühle. Einerseits sind die Dänen spielfreudig wie eh und je und immer noch eine sehr gute Liveband. Andererseits sind die Hallen, die sie mittlerweile bespielen für ein entspanntes Konzert einfach zu groß und ohne entsprechende technische Hilfsmittel kaum für Rockkonzerte geeignet. Da weint man den "guten alten Zeiten" eine Träne nach, als VOLBEAT im Kato in Kreuzberg vor gut 450 Mann für zehn Euro Eintritt auftraten. Das ist zwar gerade einmal drei Jahre her, doch in der überfüllten Arena Treptow mit ihrem schwachen Sound und ohne die Möglichkeit, die Band zu erspähen, erschien es am Sonntagabend wie eine Ewigkeit.




