Sturm Promotions Festival 2011

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DATUM
09.09.2011
ORT
Barcelona

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Strahlender Sonnenschein, 30°C, Sommer, Sonne, Meer und gute Musik – das sollten die Begleitumstände für das Sturm Promotions Festival in Barcelona sein. Nun, um ehrlich zu sein, denkt man nicht unbedingt an ein Festival im klassischen Sinne, wenn lediglich drei Bands in einer Disco namens „Bikini“ spielen, jedoch finden in diesem Club recht häufig kleinere Szene-Festivals mit einer Handvoll Bands statt. Das „Bikini“ in der Carrer Deu i Mata, nahe der großen Avinguda Diagonal ist in Barcelona ein recht bekannter und beliebter Club und Veranstaltungsort für verschiedenste Konzerte und Partys.
Der Zugang zum Club war bereits außergewöhnlich. Eine Rampe führte durch einen Metalltunnel in die untere Ebene des Gebäudes und mündete in einer Empfangshalle mit Garderobe und Abendkasse. Schließlich führte eine große Treppe eine weitere Etage tiefer in die eigentlichen Clubräume. Gedämmtes Licht, verglaste Wände und eine recht kühle Lounge-Atmosphäre erwarteten die Besucher. Auch das Erscheinungsbild des Thekenpersonals ließ vermuten, dass dies eigentlich kein typischer Undergroundclub ist. Aber das spielte auch keine Rolle. Nach typisch spanischer Art, war zu Beginn des Abends um 19:45 Uhr noch recht wenig Publikum vor Ort. Ein paar Dutzend Leute standen vor der Bühne und der Rest verteilte sich an den beiden Bars. Man kam lediglich auf gut 50 bis 60 Anwesende.
So begann das Mini-Festival sehr familiär, als die katalanische Indie-Band S.E.N. – SOME ELECTRIC NOISE – mit leichter Verspätung die Bühne betrat. Im Gegensatz zu den nachfolgenden Kollegen sind S.E.N. im europäischen Raum noch recht unbekannt. 2008 veröffentlichten sie ihr Debüt „Departure Place“, ihr jüngstes Werk „Blackout“ erschien 2010. Obwohl sie mit scheinbar geringem Interesse vom Publikum bedacht wurden, spielten die vier Spanier recht souverän ein überzeugendes Set. Musikalisch bewegen sich S.E.N. im Alternative- und Post-Punk-Bereich. Einflüsse aus Brit-Pop oder Grunge sind auch nicht zu leugnen. Und nicht nur der emotionale Gesang des Frontmanns ließ so manche Parallelen zu THE CURE erkennen. Mich, sowie einige andere im Publikum haben S.E.N. an diesem Abend jedenfalls überzeugt und so wurde die Band auch mit anerkennendem Applaus verabschiedet. In der Zwischenzeit hatte sich das „Bikini“ etwas gefüllt.
Recht zügig senkte sich nun der Vorhang auf der Bühne und genauso schnell war auch das Set für die nächsten Protagonisten vorbereitet. Musikalisch ging es nun in eine gänzlich andere Richtung. Die weitaus bekanntere holländische Formation GRENDEL war an diesem Abend für den Industrial-Part zuständig. Frontmann VLRK versuchte auch sogleich die Anwesenden zu mehr Enthusiasmus anzustacheln, während mit „Chemicals+Circuity“ der Beginn eines kraftvollen Harsh-Electro Gewitters eingeleitet wurde. GRENDEL schossen wie gewohnt aus allen Rohren. Mit „Harsh Generation“, „Hate This“ und „Dirty“ gab’s mächtig was auf die Ohren und kaum einer konnte sich noch ruhig auf den Beinen halten. Besonders die Fans an der Bühne feuerten den Frontmann heftig an. So bekam es vermutlich auch kaum einer mit, dass der Drummer ein, zweimal einen seiner Sticks verlor und trotzdem keine Aussetzer im Beat zu hören waren. Mitten im Set bekam GRENDEL noch Zuwachs. Der Spanier JAVI SSAGITTAR (TERROLOKAUST) gab sich für ein kurzes Intermezzo auf der Bühne die Ehre und unterstützte VLRK bei „One Eight Zero“. Nach gut 40 Minuten verabschiedeten sich die Holländer von der Bühne, um nun Platz für den Headliner des Abends zu machen, der von manch zarter Seele bereits sehnsüchtig erwartet wurde. Mittlerweile war der Club noch etwas voller geworden, bei weitem aber nicht ausverkauft.
Nach einer weiteren kurzen Umbaupause erklang die Stimme MARTIN KESSLERS aus den Boxen. Der Schauspieler und Synchronsprecher, bekannt als Stammsprecher von NICOLAS CAGE und VIN DIESEL, stellte seine Stimme für Intro und Zwischensequenzen des neusten DIARY-OF-DREAMS-Werkes „Ego:X“, das am 26. August 2011 erschienen ist, zur Verfügung. Eingeleitet mit einer solchen Sequenz und gefolgt von „Nekrolog 43“ begannen DOD ihren Auftritt. Mit routinierten Bewegungen, emotionalen Gesang und einem düster-melancholischen Soundgebilde zogen DOD das Publikum sofort in ihren Bann. Zunächst erfreute man die Fans mit etwas älteren Hits wie „The Wedding“, „Choir Hotel“ oder „Chemicals“, bis Sänger ADRIAN HATES dann endlich fragte, ob man bereit wäre für „Ego:X“. Natürlich war man! Anfänglich noch etwas zurückhaltend, entledigte sich ADRIAN nun seiner Gitarre und Jacke und präsentierte gelöster den neuen Titel „Undividable“. Die Show war in vollem Gange und die Band ließ sich auch von kleinen technischen Zwischenfällen nicht beirren und bot ein gelungenes Set, das unter anderem auch die ergreifende Ballade „She And Her Darkness“ enthielt. Nach einer guten Stunde schloss man mit „Splinter“ dann leider schon das Hauptset. Die Fans waren begeistert. Aus den hinteren Reihen vernahm man dann überraschend deutschsprachige Rufe nach einer Zugabe. Die Band ließ sich auch nicht lange bitten. ADRIAN verkündete stolz, dass man nun einen Titel präsentiere, der lange nicht mehr live gespielt wurde – „Butterfly Dance“. Die Fans waren aus dem Häuschen. Überhaupt wird es auf den kommenden Konzertterminen wohl noch einige Variationen in der Setlist geben und man darf auf den einen oder anderen lange ungehörten Titel gespannt sein. In Barcelona beendeten DIARY OF DREAMS den gelungenen Abend mit „The Curse“ und entließen die zufriedenen Fans in die Nacht.
Die Reihen lichteten sich erstaunlich schnell und die Security kehrte einen ziemlich unerbittlich unmittelbar aus dem Haus. Wer sich im Anschluss noch gern ein wenig mit der Band unterhalten und anstoßen wollte, bekam auf der anschließenden Aftershowparty die Möglichkeit dazu. Diese fand dann aber in einem echten Underground-Club mit dem einladenden Namen „Undead“ statt. Vor Ort standen wir zunächst ziemlich einsam vor verschlossenen Toren und fragten uns gerade, ob wir hier wirklich richtig seien, als der Club eine halbe Stunde nach Mitternacht dann doch öffnete. In Spanien ticken die Partyuhren eben ein wenig anders.
Letztendlich hatte sich das Warten aber gelohnt. In familiärer und einer recht „oldschool“ anmutenden Clubatmosphäre konnte man sich bei einem kühlen Mixgetränk mit den Mitgliedern von DIARY OF DREAMS unterhalten, Fotos machen oder Autogramme geben lassen. DIARY OF DREAMS feierten noch lange mit ihren Anhängern und zeigten zur großen Freude der anwesenden Fans wenig Berührungsängste. Und so dauerte es noch sehr lange, bis ein wirklich gelungener Konzertabend in Spanien zu Ende ging.

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AUTOR

SID
SID:
"Ein wirklich toller Konzertabend mit großartiger Atmosphäre, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei war und der bleibende Eindrücke hinterlassen hat"