Sinner's Day 2011
Seit 2009 heißt das kleine Städtchen Hasselt in Belgien eine wachsende Zahl an Besuchern zum Sinner’s Day willkommen. Dieses Jahr fand der Tag der Sünder nun zum dritten Mal stand. Das Rezept für die Veranstaltung ist ein Mix aus Klassikern und Kultfiguren, gewürzt mit aufsteigenden Künstlern der Gegenwart. Der Austragungsort, die Ethias Arena, ist ein Hallenkomplex, welcher für solche Veranstaltungen wie geschaffen scheint. Ein großer Eingangsbereich mit weitläufigen Zugängen, eine einem Foyer in dem neben den Konzerten ein Tanzbereich mit DJ-Pult eingerichtet wurde. In einer separaten Halle wurde ein „goldenes Füllhorn“ der kulinarischen Leckereien eingerichtet. Wobei hier zu erwähnen wäre, dass etwas 90% der Speisen in der Fritteuse zubereitet worden waren. Vereinzelt waren grüne Salatblätter oder gebackene Pizzen gesichtet worden. Für den Durst wurden reichlich anti-alkoholische und alkoholische Kaltgetränke serviert. Auch um die Müdigkeit wurde sich mittels großer Energie Drink Stände und Kaffee-Zelte gekümmert. Etwas unscheinbar am Durchgang zu, Raucherbereich war eine Ausstellung mit abstrakter Foto- und Malkunst installiert.
Die Haupthalle war gesäumt von einer doppelten Bühne mit riesigen Videowänden im Hintergrund. Zwei Bühnen nebeneinander und ineinander übergehend boten Platz für alles was hätte kommen wollen. Praktischer weise konnten so die Besucher ihre Plätze behalten und mussten nicht von Location zu Location wandern. Andererseits wirkten die Bands teils sehr verloren auf dem weitläufigen Areal. An der Rückwand war eine große Tribüne, die genug Platz zum Hinsetzten und verschnaufen lies.
Zur Mittagszeit bei strahlendem Sonnenschein wurden die Türe zur Arena geöffnet und die Massen strömten in die Hallen. Was ist die Mainstage und wo befindet sich eigentlich die Side Stage? Nicht nur ich stellte mir diese Frage, als ich in der Ethias Arena stand und auf die riesige Bühne starrte. Die Lösung war, beide Bühnen waren beides. Mal spielten die Bands auf der linken, mal auf der rechten Seite und einige durften die komplette Bühne für sich beanspruchen. Das Lineup war aber säuberlich in Mainstage und Sidestage aufgeteilt. Den Besuchern war es egal, Hauptsache die Künstler standen auf irgendeiner Seite.
BLANCMANGE
Es war Sonntagmittag, die Halle war bedingt gefüllt, aber die Stimmung schon recht ausgelassen. Auf der linken Seite der riesigen Bühne machten sich BLANCMANGE startbereit für die erste Show des Tages. Gediegen und einfühlsam starteten die Briten mit „Drive Me“ von ihrem neusten Album „Blanc Burn“. Die „älteren“ Besucher fühlten sich wieder in ihre Jungend versetzt, für die „Jüngeren“ startete der Tag mit einer Oldie Show. „Don’t Tell Me“, der zweite Song, lässt die Pärchen zueinander finden und in trauter Zweisamkeit den melodischen Klängen lauschen. Nur zögerlich kam die Band in Fahrt. Mag es daran gelegen haben, dass sie sich erst im März diesen Jahres nach langer Trennung wieder vereint haben oder an der frühen Stunde. Leichte Unsicherheit schwang mit der Show mit. Doch mit „The Western“, auch vom neuen Album, und „I‘ve Seen The World“ schwand langsam die Unsicherheit und machte tiefer Bewegtheit Platz. „I’ve Seen The World“ war Song vom ersten Album „Happy Familys“, welches BLANCMANGE 1982 veröffentlichten. Beendet haben NEIL ARTHUR und STEPHEN LUSCOMBE ihren Auftritt mit „Blind Vision“; einem Zusammenspiel aus Bongos mit elektrischen Popklängen und einer Hommage an „Axel F.“ Die 80ziger waren für kurze Zeit wieder sehr lebendig.
Setlist:
01. Drive me (neues Album)
02. Don't Tell Me
03. The Western (neues Album)
04. I've Seen the Word (von erstem Album ‘Happy Families’)
05. Living on the Ceiling
06. Feel Me
07. Blind Vision
www.blancmange.co.uk >> www.myspace.com/blancmange2006 >> www.facebook.com/pages/Blancmange/116356598425703
GENE LOVES JEZEBEL
Die zweite Band der Sidestage erblickte das Licht der Welt auch Anfang der Achtziger. Doch wo es am Anfang poppig war, wurde es nun rockig. „Upstairs“ war der Auftakt zu GENE LOVES JEZEBELs Auftritt. Der Song von 1983 spielte sich damals wie heute in die Ohren der Leute. Schnörkellos und handfest war das gesamte Set der Band. Wie es sich für Gitarren und Bass spielende Musiker gehört, wurde ordentlich gepost. Nur leider erweckten die unzähligen Ein-Mann-Sows nicht den Eindruck eines Gesamtkonzeptes. Mit „Over The Rooftops“ und „Heartache“ ging es etwas gezügelter weiter. Die Songs hatten Hand und Fuß und klangen nach typischem Goth Rock. Wobei ihnen ein wenig mehr Seele gut getan hätte. Das Publikum war durchschnittlich bis recht gut begeistert und spendierte der Band ordentlichen Applaus. Zum Abschluss wurde mit „Desire“ ein Song aus dem Jahre 1986 gespielt, welcher den Besuchern noch einmal gut einheizte.
Setlist:
01. Upstairs
02. Over the Rooftops
03. Heartache
04. Who Wants to Go to Heaven
05. ?
06. ?
07. Desire
www.genelovesjezebel.co.uk >> http://www.myspace.com/genelovesjezebeluk >> www.facebook.com/GeneLovesJezebelUK
KMFDM
KMFDM ist eine Band die nicht zu stoppen ist. Seit 1984 rockt die Industrial Rock Formation vor allem in den USA. Ursprünglich als Kunst- und Tanzprojekt gegründet schlugen KMFDM schon bald völlig neue Wege ein und kombinierten elektronische Körpermusik mit Metal- und Rockelementen. Diese musikalische Richtung verschaffte ihnen seit 1984 28 Alben, wenn man die Live- und Remixalben sowie Compliations mit hinzuzählt. In den letzten Jahren konnten sich KMFDM auch hier in Deutschland eine recht ordentliche Fangemeinde aufbauen. Dies und der Umzug von Frontmann SACHA KONIETZKO nach Hamburg brachte die Band zu immer mehr Shows über den Teich.
Krach, Boom, Bang – mit einem Knall brachen KMFDM über die noch verträumten Besucher des Sinner’s Day herein. „Krank“, der Titelsong ihres letzten Albums „WTF?!“, schüttelte alle Müdigkeit aus den Gliedern und ließ die Köpfe fliegen. SASCHA KONIETZKO als Mr. Cool auf der Bühne wurde von der sexy LUCIA CIFARELLI begleitet. In Gummi und Leder mit Nieten und lüsternem Blick war die weibliche Stimme der Band ein wahrer Augenschmaus. Doch nicht nur optisch, auch musikalisch konnten KMFDM überzeugen. Der zweite Song „Amnesia“, auch aus dem letzten Album, schwor die Gemeinde zum Tanzen ein. Es folgten Songs aus den Alben ab 2005. „Rebels In Control“ und „Bait & Switch“ konnten dabei sehr gut überzeugen. Für „Spectre“ bekamen SASCHA und LUCIA gesangliche Unterstützung von WILLIAM WILLSON von LEGION WITHIN. Den Abschluss wurde mit „Hauruck“ begonnen.
Setlist
01. KRANK
02. Amnesia
03. Tohuvabohu
04. Rebels in Control
05. Potz Blitz
06. Bait & Switch
07. Spectre
08. Hauruck
www.kmfdm.net >> www.myspace.com/officialkmfdm >> www.facebook.com/pages/KMFDM-BAND/86198310267
VISAGE
Jedes Kind der 80ziger kannte sie, VISAGE. Ihr größter Hit „Fade To Grey“ steht auch heute noch auf unzähligen Playlists bei Radio- und Fernsehsendern und auf den Wunschlisten diverser DJs. Entsprechend war auch der Empfang, welchen das Publikum der Band gewährte. VISAGE wurde 1978 von STEVE STRANGE gegründet und landetet zwei Jahre später ihren Welthit „Fade To Grey“ Nach dem gleichnamigen ersten Album folgten noch zwei weitere Veröffentlichungen, bis sich die Band 1985 trennte und STEVE STRANGE mit STRANGE CRUISE alleine weitermusizierte. Nachdem er immer wieder gro0en Erfolg mit den alten VISAGE Songs hatte, beschloss er eine Neuauflage mit Musikern von verschiedenen elektronischen Bands zu gründen. Beim Sinner‘s Day standen STEVE STRANGE (Stimme, Synthies), STEVE YOUNG (Synthies), SANDRINE GOURIOU (Synthies), ROSIE HARRIS (Gitarre) und ROSS TREGENZA (Gitarre) auf der Bühne. Der Sound klang wie früher mit einem Hauch moderne. Nur als STEVE anfing zu singen fragte man sich ob es Probleme mit der Technik gab. Die Stimme des Frontmanns klang fürchterlich falsch und eiernd. Kaum ein Ton wurde richtig getroffen. Dies führte zu einigem Staunen in den Reihen des Publikums. Von einigen Besuchern erfuhren wir später, dass dies wohl ab und zu ein Problem auf VISAGE Konzerten sei. Nichts desto trotz ließen es sich die Fans nicht nehmen und feierten ein ausgelassenes Konzert. Begonnen wurde mit „Night Train“, gefolgt von „Visage“ und „The Mad Man“; in dessen Anschluss STEVE das Publikum fragte, ob sie schon genug gehört hätten. Dies wurde lautstark vereint und so ging die Show weiter. Über den vierten Sing wurde dann verkündet, dass er über einen Ego-Shooter namens „Halo“ handle; und ganz nebenbei wurde so noch etwas Werbung für das Game gemacht. Nach „Tar“, „Der Amboss“ und zwei weiteren Songs wurde es dann Zeit für den Klassiker schlechthin. Mit „Fade To Grey“ beschlossen die neuen VISAGE ihre Show und entließen die Fans mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
https://www.facebook.com/pages/STEVE-VISAGE-STRANGE/44053193184
Setlist
01. Night Train
02. Visage
03. The Mad Man
04. Pleasure Boys
05. ?
06. Tar
07. Der Amboss
08. ?
09. Fade to Grey
THE EXPLOITED
Eine der ältesten Bands folgte nun auf der Mainstage. THE EXPLOITED stehen für harten aber ehrlichen Punk aus Schottland. 1979 startete sie als Street Punk Band und bekam 1981 einen Vertrag bei Secret Records. Seit dieser Zeit sind THE EXPLOITED nicht mehr zu stoppen. Viele Besetzungswechsel führten zur aktuellen Crew, bestehend aus WATTIE BUCHAN (Stimme), IRISH ROB (Bass), WULLIE BUCHAN (Schlagzeug) and MATT MCGUIRE (Gitarre). Ihre Musik war und ist Punk vom Feinsten. Schnell, hart und unverdünnt. Die Texte waren schwer bis gar nicht zu verstehen, dass musste man aber auch nicht, wie das Publikum bewies. Von Null auf Hundert in wenigen Sekunden wurden die ersten Reihen zu einem Hexenkessel und Arme, Bein und mitunter ganze Menschen flogen durch die Luft. Ob es zum Image der Band gehörte, dass öfter auf die Bühne gespukt werden musste, war mir nicht bekannt. Jedoch zeugte es nicht von guten Manieren, was aber das Publikum nicht weiter störte. Es hatte den Anschein, dass die ganze Halle feierte.
www.the-exploited.net >> www.myspace.com/officialtheexploited
RECOIL
Mit dem Namen ALAN WILDER verbindet man in erster Line die Band DEPECHE MODE. Doch neben seiner Arbeit mit dieser Band erschuf er 1986 sein Projekt RECOIL. Nach seinem Weggang bei DEPECHE MODE in 1995 konzentrierte er sich ausschließlich auf seine zum großen Teil experimentelle Sampling Arbeit. 2007 kam das bislang letzte Studioalbum „subHuman“ auf den Markt. Zurzeit arbeitet er an einem neuen Werk. Gemeinsam mit PAUL KENDALL sorgte er am 30. Des Oktobers in Hasselt für tanzbare Rhythmen.
Ein Tisch und zwei Männer dahinter, mehr war nicht auf der großen Bühne zu sehen. Völlig verloren standen sie auf die linke Seite verbannt da. Im Hintergrund zwei riesige Leinwände auf denen die Videoprojektionen von RECOIL auf die Zuschauer niederregneten. Verwobene Soundkonstrukte mit teils endlos erscheinenden Schleifen von Wiederholungen spalteten die das Publikum. Jedoch war die Stimmung in der Halle aufgeheizt und erwartungsvoll. Eine tanzende und wogende Masse sammelte sich vor der Bühne und genoss Musik und Videoshow. Was ALAN WILDER und PAUL KENDALL an Blickfang vermissen ließen, wurde von den surrealen und fremdartig anmutenden Bildern an den riesigen Videowänden eingefangen. Eine Lichtorgelshow aus weißen und bunten Strahlern erhellte in gespenstischer Anmut Publikum und Halle.
http://www.recoil.co.uk / http://www.myspace.com/recoil / https://www.facebook.com/recoilofficial
THE MISSION
Hervorgegangen aus den SISTERS OF MERCY wurde THE MISSION die neue Band von WAYNE HUSSEY und CRAIG ADAMS. Anfangs waren sie als Kopie der vergangenen SISTERS verschrien. Jedoch konnten sie diesen Stempel alsbald ablegen und überzeugten mit ihrer eigenen Note. Im Jahr 1996 trennte sich die Band für die nächsten drei Jahre. Die Wiedervereinigung wurde dann 200 mit einer großen Welttournee gefeiert. An die Spitze der deutschen Alternativcharts avancierte das Album „AurA“ in 2001. WAYNE HUSSEY kündigte 2007 ein weiteres Mal das Ende der Band an und widmete sich dann seinen Soloprojekten. Allerdings wurde letzten Jahr die Meldung laut, dass THE MISSION sich in diesem Jahr zum Sinner’s Day einfinden werden. Das nächste Album ist auch schon in der Mache.
Die alternden Rocker ließen sich die Jahre nicht ansehen. WAYNE HUSSEY, CRAIG ADAMS und SIMON HINLKER spielten eine packende Show. Als Neuzugang saß MIKE KELLY hinter dem Schlagzeug. Der um einige Jahre jüngere Musiker ist bereits von Bands wie SPEAR OF DESTINY und THEATRE OF HATE bekannt. Das Set starte mit „Beyond The Pale“ du zog eine Linie durch die gesamte Schöpfungsgeschichte von THE MISSION. So durften Songs wie „Like A Hurricane“, „Severina“ und „Wasteland“ natürlich nicht fehlen. Begleitet von den Chören der Zuschauer wurde ein hervorragendes Konzert gegeben. Tadelloser Sound und eine feste und volle Stimme schmeichelten den Ohren. Mit „The Crystal Ocean“, „Deliverance“ und als Zugabe „1969“ endete die Show von THE MISSION.
Setlist
01. Beyond the Pale
02. Hands across the Ocean
03. Like a Hurricane
04. Severina
05. Butterfly on a Wheel
06. Wasteland
07. Tower of Strength
08. The Crystal Ocean
09. Deliverance
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10. 1969
www.themissionuk.com >> www.myspace.com/themissionuk >> www.facebook.com/themissionuk
DIAMANDA GALAS
Als künstlerisches Multitalent kann der folgende Künstler beschrieben werden. DIAMANDA GALAS ist eine amerikanische avantgardistische Sängerin, Pianistin, Organistin, Künstlerin, Malerin und Komponistin. Ihre Werke sind nicht massenkompatible und nur wenige verstehen den Sinn und Aussage ihre Schöpfungen. Der Sinner’s Day als Rahmen für einen Auftritt dieser Künstlerin war sehr kritisch gewählt. Nach nur einem Song leerte sich die Halle in solcher Geschwindigkeit, dass zu Beginn des zweiten Stücks gerade mal ein Drittel blieb noch übrig. In dieser Zeit die Toiletten, Getränke- und oder Essenstände aufzusuchen wurde zu einer Geduldprobe.
http://www.diamandagalas.com/ / http://www.myspace.com/songsofexile / https://www.facebook.com/pages/Diamanda-Gal%C3%A1s/179721188708370
PATTI SMITH & Band
Der nächste Künstler war mir gänzlich unbekannt, bis ich die Musik hörte. PATTI SMITH, eine Dame schon über die 60 Jahre hinaus, war Jung und Alt seit Jahrzehnten ein Begriff. Spätestens den Titel „Because The Night“ kennt wahrscheinlich jeder Anwesende. Bis in das Jahr 1975 reicht die Schaffensgeschichte der amerikanischen Singer-Songwriterin und Poetin zurück. Mit ihrem Debütalbum wurde sie bereits eine Größe in der New Yorker Punk Rock Szene. Ihr Spitzname lautet seit jeher „Godmother Of Punk“. Nicht nur musikalische Preise hat PATTI SMITH bisher gewonnen, auch der National Book Award wurde ihr für ihre Memoiren verliehen. 2007 erschien ihr bisher letztes Album „Twelve“.
Von einigen sehnlichst erwartet betrat PATTI SMITH mit ihrer Live Band, bestehend AUS LENNY KAYE (Gitarre), JAY DEE DAUGHERTY (Schlagzeug), TONY SHANAHAN (Bass und Keyboard) und JACKSON SMITH (Gitarre) die Bühne in der Ethias Arena. Ein musikalisch und gesanglich einwandfreies Konzert wurde den Fans und allen geboten. Jedoch am ihrem Benehmen hätte PATTI SMITH noch etwas feilen können. Man erwartet vielleicht von jüngeren Musikern, dass sie undamenhaft auf die Bühne spuken, aber nicht von dieser Person. Für ihre Fans gehörten ihre Philosophiereinlagen mit pseudopolitischen Äußerungen und sozialkritischen Parolen zu ihren Auftritten dazu. Jedoch waren diese Einlagen nicht jedermanns Sache.
Setlist
01. Gloria
02. Repondo Beach
03. Free Money
04. Ghost Dance
05. My Blakean Year
06. Southern Cross
07. Ain’t It Strange
08. Because the Night
09. Pissing In A River
10. People Have The Power
11. Rock ‘N’ Roll Nigger
www.pattismith.net >> www.myspace.com/pattismith
KARL BARTOS
Nach der experimentellen Darbietung von DIAMANDA GALAS wurde es auf der Sidestage nun Zeit für gradlinigen Elektrosound. KARL BARTOS, ein klassisch ausgebildeter Percussionist und Keyboarder, steht als Synonym für den Werdegang der elektronischen Musik. Er wurde Mitglied und Schöpfer bei KRAFTWERK, einer der Urgesteine und Pioniere, der elektronischen Welt. Einige Klassiker tragen auch seine Handschrift, wie zum Beispiel „Radioactivity“, „Trans Europe Express“, „The Man Maschine“, „Computerwelt“, „Tour de France“, Electric Café“ und „The Mix“. Neben seiner Arbeit bei KRAFTWERK veröffentlichte er das Soloalbum „Communication“ im Jahre 2003. Zurzeit arbeitet er an neuem Material für eine audio-visuelle Show.
Gemeinsam mit MATTHIAS BLACK stand KARL BARTOS beim Sinner’s Day vor dem gleichen Problem wie RECOIL. Zwei Männer, ein Tisch und eine viel zu große Bühne. Doch auch hier konnten die großen Videowände einiges für die Musiker rausreißen. Aus den Lautsprechern schallten alte KRAFTWERK-Klassiker und über die Videowände wurden die passenden Clips projiziert. Videos aus alter Zeit, von Band und Songs begleiteten das elf Stücke umfassende Set. Schloss man die Augen, reiste man zurück in der Zeit und erlebte die Wiedergeburt der elektronischen Visionäre.
Setlist:
01. Numbers
02. Computer World
03. The Camera
04. The Model
05. The Robots
06. Pocket Calculator
07. Tour De France
08. Interview
09. 15 Minutes of Fame
10. Ultraviolet
11. Neon Lights
http://www.karlbartos.com/ / https://www.facebook.com/karlbartos
THE CULT
Mit Verspätung und noch ein wenig mehr Verspätung wurde die Geduld des wartenden Publikums auf die Folter gespannt. THE CULT, in den frühen 80ern als THE DEATH CULT gegründet, brauchten fast drei Mal so Lange um ihr Bühnenequipment in Eigenregie auszubauen. THE CULT blacken auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Als Post Punk Band gestartet, nahmen sie deutliche EInflüsse aus dem Hard Rock in ihre Musik auf und veränderten ihren Musikstil. Ihr drittes Album “Electric” erweckte dann auch internationals Interesse. Mit Größen wie BILLY IDOL und THE WHO waren sie auf Tour und ihre Musik wurde für Filme genutzt. Nach kurzer Trennung und großer Welttournee arbeiten IAN ASTBURY (Stimme), BILLY DUFFY (Gitarre), CHRIS WYSE (Bass) und JOHN TEMPESTA (Schlagzeug) jetzt wieder an neuem Material. Als Live Unterstützung war MIKE DIMKICH (Rhythmusgitarre) mit von der Partie.
Nach über 30 Minuten waren die Probleme mit den Gitarrenverstärkern gelöst und THE CULT begonnen ihren Auftritt mit „The Phoenix“ und „Spiritwalker“. Ein interessanter und abwechslungsreicher Mix aus bekannten und unbekannten Songs aus allen Jahren ihrer Bandgeschichte folgte. Handfester Rock, mal dunkler, mal hymnenartiger wurde von den Herren präsentiert. Über eine Stunde und nach fünfzehn Songs endete der Auftritt mit „She Sells Sanctury“.
Setlist
01. The Phoenix
02. Spiritwalker
03. Horse Nation
04. Lil’ Devil
05. Edie (Ciao Baby)
06. Sweet Soul Sister
07. Embers
08. Nirvana
09. Rain
10. Rise
11. Dirty Little Rock Star
12. Fire Woman
13. Wild Flower
14. Love Removal Machine
15. She Sells Sanctuary
www.thecult.us >> www.facebook.com/officialcult >> www.myspace.com/thecult
FRONT 242
Immer voller wurde die Halle und der Platz vor der Bühne von Minute zu Minute weniger. Nicht nur die belgischen Besucher fieberten dem Auftritt der nächsten und letzten Band des Tages entgegen. Niemand geringeres als die belgische EBM-Formation FRONT 242 wurde erwartet. Die Band gilt als einer der Pioniere der elektronischen Körpermusik. Im Jahre 1981 von DANIEL BRESSANUTTI und DIRK BERGEN gegründet, vervollständigte sie sich ein Jahr später mit PATRICK CODENYS und JEAN LUC DE MEYER. Ihre beiden ersten Alben „U-Men“ und „Geography“ nahmen schon Einfluss auf viel Musiker. Aber erst mit ihren 1984er Album „No Comment“ wurde der Grundstein für die Elektronische Körpermusik gelegt. Seit dieser Zeit kommt niemand aus der Szene mehr an FRONT 242 vorbei. Die folgenden Veröffentlichungen kamen nie ganz an ihre anfänglichen Erfolge heran. Nach JEAN LUC DE MEYERs zweijährigem Ausstieg ab 1995 und sechs weiteren Jahren des Wartens wurde mit „Pulse“ endlich wieder ein Album der Belgier veröffentlicht, dass an die musikalischen Werke der Anfangszeit heran reichte. Seit dem 2003 ist es allerdings wieder still um FRONT 242 geworden. Nur an Auftritten lässt es die Band nicht mangeln.
THE CULT benötigten über 30 Minuten für den Umbau, FRONT 242 brauchten immerhin ganze fünf. Dann ging das Licht aus und ein Intro kündigte das kommende an. Ein Spot beleuchtete RICHARD „23“ JONCKHEERE, der in einem grauen Sportanzug, Sonnenbrille und Kapuze auf der Bühne stand. Mit „Shout It Loud“ erweckten FRONT 242 die gesamte Halle zum Leben. Die Party startete und keiner konnte sich entziehen. Für die Belgier war der Auftritt ihrer „Nationalhelden“ ein ganz besonderes Ereignis. „Body To Body“ war der zweite Song des Sets und alle brüllten aus heiseren Kehlen mit. Nun erschien auch JEAN LUC DE MEYER auf der Bühne und vervollständigte die Besetzung. Aus Mangel an neuem Material wurde wie bei allen Konzerten in den letzten Jahren mehr oder minder die gleiche Setlist gespielt, was nicht als negativ angesehen werden sollte. Die Klassiker wie „Happiness“, „Headhunter“ oder „Welcome To Paradies“ packen immer noch wie eh und je die Gemüter und sorgen für gute Stimmung.
www.front242.com >> www.myspace.com/front242 >> www.facebook.com/Front.242
Nach ungezählten Stunden und verschiedensten musikalischen Eindrücken endete ein Tag der Klassiker und der Besonderheiten. Der Weg ins Hotel wurde per Taxis bestritten, denn die Füße wollten nicht mehr so wie wir wollten.
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Texte in Zusammenarbeit mit Dani Vorndran (www.reflectionsofdarkness.com).



