Planet Myer Day 10 - 2012
PLANET MYER DAY 2012
Zum 10. Mal lud einer der Bekanntesten der Elektroszene seine Freunde, Bekannte und Fans ein, mit ihm einen Abend lang der Kurzweil zu frönen. DANIEL MYER, bekannt aus Projekten wie HAUJOBB und ARCHITECT, hat sein jährliches Treffen am Anfang des Jahres fest etabliert und die Resonanz ist Jahr für Jahr enorm. Wie immer fand auch dieses Jahr das Treffen in den Katakomben der Moritzbastei am Gewandhaus in Leipzig statt. Für elektronische Töne ist diese mittelalterliche Location eher weniger passend, aber Tradition verpflichtet. Vorteil des Gemäuers ist es, dass durch die großzügig dimensionierte Belüftungsanlage immer ordentlich Frischluft verteilt wird und man in dem engen Räumen stets frei atmen kann.
Neben den vielen anderen Gesichtern des DANIEL MYER ist da noch das des ARCHITECT. Rein instrumentelle Tracks, bei deren Schaffung sich DANIEL laut eigener Aussage wie ein Architekt. Fünf Alben wurden bereits unter dem Namen ARCHITECT veröffentlicht, dass letzte mit dem Namen „Consume.Adapt.Create“ in 2010. Dieses Mal war DANIEL nicht alleine auf der Bühne. ACHIM FÄRBER (PROJECT PITCHOFORK und andere) stand hinter den Percussions und verlieh der Musik mehr Leben. Doch das war noch nicht genug. Nicht nur ausgefeilte Sounds, sondern auch textlich wurde den Besuchern etwas geboten. Sänger und Autor SASCHA LANGE sang „Maureen“ und „Skin & Bones“ ein und machte dabei eine gute Figur. Den zweiten Teil des Sets begleitete ein selten Gast. FRANK M. SPINATH, Sänger von SEABOUND, sag „Pieces Of Me“ und eine Neuinterpretation von „Watching Over You“ von seiner Band. Der Auftritt war eine große Überraschung bereits zum Anfang des Abends.
ARCHITECT: Webiste
Als nächstes wurde es stampfender und düster. GUIDO STOYE und CHRISTIAN FRITSCHE schufen ab 2000 ihre persönliche Mixtur von Musik und Text und nannten sie LIQUID DIVINE. Ihr erstes Album warfen sie allerdings erst fünf Jahre nach Gründung auf den Markt. „Interface“ war der erste Streich und zwei Jahre später folgte mit „Black Box“ der zweite. Das dritte und bisher letzte Album „Autophobia“ erschien 2009. Für ihre Show auf dem Planet Myer Day 2012 brachte das Duo ALEXANDER STETTER für die Arbeit an den Tasten mit. „Fallen Men“ war der erste Song des Abends. GUDIOs leicht verzerrte und dennoch melodische Stimme verursachte an manchen Stellen angenehme Gänsehaut. Das Publikum war entweder noch nicht aufgetaut oder nicht richtig überzeugt, denn bewegt wurde sich doch recht spärlich. Allerdings sprachen der Applaus anch den Songs eher für Variante A. „Planet Zoo“ und „Die To Meet You“ folgten. Nach „Frontend“ betrate FRANK M. SPINATH (SEABOUND) wieder die Bühne und sang gemeinsam mit GUDIO „Want“ und „SOJOURNER (Club Edit)“ was vom Publikum mit anhaltender Begeisterung quittiert wurde.
LIQUID DIVINE: Webiste || Facebook || Myspace
Zwei der noch kommenden Shows des Abends als Gig oder Konzert zu bezeichnen wäre übertrieben. Die erste ist das von FREDERIC GARCIA präsentierte Einmann-Techno-Projekt NIVEAU ZERO. Wenn man auf ein Festival oder einen Konzertabend geht, will man auch Konzerte sehen. Doch NIVEAU ZERO war eher ein DJ-Set als alles andere. Der Franzose FREDERIC stand hinter einem Tisch mit Equipment und spielte an einigen Knöpfen. Die Musik war laut, technoid und auf Dauer langweilig. Und auch wenn die Rückmeldung des Publikums eher spärlich ausfiel, so feierte sich FREDERIC doch gebührend selbst.
NIVEAU ZERO :Website || Facebook
Mehr oder weniger Geduldig warteten wir auf das nächste Duo des Abends. ALEC FU und ALEX ALICE geben SLAVE REPULIC Stimme und Sound. Angefangen als Quartett, blieb nur noch das Duo A&A über. Anfangs wurde SALVE REPUBLIC noch zum New Wave gezählt, doch nun gefällt den Künstlern die Stilbeschreibung Alternative Pop besser. Ihr Debütalbum „Electric One“ erschien im März 2010 bei Accession Records. Die neue Genrebezeichnung Alternative Pop trifft die Musik von SLAVE REPUBLIC hervorragend. Elektronsicher Pop mit E-Gitarren- und Basselementen gingen gefällig ins Ohr und luden zum Tanzen und Mitwippen ein. Musikalisch konnten sie überzeugen, jedoch haperte es am Gesang. Zu unstet und ohne klare Linie trübte sie den Hörgenuss. Hier herrscht noch Besserungsbedarf. Mit neun Songs konnten SLAVE REPUBLIC ein recht ordentliches Set spielen.
SLAVE REPUBLIC-Setlist:
01. The Driver
02. Primärreiz (New)
03. Electric
04. Menage a Trois (New)
05. Less of me
06. Hadron Collider
07. Lashes Kiss (New)
08. Truth Or Dare
09. My Maker
SLAVE REPUBLIC: Website || Facebook || Myspace
Es folgte der zweite fragwürdige Teil des Abends. BEN ist ein Sounddesigner der schon für diverse Künstler und TV-Produktionen gewerkelt hat. Mit seinem Projekt HECQ gab er der Welt das erste Mal in 2007 mit „0000“ etwas zu hören. Auch wenn man von HECQ die einen oder andere Nettigkeit kennt, so war die Auswahl der Songs für diesen Abend nicht sehr gelungen. Die stellaren Sounds und eingespielten Samples hatten ihren Charme, doch fing der immer wiederkehrende Rhythmus und das andauernde gleiche Thema schnell an zu langweilen. Einige Zuschauer wendeten den Blick ab und gähnten herzhaft. Was an BENs Auftritt faszinierte war der Konsum von mehreren Flaschen Bier in kürzester Zeit und das Rauchen einiger Zigaretten. In einem rauchfreien Club sollten sich auch und gerade die Künstler an das Verbot halten. Zu guter Letzt sei noch die fehlende Interaktion mit dem Publikum angemerkt. Außer gelegentlichen Blicken war nicht zu erkennen, ob er sich der Anwesenheit anderer in diesem Raum bewusst war.
Kurz nach Mitternacht war es wieder Zeit für den Gastgeber DANIEL MYER. Vor Kurzem erst veröffentlichten HAUJOBB ihr neustes Album „New World March“. Ganze acht Jahre mussten die Fans auf ein Lebenzeichen des Projekts warten. 1993 gründete DANIEL MYER zusammen mit DEJAN SAMARDZIC und BJÖRN JÜNEMANN die Band und veröffentlichte das Debütalbum „Homes & Garden“ im gleichen Jahr. Anfangs wurde HAUJOBB noch mit SKINNY PUPPY verglichen, doch mit dem zweiten Album „Freeze Frame Reality“ entfernten sie sich immer weiter von diesem Stil. HAUJOBB besteht heute noch aus DANIEL MYER ( Stimme, Arrangements) und DEJAN SAMARDZIC (Arrangements und Produktion) sowie MANUEL G. (Synthies, Geräusche und Schlagzeug) für die Live-Arbeit.
„Letting The Demons Sleep“ war der Begrüßungssongs für das Publikum, dass nun vollends erwacht war und endlich richtig feierte. Der massige Bühnenaufbau ließ nicht mehr viel Platz für DANIEL sich auf der kleinen Bühne zu entfalten. Doch trotz der Keys, Computer, Monitorwände und anderer elektrische Geräte wirbelte er zu „Subsonic“, „Renegades Of Noize“ und den anderen Songs über die Bühne. Mal melodisch, mal schreiend forderte DANIEL seine Stimme und forderte das Publikum zum gemeinsamen feiern auf. Vor der Bühne bildete sich eine kleine, aber dennoch schmerzhafte Moshpit, in die man hineingezogen wurde, ob man wollte oder nicht.
HAUJOBB-Setlist:
01. Letting The Demons Sleep
02. Subsonic
03. Soul Reader
04. Renegades Of Noize
05. Crossfire
06. Little World
07. Dream Aid
08. Let‘s Drop Bombs
09. Eye Over You
10. Boom Operator
11. Unseeing
12. Penetration
13. Anti/Matter
14. Dead Market
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15. Machine Drum
16. The Noise Institute
17. New World March
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Zur After Show Party wurde erst am nächsten Tag eingeladen. Auf dem Feinkost-Gelände an der Karl-Liebknecht-Straße in Leipzigs Südvorstadt wurde die Nacht durch getanzt.




