Neuwerk Festival 2011

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DATUM
27.12.2011
ORT
Langen

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NEUWERK FESTIVAL 2011 – Langen

Was gut ist, bleibt und wird wiederholt. Nach den Erfolgen der letzten Jahre lud das neuwerk Music Management wieder dazu ein, die Weihnachtspfunde purzeln zu lassen. Die Neuwerk-Festival-Reihe fand wieder an vier Terminen quer durch die Republik statt. Nach dem Auftakt in Berlin am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde die Neue Stadthalle in Langen bei Frankfurt am Main zum zweiten Mal als Austragungsort auserkoren. Nach den Schwierigkeiten mit dem Catering im letzten Jahr – das Bier wurde während der langen Wartezeit warm und die Wurst kalt – waren wir sehr gespannt, ob die Köstlichkeiten dieses Jahr schneller über die Theke gingen.
Für die musikalische Unterhaltung wurden sechs Bands verpflichtet, die für ihr ordentliches Handwerk, ihre charismatische Ausstrahlung und ihr meisterliches Können bekannt sind. Der Einlass war um 18 Uhr und das Programm startete eine halbe Stunde später – etwas knapp für die arbeitende Bevölkerung.

X-DIVIDE
Nach zahlreichen Festivalgigs 2011 war es nun Zeit, dass X-DIVIDE ihr Stelldichein auf dem Neuwerk Festival gaben. Nur leider stand der Auftritt des Duos JENS und ERIC unter keinem guten Stern. Die beiden mussten ihren Auftritt am Tag zuvor in Berlin absagen, da ERIC zu krank war. In Langen startete das Synthpop-Duo einen neuen Versuch. ERIC hätte jedoch lieber das Bett hüten sollen. Recht bewegungslos und fade kamen Musik und Ausstrahlung der beiden Musiker daher. Da war es auch nicht von Vorteil, dass die Bühne nur sehr spärlichem bestrahlt wurde und die Zuschauer nicht viel sahen. Eröffnet haben X-DIVIDE ihr Set mit „Sympathy“ im NAMNAMBULU-Mix. Nach fünf weiteren Songs konnten X-DIVIDE immer noch nicht recht überzeugen. Wo sich normalerweise viele Füße bewegen, war an diesem Tage nur spärliche Bewegung angesagt. Die Setlist bestand aus Songs, die man dieses Jahr schon einige Male gehört und gesehen hatte, fehlt es dem Duo doch immer noch an einem richtigen Album und neuem Material.

Setlist:
1. Sympathy (NamNamBulu remix)
2. My Love Is Guaranteed
3. So In Love
4. Sometimes
5. Now or Never
6. Forever

www.x-divide.de
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www.myspace.com/x-divide

REAPER
VASI VALLIS ist ein sehr umtriebiger Künstler. Nach seinem ehemaligen Elektroprojekt NAMNABULU, seinem Mitwirken bei FROZEN PLASMA und seinen Tätigkeiten als Produzent, verwirklicht er sich mit REAPER seit 2005 in Richtung Industrial-Techno. VASI und sein Mit-Keyboarder GREGOR präsentierten in Langen weniger Konzert als DJ-Set. Ein Tisch mit Computer, Kabeln und Bier – dahinter das Duo REAPER. Gesprochen oder Gesungen wurde nicht. Die einzige Bewegung kam von Kumpane GREGOR, der ab und an seinen Gefühlen mit kurzen Tanzeinlagen Ausdruck verlieh. Auch wenn Hits wie „Robuste Maschine“, „Urnensand“ und „X-Junkie“ geboten wurden, musste man nach Begeisterung im Publikum stellenweise suchen. Auch ein Song von GREGORS Projekt SKYLA VERTEX und zwei neue REAPER Songs schafften es nicht, das Publikum wirklich zu begeistern. Einige wenige stampften und tanzten ausgelassen zur Musik; jedoch war der größte Teil not amused über dieses angebliche Konzert. Es fehlte an Show, an Interaktion mit dem Publikum, was man von VASI eigentlich besser kennt.

Setlist:
1. X-Junkie
2. Das Grauen
3. Urnensand
4. Robuste Maschine
5. Neuer Song
6. Sinnkrieg (SKYLA VERTEX Cover)
7. Neuer Song

www.reaper-music.de
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HAUJOBB
Treue Fans sollten auch acht Jahre auf neues Material ihrer Idole warten können. Denn genau so lange hat es gedauert, bis HAUJOBB ihr neues Album „New World March“ veröffentlichten. Gegründet wurde das, anfangs noch mit SKINNY PUPPY verglichene Elektroprojekt, 1993 von DANIEL MYER, DEJAN SAMADZIC und BJÖRN JÜNEMANN. Ihre Karriere starteten sie damals mit „Home & Garden“. Im Laufe der Zeit änderte sich ihr Stil und bekam einen ganzen Schwung mehr Eigenleben, worauf ein HAUJOBB-eigener Musikcharakter entstand.
Drei Beamer, viel Nebel und Dunkelheit schufen eine düstere Stimmung für den Auftritt der Band. DEJAN am Keyboard und MANUEL am Schlagzeug und den Tasten wurden frontal von zwei der Beamer beleuchtet, während DANIEL im Vordergrund fast gänzlich in Blau, Rot oder Schwarz versank. Der erste Track „Letting The Demons Sleep“ kam von der letzten EP „Dead Market“. Das Set bestand vornehmlich aus aktuellen und jüngeren Titeln. Doch mit „Eye Over You“ und „Dream Aid“ wurde auch den Anfangstagen gehuldigt.

Setlist:
1. Letting The Demons
2. Sleep Renegades Of Noise
3. Little World
4. Let’s Drop Bombs
5. Eye Over You
6. Dream Aid
7. Unseeing
8. Penetration
9. The Noize Institute
10. Dead Market

www.haujobb-music.com
www.myspace.com/haujobbmusic
www.facebook.com/haujobbmusic

DIORAMA
Emotional und tiefgängig ging es an diesem Abend weiter. DIORAMA, ein Name in der Darkwave-Welt, stimmte langsamere aber nicht weniger packende Musikmomente an. Die Darkwave-Band wurde von TORBEN WENDT zwischen 1994 und 1996 gegründet. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund FELIX MARC (Keyboard, Stimme, Co-Produzent), MARQUESS (Schlagzeug) und SASCHA FIDDLER (Gitarre) wurde DIORAMA zu einer gern gesehenen und erfolgreichen Band. TORBENs Ausdrucksstärke schlägt jeden in seinen Bann und wenn seine Gefühle beim Singen ein Ventil finden, dann staunen die Zuschauer ob dieser Ausbrüche nicht schlecht. Nachdem die Band 2007 ihr fünftes Album “A Different Life” veröffentlichte, wurde es für ein paar Jahre still um die Herren. Im Februar 2010 meldeten sich DIORAMA dann mit ihrem lange erwarteten Album “Cubed” zurück, das, wie zu erwarten war, sehr gut ankam.
Wie bereits zuvor, war auch der Auftritt von DIORAMA durch die widrigen Einflüsse von Sound und Licht gehemmt. Es wollte nicht die rechte Stimmung aufkommen, die man von Konzerten dieser Band gewöhnt ist. Das Publikum begrüßte beigeistert die Band, die während eines ausgiebigem Intros die Bühne betrat. Als das Licht aufging und ein kurzes Pianospiel von TORBEN den Song “Why” einleitete, wurde noch enthusiastischer Gerufen und Gesungen. Zum Ende des zweiten Songs “Why” spielte TORBEN noch einige Momente auf dem Piano, als dessen Ständer zusammenbrach und das Piano zu Boden stürzte. Nach kurzer Schrecksekunde fuhr TORBEN mit “Champange For All” fort, während die Stage-Hand versuchte das Gerät wieder zu reaktivieren. Doch alle Bemühungen schlagen fehl, das Piano blieb stumm. Den Unmut über diesen Zustand ließ Frontmann TORBEN mit stummen Flüchen aus sich heraus und sang sichtlich mitgenommen weiter. Als nächster Hit wurde ein neuer Song “Hello, Goodbye” aus dem kommenden Album präsentiert. Flotter Rhythmus und mit eingängiger Melodie und packendem Text ließ das Publikum freudig Tanzen. Leider ohne Zugabe endete die Show nach acht Songs. Die geplante Zugabe konnte wegen des Todes des Pianos leider nicht mehr gespielt werden.

Setlist:
1. Intro
2. Ignite
3. Why
4. Champagne For All
5. Hello, Goodbye (New Song)
6. Child Of Entertainment
7. Synthesize Me
8. The Girls

www.diorama-music.com
www.facebook.com/diorama
www.facebook.com/pages/Diorama/20921056622

SUICIDE COMMANDO
Ein verrückter Belgier mit Furcht einflößendem Grinsen und dem Hang zu morbiden Texten durchbrach die Stille nach DIORAMA. JOHAN VON ROY rief 1986 sein Hellektro- / Industrial-Projekt SUICIDE COMMANDO ins Leben. Drei Jahre später erblickte seine erste Veröffentlichung das Leben der Welt. Mit den Jahren wurde er unverzichtbar für die Szene und ein gern gesehener und umjubelter Gast auf jedem Festival. Das letzte Album „Implements Of Hell“ wurde 2010 veröffentlicht.
Nach seinem Old-School-Set auf dem BIMFest in Belgien, Anfang Dezember, spielte JOHAN in Langen wieder sein „übliches“ Set. Die krassen Bilder der Videos im Hintergrund unterstrichen die Titel des Sets. „Hate Me“, „Death Curse All Pain“ oder „Bind Torture Kill“ rüttelten an den Emotionen der Besucher und brachen sich ihre Bahnen in Köpfe und Beine. Ohne Anlauf zu nehmen sprang JOHAN mit gewohnter Energie und fies grinsend auf die Bühne. „Severed Head“ war der erste Streich des Abends; doch von diesem und allen folgenden sahen weder Zuschauer noch Fotografen viel. Die Bühne war noch dunkler als bei den Shows zuvor, und ohne die Videoleinwand im Hintergrund hätte man schon die Augen einer Eule haben müssen, um überhaupt etwas zu sehen. Gemeinsam mit TORBEN SCHMIDT (Keyboard) und MARIO VAEREWIJCK (Schlagzeug) spielte JOHAN VON ROY einen düster-elektrisch und dunklen Auftritt. Arme flogen, und Füße marschierten – in der Moshpit veranstaltete die EBM-Rhein-Main Fraktion ein Paradebeispiel an Exerzierübungen mit schweißtreibenden Marschfolgen.

Setlist:
1. Severed Head
2. Hate Me
3. Death Cures All Pain
4. Raise your God
5. Dein Herz, Meine Gier
6. Cause Of Death: Suicide
7. God Is in the Rain
8. Massaker (TOMMI STUMPFF Cover)
9. Love Breeds Suicide
10. Die Motherfucker Die
11. Bind, Torture, Kill
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12. See You In Hell

www.suicide-commando.be
www.myspace.com/suicidecommando
www.facebook.com/IIXIII

NITZER EBB
Last but not least wurde es Zeit für die Helden und Headliner des Abends. Die Namen der Beteiligten sprechen Bände: DOUGLAS MCCARTHY (Stimme), BON HARRIS (Synthies, Schlagzeug, Produktion, zweite Stimme) und JASON PAYNE (Schlagzeug, Percussion). NITZER EBB sollten den Zuschauern nun endlich die letzten Hemmungen nehmen und die Stimmung zum kochen bringen. Seit Mitte der 80er Jahre ist die Band mit einer Pause von elf Jahren zwischen 1995 und 2006 unterwegs. Große Alben wie „That Total Age“ (1987), „Belief“ (1989) oder „Ebbhead“ (1991) werden auch heute noch rauf und runter gehört. Die elf Jahre der Abstinenz haben der Band in keiner Weise geschadet. Gestern wie heute lechzen die Fans nach ihrer Musik. 2010 veröffentlichten NITZER EBB mit „Industrial Complex“ ihr erstes Neumaterial seit 15 Jahren und gingen mit DEPECHE MODE auf große Europatour.
Der Auftritt auf dem Neuwerk Festival 2011 begann wie schon bei unzähligen Konzerten zuvor. Doch NITZER EBB schafften es die Menge so zu packen, dass es nie langweilig wurde. Während eines langen Intros nahmen BON HARRIS und JASON PAYNE ihre Plätze ein; schon jetzt waren die Fans völlig aus dem Häuschen. Mit den ersten, unverwechselbaren Tönen von „Getting Closer“ betrat Mr. DOUGLAS MCCARTHY in seiner coolen Art die Bühne. Spätestens jetzt wurde es laut in der Halle. Ohne Pause und Gnade wurden „Getting Closer“, „Down On Your Knees“ und „Shame“ geschmettert. Die Halle bebte unter den Stiefeln der tanzenden und marschierenden Menge. Und zum ersten Mal an diesem Tag wurde es auf der Bühne hell. DOUGLAUS, BON und JASON waren teils mehr, teils weniger gut zusehen. Zwar hatten vor Beginn einige Besucher, die nur noch SUICIDE COMMANDO sehen wollten verabschiedet, doch somit hatten die anderen etwas mehr Platz, um sich frei zu entfalten. Neben den Dauerkrachern „Let Your Body Learn“, „Murderous“ und „Control I’m Here“ wurden auch Perlen wie „Blood Money“ oder „One Man’s Burden“ rausgekramt. Nach sechzehn Songs war das Mainset gespielt, die Bühne hatte Laufspuren von DOUGLAS und das Publikum brauchte dringend Flüssigkeit. Doch für zwei Zugaben kamen die Herren zurück und spielten noch „Promises“, „I Give To You“ und, um die Menschen völlig zu schaffen, „Violent Playground“ und „Join In The Chant“.

Setlist:
1. Intro
2. Getting Closer
3. Down On Your Knees
4. Shame
5. Hearts & Minds
6. Let Your Body Learn
7. Once You Say
8. Lightning Man
9. Hit You Back
10. Blood Money
11. Payroll
12. Godhead
13. I Am Undone
14. One Man's Burden
15. Murderous
16. Control I'm Here
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17. Promises
18. I Give To You
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19. Violent Playground
20. Join in the Chant

www.nitzerebbicp.com
www.myspace.com/nitzerebbmusic
www.facebook.com/nitzerebb

Weit nach der Geisterstunde gingen auch in der Neuen Stadthalle in Langen die verbliebenen Lichter aus. Für das nächste Jahr hoffen wir, dass es ein wenig mehr Licht geben wird und der Ton sich auf die Gegebenheiten in der Location, sollte es die gleiche sein, besser einrichten kann. Zum Catering bleibt nicht viel zu sagen. An das Bier kam man in recht zügiger Zeit heran. Allerdings ist es eine Frechheit nur große Becher (0,5 Liter) zu verkaufen – man sollte auch an die fahrenden Besucher denken. Die Pommes in einer Warmhalteschale mit geschlossenem Deckel aufzubewahren trägt nicht gerade zum Erhalt der Knackigkeit bei. Aber man lernt ja nie aus, und so hat der Caterer noch Zeit auch diese Problemchen auszubügeln. Die Einlasskontrollen waren dieses Jahr zur Konzerthalle angesiedelt. Das heißt man konnte in dem Merch- und Verköstigungsbereich auf den Einlass warten. Nur hätte man anstatt einer lieber zwei Türen – eine als Eingang und die andere als Ausgang – nutzten sollen. Das hätte zu weniger Stau geführt. Nun weg vom Gemoser, hin zu den wichtigen Dingen. Nassgeschwitzt und glücklich machten sich die Besuchen auf den Weg zu ihren Fahrzeugen, die Dank des großen und kostenfreien Parkplatzes direkt hinter der Halle abgestellt waren.

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Finstergruende
Finstergruende:
"Zu dunkles Ambiente mit Soundschwierigkeiten - und trotzdem gute Stimmung"