MGŁA + AOSOTH + DEUS MORTEM

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DATUM
23.03.2016
ORT
Colmar (F), Le Grillen

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MGŁA präsentierte ihr neues Album „Exercises In Futility“ im Le Grillen in Colmar (F). Die Band, die längst kein Geheimtipp mehr ist, seit ihr 2015 erschienenes Album zu den in Europa meistbeachteten Alben gehört.

Demzufolge war das Grillen auch gut besucht. Ca. 150 Gäste bevölkerten den „großen“ Raum der Location. Zum Glück im Großen, so konnte man als Fotograf noch geradeso „durchkommen“, um die Seiten zu wechseln. Auch, weil das wie immer extrem höfliche und nette Publikum hier einem gerne gewähren lässt. Das Grillen hat bei mir schon lange den ersten Preis gewonnen, was Kompetenz und Hilfsbereitschaft des Personals und Freundlichkeit der Gäste angeht. Ich kann jedem Südbadener nur sehr empfehlen, mal über die Grenze zu schauen.

Pünktlich um 20:30 Uhr eröffnete der Todesgott, oder besser die Götter aus Polen. Sehr direkt und klar kam der Black Metal von DEUS MORTEM beim Publikum an, das den Raum schon gut gefüllt hatte. Ein Genuss war das hervorragende Licht, selten trifft man so großartige Bedingungen an. Und bei DER Optik lohnte sich das doppelt.

Nach 40 Minuten musste die Bühne geräumt werden und nach ganz kurzer Umbaupause kamen AOSOTH. Klar, eine französische Band hat natürlich Heimvorteil und die paar Menschen, die noch draußen den milden Abend genossen hatten, strömten nun auch noch herein.

Jetzt begann die Blaue Stunde, denn die Beleuchtung blieb fast vollständig in diesem Ton. Und eingehüllt in den blauen Dunst vollführten die Gitarristen und der Bassist heftiges Bangen, während sich der Sänger in Fesslungs- und Entfesslungskünsten übte. Das Ganze (also die Fesslerei) wirkte für mich etwas fehl am Platze, aber wenn man sonst nicht weiß wohin mit den Händen … Zeitweise fürchtete ich, er strangulierte sich, ein blaues Gesicht wäre bei DEM Licht nicht aufgefallen.

Dann stimmten die „Nebel“-Jungs von MGŁA ihre Instrumente und überraschten mich mit der Offenheit, wie sie ihre Gesichter zeigten. Ich hätte erwartet, dass sie auch zum Soundcheck verhüllt erscheinen.
Das machten sie dann beim Auftritt richtig gut: Alle in Lederjacke, Kapuze und Stoffmaske vor dem Gesicht. Ein ziemlich ungewöhnliches, aber auch beeindruckendes Outfit.
Trotz der Vorarbeit fiel dann mit den ersten Tönen der Bass aus. Nichts, was wirklich schlimm ist, dachte wohl der Rest der Band, denn die spielten einfach ohne weiter, während sich der Bassist mit neuer Hardware versorgte und diese zügig stimmte.

Was dann für ziemlich exakt eine Stunde folgte war der Beweis, dass diese Band verdient hat, ganz vorne mitzuspielen und ihr Album nicht zu Unrecht so hochgejubelt wurde. Einfach nur gut und abrupt nach einer Stunde verließen die Jungs die Bühne. Ein Zugabe war nicht drin und so traurig es ist, hätte sie auch nicht gepasst zu diesem „spartanischen“ Auftritt, ohne Gesichter und ohne Bewegungen. Black Metal in unverdünnter Konzentration. Leider zum Fotografieren nicht so geeignet, dafür kann man sich ganz der Musik hingeben ;-)

DEUS MORTEM
1. It Starts To Breathe Inside
2. Receiving The Impurity Of Jeh
3. Olam Haberiah
4. The Higher Sun
5. Penetrating The Veils Of Negativity
6. Ceremony Of Reversion
7. Emanations Of The Black Light
 
AOSOTH:
1. Arrow In The Heart
2. Iii-1
3. Ritual Marks Of Penitence
4. Iii-5
5. Temple Of Knowledge
6. Appendix C

MGŁA:
1. Mdłości I
2. Further Down The Nest I
3. Exercises In Futility I
4. Md Mdłości II
5. With Hearts Toward None I
6. Exercises In Futility II
7. Groza III
8. With Hearts Toward None VII
9. Exercises In Futility VI

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AUTOR

Thomas Rossi
Thomas Rossi:
"Wo Nebel draufsteht, ist nicht unbedingt Nebel drin: Klarer kann Black Metal nicht sein als bei MGŁA. "