THE GIRL & THE ROBOT

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DATUM
30.09.2011
ORT
Leipzig, Moritzbastei

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Bereits zum neunten Mal luden die Veranstalter der Party-Reihe „Schwarzes Leipzig Tanzt“ in die Katakomben der Moritzbastei, um Anhängern der schwarzen Szene erneut ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Neben verschiedenen DJ-Sets gehört dazu auch jedes Mal eine Live-Performance. Für diesen Abend luden die Leipziger das deutsch-schwedische Duo THE GIRL & THE ROBOT zu sich ein. Hinter dem Projekt steht der schwedische Künstler DEADBEAT und das FRÄULEIN PLASTIQUE, bekanntes Mitglied der Funkgruppe WELLE:ERDBALL, die im Rahmen dieses Projekts erfreulicherweise ihr gesangliches und lyrisches Potenzial ausgiebig präsentieren kann.

Wer die Moritzbastei kennt, weiß, dass die „Tonne“ nicht besonders viel Platz für Publikum bietet. Vor allem bei den WGT-Konzerten wird das schnell zum Problem, wenn man nicht frühzeitig vor Ort ist. An diesem Abend allerdings lief alles recht entspannt ab. Zum Einlass kurz nach 22 Uhr war von einem riesigen Andrang nichts zu spüren. Entspannt konnte man sich noch ein oder zwei Bier an der Bar gönnen und das eine oder andere Probefoto schießen. Das Konzert sollte erst in einer Stunde beginnen. Währenddessen konnte man auch bereits einen Blick auf den Bühnenaufbau werfen. Vor einer großen Leinwand waren zwei schräg zueinander angeordnete Podeste aufgebaut, um die etwas niedrige Bühne für die Protagonisten noch ein bisschen zu erhöhen. Links, ein großer Tisch für DEADBEAT und sein Equipment, rechts zwei Mikrofone für FRÄULEIN PLASTIQUE, eines verziert mit Rosen.
20 Minuten vor Beginn der Show trudelten dann nach und nach immer mehr Gäste ein, die „Tonne“ war dann recht locker gefüllt. Mit Verspätung betraten endlich PLASTIQUE und DEADBEAT die Bühne, begleitet von vereinzeltem Applaus, das Publikum war scheinbar noch skeptisch. Doch es ging nicht sofort los. DEADBEAT hatte noch eine kleine Auseinandersetzung mit dem Equipment, doch dieses Problem war schnell vom Tisch und die Show konnte beginnen. Bühnenaufbau und Videoleinwand waren dabei auch nur Nebensache, hier lagen in der Tat Musik und Gesang im Mittelpunkt. Der teils technoide elektronische Sound, mal etwas poppiger, mal minimalistisch, fügte sich wunderbar mit der sanften Gesangsstimme von PLASTIQUE, die an diesem Abend natürlich auch den visuellen Höhepunkt des Auftritts darstellte. Während auf der Leinwand nur ab und zu das Bild zwischen Bandname und einem (durchaus coolem) Roboterbildnis mit Herz wechselte, zeigte sich PLASTIQUE in neckischem Outfit gepaart mit lasziven Bewegungen und emotionaler Mimik und Gestik. DEADBEAT lieh nur ab und an einem Song seine Stimme in Form von verzerrten Robotervocals, blieb ansonsten aber im Hintergrund.
Dem Publikum präsentierte man ein wunderbares Konzert kühler, elektronischer Downbeat-Musik gepaart mit leidenschaftlichem und melancholischem Gesang und kleinen unfreiwillig amüsanten Einlagen. Die hochhackigen Pumps müssen eben nicht die ganze Zeit getragen werden und das Mikrofonkabel sitzt manchmal einfach zu locker.
Nach einer guten Stunde war man dann bereits am Ende des Sets, leider. Obwohl man eigentlich den Eindruck hatte, dass Roboter und Mädchen beim Publikum Anklang gefunden hatten, ließ sich dieses jedoch nicht zu „Zugabe“-Rufen hinreißen. Und so fand das Konzert leider ein jähes Ende und man ging nahezu fließend zum DJ-Set über.

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AUTOR

SID
SID:
"Robotischer Sound mit Herz, dank einer leidenschaftlich agierenden PLASTIQUE. Geheimtipp."