FLOGGING MOLLY, THE MIGHTY STEF, THE MINUTES

Drei Jahre ist es her, dass FLOGGING MOLLY ihr Album „Float“ veröffentlichten und sich der Ton der Musik mehr auf die traditionellen irischen Instrumente verlagert hat. In diesem Jahr haben sie sich mit einem neuen Album zurück gemeldet. Was passt besser, als eine Tour durch Europa, um das neuste Werk „Speed Of Darkness“ den europäischen Fans zu präsentieren. Am 19. November waren FLOGGING MOLLY dann gemeinsam mit THE MINUTES und THE MIGHTY STEF in der Turbinenhalle in Oberhausen angekommen.

Die Jüngsten dürfen die ersten sein. Und somit wurde der Abend durch das irische Trio THE MINUTES eröffnet. Die drei Herren MARK AUSTIN (Stimme, Gitarre), TOM COSGRAVE (Stimme, Bass) und SHANE KINSELLA (Stimme, Schlagzeug) aus Dublin waren auf ihrer ersten großen Supporttour in Deutschland unterwegs. THE MINUTES wurden 2006 in Dublin gegründet und etablierte sich sehr schnell als eine lokale Berühmtheit. Nach diversen Support-Tourneen durch Irland und Groß Britannien unter anderem mit THE STROKES oder SUPERGRASS haben sie nun bei FLOGGING MOLLY angeheuert.
Ein Drumset und ein paar Verstärker, mehr braucht es nicht für guten Rock. Nach kurzer Vorstellung ließen es THE MINUTES in ihrem minimalistischen Bühnenset krachen. Was die drei Iren präsentierten war gradliniger Rock for Rebels. Kein Glamour, keine Schnörkel oder unnötiges Posen. Ursprünglich und ehrlich kommen THE MINUTES daher. Ihre Musik könnte als Soundtrack für eine Strandparty, eine Verfolgungsjagd oder den Quickie auf der Klubtoilette dienen. MARK, TOM und SHANE beherrschen ihre Instrumente souverän. Nach kurzer Einspielzeit hatten sie das Publikum erreicht und aus zurückhaltendem Wippen wurde ausgelassenes Feiern und Tanzen. Der Sound haperte stellenweise; manchmal war er zu dumpf oder manchmal zu blechern. Doch die keinen Ecken schadeten dem Konzertgenuss in keinster Weise. Eher ließen sie ihn noch authentischer werden. Auf dem Höhepunkt der Stimmung mussten THE MINUTES ihren Auftritt dann beenden und Platz für die zweite Band des Abends machen. Ordentlicher Applaus verabschiedete die Herren.

Info:
www.theminutesmusic.com
www.facebook.com/theminutes
www.myspace.com/theminutesireland

Nachdem THE MINUTES die Bühne geräumt hatten und ein ein Keyboard und anderes Equipment zusätzliche aufgebaut wurden, wurde es Zeit für den zweiten Gig des Abends. Da der komplette Abend im Zeichen irischer Herkunft abgehalten wurde, musste der zweite Act auch diese Voraussetzung erfüllen. THE MIGHTY STEF kommen auch aus Dublin und wurden, wie die erste Band des Abends auch, 2006 in dieser Stadt gegründet. Frontmann STEFAN MURPHY hat seine ersten musikalischen Erfahrungen davor in der Punk Band THE SUBTONICS gesammelt und dann THE MIGHTY STEF gegründet. Das erste Album „The Sins Of Sainte Catherine“ erschien im Gründungsjahr der Band. Mit diesem Album im Gepäck bereisten sie Europa und die USA als Support für verschiedene Bands. In den Anfangstage wurde STEFAN nur von einem Schlagzeug live begleitet. Zum zweiten Album „100 Midnights“ wuchs die musikalische Begleitung dann zu einer kompletten Band heran. Anfang 2011 erschien das dritte und neuste Album „TMS And The Babtists“.
Mit einem gemütlichen Liedlein zum Mitschunkeln wurde das Publikum von THE MIGHTY STEF begrüßt. „We Want Blood“ hat einen ganz besonderen Charme. Die eindeutig nicht freundliche Botschaft des Songs kokettiert mit der heimelischen Melodie. Mit dem ersten Song waren die Zuschauer schon gepackt und in guter Stimmung. Es folgte eine Mischung aus gemütlichem Rock mit folkigem Einschlag bis zu knallendem Hard Rock. Das Keyboard verlieh den Songs einen 70er Jahre THE DOORS-Touch. Die Musik lud zum Mitmachen und ausgelassen sein ein und ließ den Alkohol in Strömen fließen. STEFAN MURPHYs Stimme wart fest und voll, krächzt aber an einigen wenigen Stellen. Die Backing Vocals dagegen klangen eher falsch und hätten etwas leiser sein können. Ab und zu wurden die Ohren des Publikums mit lauten Rückkopplungen auf die Probe gestellt.
Die Setlist war ein Mix aus älteren Stücken und nur der erste Song „We Want Blood“ war vom aktuellen Album. THE MIGHTY STEFs lieferten eine ordentliche Show mit ein wenigen Macken.

Setlist:
01. We Want Blood
02. Stella
03. Baltimore
04. Dreamer
05. HardShip
06. Wine & Roses
07. Downtown
08. Magazine
09. Milk

Info:
www.themightystef.com
www.facebook.com/themightystef
www.myspace.com/themightystefband

Nun endlich war es soweit. Der Höhepunkt des Abends, auf den Groß und Klein, Alt und Jung gewartet hat, sollte endlich starten. Doch ließen sich FLOGGING MOLLY etwas Zeit, bis sie endlich die Bühne betraten. Um aus der Not eine Tugend zu machen, nutzten die Besucher die Wartezeit um allerlei menschliche Laster zu befriedigen. Die Band, auf die alle warteten, schaut mittlerweile auf eine recht ansehnliche Vergangenheit zurück. Gegründet wurde die irisch-amerikanisch Folk-Punk-Rock-Band 1997 in Los Angeles. Ihr Debütalbum „Alive Behind The Green Door“ wurde im gleichen Jahr veröffentlicht und war ein Livealbum. Insgesamt veröffentlichten FLOGGING MOLLY bisher neun Alben und neben den USA wuchs die Fangemeinde in Europa auch immer weiter. Mit ihrem 2008 erschienen Album „Float“ setzten FLOGGING MOLLY mehr auf die traditionell irischen Instrumente wie Folk-Gitarre, Mandoline, Banjo, Akkordeon, Fiddle und Tin Whistle. Das letze Album „Speed Of Darkness“ wurde im Mai diesen Jahres veröffentlicht und setzt sich mit der aktuellen Wirtschaftskrise und den Existenzängsten der Menschen auseinander. Hinter FLOGGING MOLLY stehen DAVE KING (Stimme, Folk-Gitarre, Bodhrán), ROBERT SCHMIDT (Mandoline, Banjo), NATHAN MAXWELL (E-Bass), DENNIS CASEY (E-Gitarre), BRIDGET REGAN (FIDDLE, TIN WHISTLE, UILLEANN PIPES, akustische Gitarre), GEORGE SCHWINDT (Schlagzeug) und MATTHEW HENSLEY (Akkordeon).

Das lange Warten hatte ein Ende, die Bühnenrückwand zierte nun eine Fassade eines alten Fabrikgebäudes und mit dem Intro von „Likes Of You Again“ startete das Konzert für das wir alle nach Oberhausen gekommen waren. Schon bei den ersten Klängen des Songs waren die Zuschauer außer Rand und Band. Begeisterungsstürme und wildes Hüpfen setze unmittelbar ein. DAVE KING begrüßte die Anwesenden und drückt seine Freude aus, das alle heute hier versammelt sind. Mit einem Klassiker ging es nach der kurzen Ansprache weiter. „Swagger“ vom gleichnamigen Album heizte die Stimmung noch weiter an. Die ersten Herren wurden von der Menge über die Köpfe nach vorn getragen und in der ersten Reihe wurde ein Willkommenstransparent geschwenkt. Das erste Lied des aktuellen Albums war „Speed Of Darkness“ gefolgt von „Revolution“. Textsicher und mit aller Kraft sangen und grölten die Zuschauer auch diesen Song mit. DAVE forderte das Publikum zum Tanzen auf, da er nur komische Hüpfer könne, wie er dann auch demonstrierte wurde lachend bejaht und umgehend umgesetzt. Nach fast jedem Song bekamen die feiernde Menge eine kurze Verschnaufpause, in der DAVE ein paar kurze Worte an die Fans richtete. Der Sound war von Anfang bis Ende sehr gut, genauso wie die Stimmung innerhalb der Band. Es wurde auch auf der Bühne getanzt, gelacht und reichlich gute Stimmung verbreitet. Bei „The Worst Day Since Yesterday“, der Sogn wurde für eine Folge der Serie „Stargate“ verwendet, schunkelten und sangen die Zuschauer ergriffen mit. Doch auch dieses kurze Innehalten war schnell zu Ende. Der „Requiem For A Dying Song“ forderte wieder alles von den Schwitzenden. Bei „Drunken Lullabies“ flogen dann die ersten vollen! Bierbecher durchs Publikum und die Moshpit wuchs auf die doppelte Größe an. Mit „Saints & Sinners“ und „The Heart Of The Sea“ wurden wieder zwei Songs von „Speed Of Darkness“ gespielt.
Für den Song „Rebels“ kommt DAVEs Frau mit einer Tin Whistle auf die Bühne und wird ebenso stürmisch begrüßt, wie am Anfang die gesamte Band.

Aus den hinteren Reihen sieht man allenthalben Teufelshörner, Mittelfinger und Bierbecher aus der Menge ragen. Die Stimmung bricht an keiner Stelle ein. Mit „Don’t Shut’em Down“, „Salty Dog“ und „What’s Left Of The Flag“ endet das Hauptset mit krachendem Applaus, welcher ohne innezuhalten in kaskadierende Zugabe-Rufe mündet. Natürlich werden die Fans nicht enttäuscht und FLOGGING MOLLY erfreuen das Publikum mit drei weiteren Songs. „So Sail On“ im Duett mit BRIDGET REGAN, „Tabacco Island“ und zum wirklich Abschluss geben Band und Fans noch einmal alles und zelebrieren gemeinsam alle „Seven Deadly Sins“. Zum Abschluss bedankt sich die Band bei allen Anwesenden für diesen wunderbaren Abend. Für Band und Publikum war es ein großartiges Konzert mit ausgelassener Stimmung und einem hervorragendem Auftritt.

Setlist:
01. Likes Of You Again
02. Swagger
03. Speed Of Darkness (Banjo)
04. Revolution
05. Worst Day Since Yesterday
06. Requiem For A Dying Song (Banjo)
07. Selfish Man
08. Drunken Lullabies (Banjo)
09. Saints And Sinners (Banjo)
10. The Heart Of The Sea
11. Black Friday
12. Oliver Boy
13. Float (Banjo)
14. Rebels (Whistle)
15. Devil's Dance Floor (Whistle)
16. World Alive
17. Don't Shut 'em Down (Mandochello)
18. Salty Dog
19. What's Left Of The Flag
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20. So Sail On
21. Tobacco Island (Banjo)
22. Seven Deadly Sins (Banjo)

Text in Zusammenarbeit mit Dani Vorndran (www.reflectionsofdarkness.com)

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Finstergruende
Finstergruende:
"Kühles Guniness, heiße Currywurst und Irish Folk Rock der die Balken beben lässt."