THE BOSSHOSS, TRIGGERFINGER

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DATUM
09.03.2012
ORT
Oberhausen, KöPi Arena

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BOSSHOSS ist nicht nur eine amerikanische Motorradmarke und ein Songtitel aus der Feder von THE SONICS – nein, THE BOSSHOSS sind sieben Berliner die seit acht Jahren eine steile Karriere hinlegen. Gegründet wurde die Band von ALEC „BOSS“ VÖLKEL, SASCHA „HOSS“ VOLLMER und MICHA FRICK. Anfangs spielten sie auf privaten Partys und in kleinen Berliner Clubs. Schnell bekamen die Herren jedoch einen Vertrag bei Universal Music. Seit dem findet man ihre Veröffentlichungen regelmäßig in den Charts. Ihre Musik bewegt sich zwischen Country, Rock und Rock’n’roll. Ihr Debütalbum „Internashville Urban Hymns“ war ein Sammelsurium von Coversongs von BRITNEY SPEARS, BEASTIE BOYS, OUTKAST, THE WHITE STRIPES und anderen. Im Laufe der Zeit schrieben sie auch eigene Kompositionen und ihr neustes Album „Liberty Of Action“ enthält fast ausschließlich eigenes Material. Neben diversen Titeln für Filme haben VÖLKEL und VOLLMER sich einen Jurorenplatz bei der Castingshow „The Voice Of Germany“ geteilt und somit enorme Aufmerksamkeit auf die Band gezogen.

Seit Anfang März schippern THE BOSSHOSS nun durch die Republik und rocken eine Stadt nach der anderen. Am 9. März 2012 waren sie in der KöPi Arena in Oberhausen zu Gast. Zuvor war die Nachfrage für das Konzert so enorm, dass es von der Turbinenhalle in die benachbarte König Pilsener Arena verlegt wurde. Doch bevor die Sechs furchtlosen Cowboys ihre Pferde satteln konnten und die Bühne stürmten durften, sollten drei verrückte Belgier für Aufsehen sorgen.

Das Trio TRIGGERFINGER ist eine Rock-/Punkrock-Band aus Antwerpen. RUBEN BLOCK (Stimme, Gitarre), PAUL VAN BRUYSTEGEM (Bass) und MARIO GOOSSENS (Schlagzeug) sind nicht mehr die Jüngsten, spielen aber seit 1998 mit einer unglaublichen Energie und Leidenschaft. 2004 veröffentlichten sie ihr erstes Studioalbum „Triggerfinger“, gefolgt von „Faders Up“ (2007), „What Grabs Ya?“ (2008) und „All This Dancin‘ Around“ (2010). Das Trio lieferte einen Auftritt, wie man ihn sich wünscht. Musikalisch und gesanglich ausgefeilt und ohne Einbrüche. Den Spaß der Musiker konnte man sehen und selbst fühlen. Der Auftritt von TRIGGERFINGER war leider viel zu kurz.

Nach dem großartigen Auftritt wurde es dann endlich Zeit für die Jungs aus „Mississippi Berlin“. War die KöPi Arena bei unserem Eintreffen recht ordentlich gefüllt, so war der Innenraum zu Beginn des BOSS-HOSS-Auftritts fast nicht mehr zu durchqueren. Auch die Ränge waren sehr gut gefüllt, und so hat sich der Umzug in die größere Location durchaus gelohnt.
Eine Band mit sieben Cowboys braucht Platz, und so haben die Herren die gesamte Bühne in Beschlag genommen. Doch damit nicht genug: Im Hintergrund waren immer wieder einige Herren mit Trompeten und Sombreros zu sehen und zu hören. Zunächst wurde die Band jedoch mit donnerndem Applaus begrüßt. Gekleidet in Rippshirts, mit Blue Jeans, Sonnenbrille und Cowboyhüten waren sie ein Augenschmaus. Ohne viel Federlesen fingen sie mit ihrer Show an. „Last Day (Do Or Die)“ war der erste Song des Abends. Aufgrund der Lautstärke des schrillen Kreischens hätte auch eine einschlägige Boyband auf den Brettern stehen können. Der Titelsong des aktuellen Albums war der perfekte Einstieg in den Abend. In guter, alter Rock’n’roll-Tradition sprang vor allem BOSS über die Bühne und marschierte lasziv und Cowboy-cool über den „Catwalk“, der weit ins Publikum reichte. Dieser Catwalk wurde dann Schauplatz für ein besonderes Spektakel. Zu „Say A Little Prayer“ versammelte sich die gesamte Band, flankiert von den Mexikanern, auf dem Steg und trällerte den Song in Akustik-Manier. Als Höhepunkt wurde noch ein Pärchen auf die Bühne gebeten, das sich auf „the best kiss of their life“ einstellen sollte. Gesagt, getan, Das Pärchen knutsche ausgiebig vor den tausenden Besuchern und bekam ein Ständchen ihrer Stars dazu. Den Abgang der beiden Turteltauben kommentierten THE BOSSHOSS mit den Worten: “Maybe you can see them later having sex on stage”.

Immer wieder für einen guten oder schlechten Scherz aufgelegt, geriet das Thermin-Spiel von BOSS zu „Money (That’s What I Want)“ völlig außer Kontrolle. Wie auf einer E-Gitarre spielte BOSS auf dem zarten Instrument, rannte dabei quer über die Bühne und entzog sich aller Beruhigungsversuche durch seine Kameraden. Schließlich nahmen sie ihm das Instrument doch ab und der Cowboy beruhigte sich. Jubel und Gegröle erntete die Band für ihre schauspielerische Einlage. Anschließend ging es zurück zu den Anfangstagen der Band. Angekündigt wurde ein Song, den es so noch nie auf keiner Platte gegeben habe. Der allererste Song der Band war ein Medley aus „Without Me“ (EMINEM), „Seven Nation Arms“ (THE WHITE STRIPES), „Toxic“ (BRITNEY SPEARS), „Sabotage“ (BEASTIE BOYS), „Hot In Here“ (NELLY), „Hey Ya!“ (OUTKAST) und einigen anderen. Wenn man vorher gedacht hatte, das Publikum könnte nicht lauter Applaudieren, wurde man nun eines besseren belehrt. Das Konzert war für das Publikum sowie für die Band ein großartiger Tourauftakt. Bleibt zu hoffen, dass die Herren ihre Form für alle folgenden Shows bewahren oder toppen können.

Setlist TRIGGERFINGER:
1. I’m Coming For You
2. On My Knees
3. Short Term Memory Love
4. My Baby’s Got A Gun
5. All This Dancin’ Around
6. Drum Solo + First Taste
7. Is It

www.triggerfinger.net
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www.myspace.com/triggerfingertheshooters

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AUTOR

Ben Blaschke
Ben Blaschke:
"Großartiger Tourauftakt für eine fetzige Berlin-Country-Mississippi-Rock-Show!"