Rubber

REGIE
QUENTIN DUPIEUX
BUCH
QUENTIN DUPIEUX
LAUFZEIT
84 min
VERLEIH
Capelight Pictures

Ein zum Leben erwachter Autoreifen mit explosiven telekinetischen Kräften auf einer Müllhalde am Rande eines Highways in der Wüste mitten im Nichts. Dazu: Eine Horde Zuschauer, die das Geschehen mit Ferngläsern von Klappstühlen aus verfolgt und mit dämlichen Kommentaren versieht. Ein Polizist (STEPHEN SPINELLA), der schwungvoll aus dem Kofferraum eines Mafiaschlittens steigt und einen trockenen Monolog über die Sinnlosigkeit des Lebens im Allgemeinen und die Sinnlosigkeit großer Filme im Besonderen hält. Eine mysteriöse Schöne (ROXANE MESQUIDA), die in einem blutroten Golf II über ebenjenen Highway heizt und sich zunächst den Hass und später die Zuneigung unseres Autoreifens zuzieht. Wummernde Elektrobeats. Keine Story im althergebrachten Sinne. Überhaupt gar kein Sinn.
Der schrägste Film des diesjährigen Fantasy Film Fests ist gleichzeitig das Herzstück der Closing Night. Der französische Musikmacher QUENTIN DUPIEUX, Schöpfer von MR. OIZO, der rockenden gelben Handpuppe aus einem Spot von Levi's Jeans vor einigen Jahren, verfolgt in seinem Filmdebüt einen originellen Ansatz: alles herkömmliche im Film um jeden Preis ad absurdum zu führen. In der Tat gelingt es DUPIEUX – zumindest im ersten Drittel des Films und auch ganz kurz am Ende – aus dieser durchaus ambitionierten Idee heraus Spannung und Komik zu erzeugen. Das originelle Konzept wäre in einen Kurzfilm großartig aufgegangen, ist aber schlichtweg nicht genug, um ganze 84 Filmminuten zu füllen. Nach dem überaus gelungenen Auftakt kommen die komplizierten Verschachtelungen der Erzählebenen und das ewige Spiel mit der Realität nicht leicht, sondern vielmehr gezwungen daher und verursachen in Kombination mit der dem Film unterlegten Musik leichte Kopfschmerzen und Übelkeit. Das ganze auf-Teufel-komm-raus-überraschen-wollen trägt schlichtweg keinen Streifen in Spielfilmlänge und weckt schnell den Wunsch, der Film möge doch bitte endlich zum Punkt kommen. Bei „Rubber“ ist bedauerlicherweise nach dem ersten Drittel die Luft raus.

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"Originelle Idee, bedauerlicherweise ist nach dem ersten Drittel schlicht die Luft raus."

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