Game Of Thrones

CD-Cover
MEDIUM
DVD
REGIE
TIMOTHY VAN PATTEN, BRIAN KIRK, DANIEL MINAHAN, ALAN TAYLOR
BUCH
Fantasyreihe "Das Lied Von Eis und Feuer"
LAUFZEIT
562 min
FSK
16
VERLEIH
Warner Home Video
VERÖFFENTLICHUNG
30.03.2012

Eintauchen in eine andere Welt ist manchmal nicht so leicht. Nicht so bei „Game Of Thrones“. In dieser Serie wird der Zuschauer in die Welt rund um den fiktiven Kontinent Westeros mit seinen sieben Königreichen entführt, wodurch der eigene Alltag schnell vergessen ist.

Als die „Hand des Königs“ stirbt, bittet der Herrscher seinen alten Vertrauten, Lord Eddard Stark, ihn künftig am Königshof zu unterstützen. Gerüchte ereilen Eddard jedoch, dass dieser Tod kein natürlicher war. Doch dem Ruf von König Robert Baratheon kann man sich nicht widersetzen und so wird er die neue „Hand des Königs“. Ein Netz aus Intrigen beginnt sich rund um den Eisernen Thron, der von so vielen begehrt wird, zu spinnen.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen vier verschiedene Herrschaftshäuser. Zum einen gibt es da das Haus Baratheon, das die Familie des Königs umfasst. Des Weiteren spielen die Häuser Stark, Lannister und Targaryen wichtige Rollen in der ersten Staffel.

Die Beziehungsnetzwerke sind unheimlich weit reichend und lassen viel Freiraum, um neue Figuren zu integrieren oder die Position bekannter Charaktere zu verändern. Die Basis bilden verschiedene Erzählstränge, die sich aufeinander beziehen und parallel zueinander verlaufen. Infolgedessen gibt es beispielsweise das Vorgehen rund um die Figur der Daenerys Targaryen. Diese Figur stellt eine der Hauptcharaktere dar und trifft dennoch in der ganzen ersten Staffel nicht einmal auf eine der anderen Leitfiguren.
Ein weiteres Highlight der Charaktere besteht in der Tatsache, dass der Serienfan bei „Game Of Thrones“ sein Schubladendenken nicht einsetzen kann. Die Figuren lassen sich nicht in einfache Schablonen wie „gut“ oder „böse“ pressen. So vermögen Figuren wie Petyr Baelish oder Varys zuerst unheimlich zu verwirren, erzeugen dadurch aber große Neugier auf kommende Szenen. Eine vielseitige Reflektion der Charaktere beleuchtet so wunderbar, dass jede Rolle sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften besitzt und auch die Handlungen infolgedessen nicht nach einfachen Regelmäßigkeiten ausfallen. Das macht die ganze Story an sich schon unheimlich spannend.
Der Linguist DAVID J. PETERSON hat außerdem eine weitere Besonderheit geschaffen. Er hat eigens für das Volk der Dothraki eine neue Sprache entwickelt. Diese hört sich selbstverständlich für das ungeübte Ohr einfach nur fremdartig an und unterstreicht im Sprachklang angenehm die vermittelte Grobheit dieses Volkes.
Die erste Staffel der Serie „Game Of Thrones“ beruht auf den ersten zwei deutschen Büchern („Die Herren Von Winterfell“ und „Das Erbe Von Winterfell“) des Fantasy-Epos „Das Lied Von Eis Und Feuer“ von GEORGE R. R. MARTIN.
Generell erfolgte die Umsetzung der Romanvorlage sehr nah am Buch, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass niemand geringeres als Bestsellerautor MARTIN selbst sowohl Produzent als auch Co-Autor der Serie ist.
Kleine Veränderungen findet man hier und da, aber dies schadet der Handlung nicht. Die Fantasy-Elemente sind wie im Buch sparsam eingesetzt und bauen sich ganz langsam auf, sodass auch Skeptiker Zeit haben ihre Zweifel gegenüber fantasiereichen Geschichten zu überdenken. An sich sind die Effekte gut gemacht und sprechen das verwöhnte Auge durchaus an.
Der Stammbesetzung der ersten Staffel gehört SEAN BEAN in der Rolle des Eddard Stark an, der schon in „Herr Der Ringe“ brillierte. Weitere Schauspieler sind unter anderen MARK ADDY („Ritter Aus Leidenschaft“) und PETER DINKLAGE („Die Chroniken Von Narnia“), der nicht zu Unrecht mit einem „Emmy“ und einem „Golden Globe“ für den besten Nebendarsteller ausgezeichnet wurde.

Bei der genauen Betrachtung der Umsetzung von den Romanen zur Serie stellt man fest, dass die Figuren in den Büchern wesentlich jünger sind als in der Serie. Dieses Schema wird allerdings auf das gesamte Personennetzwerk übertragen. Spätestens bei der Darstellung von intimen Momenten zwischen einem erwachsenen Mann und einem minderjährigen Mädchen hätten bei einer altersgetreuen Schauspielerumsetzung sicherlich viele Kritiker laut aufgeschrieen, sodass die Wahl älterer Schauspieler eine gute war.
Was nicht immer zur Verständlichkeit der Inhalte dringend nötig wäre, ist das Vorhandensein von relativ vielen durchaus unverblümten Sexszenen. Der Zuschauer hat hier die Wahl sich über ein paar nackte Brüste zu freuen oder brüskiert über so viel Nacktheit zu sein. Ganz klar sei hier jedoch erwähnt, dass diese Serie mit Garantie nicht für Kinder oder Jugendliche produziert wird und auch in den Büchern die meisten dieser Szenerien mehr oder weniger ausführlich beschrieben werden.
In der Serie sind einige Gewaltszenen vorhanden, die aber auch in eine Welt wie Westeros gehören. Kämpfe um den Thron sind eben auch zwangsweise mit Blut vergießen verbunden.

Rundum ist die Fantasyserie „Game Of Thrones“ einfach eine sehr gelungene Romanverfilmung, die dem Zuschauer viel Freude bereitet. Die unheimliche Komplexität der Handlungsstränge wird deutlich und macht Lust auf mehr.

Trailer:

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AUTOR

Anett Kunath
Anett Kunath:
"Fantastische Serie mit Suchtpotenzial"

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