Drive

CD-Cover
REGIE
NICOLAS WINDING REFN
BUCH
HOSSEIN AMINI
LAUFZEIT
100 min
START:
26.01.2011

L.A. – RYAN GOSLING als Driver – die coolste Sau seit STEVE MCQUEEN – als hätte jenseitiger in WALTER HILLs Filmen in den 80ern gespielt – nachts, Neon-Lichter und der warme Schimmer der Stadt, in der man ohne Auto ein Niemand ist. Eine Verfolgungsjagd von Fluchtfahrzeug und Polizei, die sich nur im Inneren des Autos, im Inneren des Drivers, abspielt.

Genre-Kino heißt, sich in Pose werfen, den starken Mann markieren, den Wind das Haar der zu errettenden Frau biegen sehen. Ironiefrei geschah das im amerikanischen Action-Kino der 80er Jahre nie, aber es war dennoch bierernst: ARNOLD SCHWARZENEGGER, BRUCE WILLIS SYLVESTER STALLONE – die Hochzeit der in Granit gehauenen Mine.

Wo ist da RYAN GOSLING? Er trägt diese drei im Herzen und setzt doch ein Jahrzehnt früher an: STEVE MCQUEEN – die Nonchalance, die Coolness, die Eiseskühle der Augen und Nasenflügel: drei Jahrzehnte war es vorhanden – im Film – aber nicht lebendig wie bei GOSLING, einem der interessantesten und umtriebigsten Schauspieler („Stay“, „Half Nelson“, „The Ides of March“). GOSLING wählt seinen Regisseur und sein Regisseur wählt ihn – NICOLAS WINDING REFN. Man sollte ihn spätestens kennen nach „Bronson“ (2008) und „Walhalla Rising“ (2009).

REFN nun, seit vielen Jahren in den USA lebend, steht an einer Grenze zwischen Independent und Mainstream-Kino – dieselbe auch an der TARANTINO zu finden ist –, nur dass bei REFN das Figuren- und Charakterkino über das (Proto-) Typenkino TARANTINOS erhaben ist. REFN erzählt eine Geschichte, seine Figuren machen eine Entwicklung durch, er ist interessiert an dem, was sie sagen.

REFN schafft es, seinen Schauspielern den nötigen Spielraum zu lassen. So entsteht eine Geschichte, eine Erzählung, kein perfekt gezeichneter Film trotz der Kinogeschichts-Zitatlastigkeit. Nicht die Konstruktion des Charakters als Mittel zum Zweck ist hier Thema, sondern dessen zufällige Entwicklung. Doch selbst das Zufällige folgt scheinbar einer Bestimmung: „What do you do?“ – ist eine entscheidende Frage im Film – „I drive“ die lakonisch pragmatische Antwort. Voran ohne Ziel, so trägt es einen mottohaft mit. Ein Wunsch des Fortkommens wird hier Film und das Gefühl des Helden, das Nicht-Bleiben-Können, treibt die Erzählung voran. Und doch auch oder gerade so deshalb sehen wir hier eine Liebesgeschichte, getragen von der Ehrlichkeit der Charaktere.

Trailer:

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Fabian:
""What do you do?" - I drive.""

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(10 von 10 Punkten)
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