RANSOM RIGGS: Die Insel Der Besonderen Kinder
Jacob soll die Insel der besonderen Kinder suchen, das hatte er seinem Großvater Abraham versprechen müssen, als er diesen übel zugerichtet im Wald fand. Doch die Insel war nur eine der fantastischen Geschichten, die sein Großvater erzählt hatte, als Jacob noch klein war. Wie die Märchen über die Monster und die unglaublichen Reisen.
Doch als sein Großvater in Jacobs Armen stirbt, kann er sie sehen, die düsteren Wesen im Schatten, die Monster von denen sein Großvater immer erzählt hat.
Erst der Zufall verhilft Jacob zu dem entscheidenden Hinweis, wo er die Insel finden kann. Doch dort angekommen, ist das Kinderheim schon seit sehr langer Zeit verlassen. Es wurde im 2. Weltkrieg von einer Bombe teilweise zerstört. Niemand erinnert sich, was aus den Kindern geworden war.
Was als Ende seiner Suche erscheint, ist der Anfang eines gefährlichen Abenteuers.
Ein Abenteuer für Jacob und die Kinder, doch nicht unbedingt für den Leser. Denn leider verliert sich „Das Besondere“ in der Geschichte und die Handlung entpuppt sich als relativ typischer Fantasie-Roman mit SciFi Einschlag. RANSOM RIGGS ist laut seiner Biographie ein Mann mit vielen Interessen. Dies zeigt sich auch in seiner Geschichte. Viele Themen finden ihren Weg in die Handlung: ein Junge, der versucht ohne große Verluste erwachsen zu werden; Nazis und der 2. Weltkrieg; die zarten Bande junger Liebe; Kinder mit besonderen Fähigkeiten, in einer Welt, die sie nicht versteht; Zeitreisen; wissenschaftliche Ethik; Vaterkonflikte. Der Autor schafft es jedoch leider nicht alles atmosphärisch dicht zu einer homogenen Geschichte zu verbinden.
Ab dem Mittelteil wird die Handlung träge und die Möglichkeit den Leser gerade mit den „besonderen“ Kindern für sich gefangen zu nehmen, wird nicht genutzt. Bis auf Jacob bleiben die Charaktere blass und schablonenhaft.
Das Cover von „Die Insel der besonderen Kinder“ von RANSOM RIGGS ist ein Hingucker. Es ist in schaurigem grün-schwarz gehalten, zeigt eines von diesen Kinder mit „besonderen“ Gaben. Es scheint zu schweben. Auch innen ist das Buch liebevoll gestaltet. Die ersten, noch leeren Seiten sind einer alten Tapete gleich bedruckt. Das Highlight aber sind die vielen Fotos, die der Autor als Ausgangspunkt seiner Geschichte genommen hat.
„Insel der besonderes Kinder“ bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück, wie es so schön heißt. Eine interessante Idee, die sich in eine unerwartete Richtung entwickelt, jedoch durch die Oberflächlichkeit nicht durchgehend fesseln kann.






